Langzeittest: In Hannover setzen die Verkehrsbetriebe Üstra zurzeit drei Elektrobusse im Linienverkehr ein. - © Archiv Üstra
Langzeittest: In Hannover setzen die Verkehrsbetriebe Üstra zurzeit drei Elektrobusse im Linienverkehr ein. | © Archiv Üstra

Bielefeld Nahverkehrsbündnis in Bielefeld setzt auf Elektrobusse

Klimaschutz: Umweltdezernentin Anja Ritschel hofft auf schnelle technologische Weiterentwicklungen bei der Speicherkapazität von Batterien

Jürgen Mahncke
25.10.2016 | Stand 25.10.2016, 11:22 Uhr

Bielefeld. „Auch in Bielefeld ist die Zeit reif, in die Umrüstung der Dieselbus-Flotte auf Elektrobusse einzusteigen", sagt Godehard Franzen, Vorsitzender des Vereins „Bielefeld pro Nahverkehr". Mit einer Gruppe Interessierter war er nach Hannover gereist, um den Pilotbetrieb der Hannoverschen Verkehrsbetriebe Üstra mit E-Bussen zu erkunden. Seit März werden hier drei Busse mit Strom aus Batterien im Linienverkehr eingesetzt. Sie sind 12 Meter lang und haben 29 Sitzplätze und bis zu 37 Stehplätze. Die vollelektrischen Busse werden von zwei Elektromotoren mit je 60 kW angetrieben, die in der Nähe der Radnaben angebracht sind. Angetrieben werden sie durch eine Batterie, die 125 kWh leistet. Eine Klimaanlage gibt es nur für die Fahrerkabine, aber nicht für den Fahrgastraum. Geheizt wird durch elektrisch erhitztes Wasser. Die Busse verfügen über einen Stromabnehmer, den sogenannten Pantographen, der auf dem Dach montiert ist. Beim Halt an einer Ladestation schiebt er sich vollautomatisch in eine Ladehaube, die den Stadtbahnstrom abzapft. „Das Fahrzeug ist so leise, dass an der Front ein Sound-Generator eingebaut wurde, der bei unter Tempo 15 anspringt. Auffällig sind das ruckfreie Anfahren und die hohe Beschleunigung, beides ein massiver Vorteil gegenüber einem Dieselbus", berichtet Franzen. Bestehende Systeme noch nicht ausgereift Die Verkehrsbetriebe MoBiel beobachten das Pilotprojekt in Hannover mit großem Interesse und tauschen sich mit verschiedenen Unternehmen aus der Branche aus. „Zurzeit sind solche Maßnahmen bei uns noch nicht fest eingeplant", sagte MoBiel-Geschäftsführer Martin Uekmann gegenüber nw.de. Die bestehenden E-Bus-Systeme seien noch nicht ausgereift. Man befinde sich aber stetig in der Prüfung neuer Systeme, auch was mögliche Fördermittel angehe. Grundsätzlich für den Einsatz von E-Bussen ist auch Umweltdezernentin Anja Ritschel. Sie wären ein Beitrag zum Klimaschutz. Batterien sollten dann allerdings auch mit Ökostrom aufgeladen werden, und heutige Technologien müssten erst weiterentwickelt werden. Mit Strom betriebene Busse gab es von 1944 bis 1968 in Bielefeld. Allerdings waren sie wenig flexibel. Ihre Elektromotoren wurden über Oberleitungen angetrieben.

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