Müsste ersetzt werden: Auch der neu verlegte Rollrasen auf dem Kesselbrink hält die Belastungen nicht aus. Über einen Austausch konnte sich der Umweltbetrieb mit der verlegenden Firma nicht einigen. Jetzt könnte er auf der Hauptfläche überflüssig werden. - © Andreas Zobe
Müsste ersetzt werden: Auch der neu verlegte Rollrasen auf dem Kesselbrink hält die Belastungen nicht aus. Über einen Austausch konnte sich der Umweltbetrieb mit der verlegenden Firma nicht einigen. Jetzt könnte er auf der Hauptfläche überflüssig werden. | © Andreas Zobe

Bielefeld Spiel und Sport statt Rasen auf dem Kesselbrink geplant

Landschaftsarchitekten legen Konzept zur Aufwertung des Platzes vor, bei dem Mängelfläche neu überplant wird

Joachim Uthmann

Bielefeld. Mit neuen Angeboten will die Stadt den schwächelnden Kesselbrink nach vorn bringen. Mehr Kontrollen, ein neuer Pächter für den grünen Würfel und Optimierung der Skateranlage sind Ansatzpunkte. Jetzt stellte das Landschaftsarchitekturbüro Lützow 7 ein neues Konzept für Sport- und Spielgelegenheiten der Bezirksvertretung Mitte vor, die es einstimmig billigte. Damit könnte auch das leidige Problem mit dem schadhaften Rasen zum Großteil gelöst werden. Der Ursprungsrasen der 12,4 Millionen Euro teuren Neugestaltung hatte den Belastungen der vielen Nutzer nicht standgehalten. Deshalb ließ die Stadt ihn austauschen. Doch der neue Rollrasen wuchs nicht richtig an - wegen schlechter Qualität und nicht fachgerechter Verlegung, wie der Umweltbetrieb feststellte. Doch die ausführende Firma lehnte die Neuverlegung ab. Eine Klärung scheiterte. Schließlich kündigte der UWB den Vertrag. Eine Neuverlegung (geschätzte Kosten 28.000 Euro) sollte neu ausgeschrieben und im September umgesetzt werden. Doch dazu wird es wohl nicht kommen. Denn Lützow 7 schlägt vor, die 1.500 Quadratmeter große Rasenfläche zu überplanen und hier Sport- und Spielgeräte aufzustellen und eine Calisthenics-Anlage für Open-Air-Kraftsport zu errichten. Dafür müsste der Rasen mit grünem Kunstoffboden versiegelt werden - neues Gras wäre nicht mehr nötig. Der Rasen auf den Stufen (etwa 1.000 Quadratmeter) bleibt allerdings trotzdem zu erneuern. Die Arbeiten will der UWB neu ausschreiben und die Kosten der Firma, die den schadhaften Rasen verlegte, in Rechnung stellen, erklärte Abteilungsleiter Norbert Wecker auf Anfrage. Ziel der Stadt ist es, den Kesselbrink vor allem für Familien und Sportbegeisterte attraktiver zu machen - auch um ungeliebte Gruppen wie Drogenkonsumenten zu verdrängen. Ausgefallene Kletter-, Rutsch- und Hangelgeräte sollen "Magnet" sein. Weiterer Anziehungspunkt könnte eine "Mehrgenerationenspielfläche" mit Boulebahnen auf dem Grant neben dem Grünen Würfel sein. Insgesamt schätzt die Stadt Kosten auf rund 700.000 Euro, von denen 80 Prozent über Fördermittel gedeckt werden könnten. Mit dem Umbau rechnet Jürgen Bültmann, kaufmännischer Betriebsleiter im Immobilienservicebetrieb, 2017. Die Bezirksvertreter lobten einmütig die überarbeiten Pläne. Gerald Gutwald (Grüne) erkannte an: "Viel Phantasie, super Ideen." Als kleine Änderungen beschloss die BZV, Durchkriechlöcher im Sporttopo-Bereich zu streichen und die Boulefelder ebenerdig anzulegen. Trotz der Zustimmung bleibt bei den Politikern die Sorge vor Zerstörungen und Stolperfallen. Susanne Hoffjann vom Umweltbetrieb: "Selbst die Kletterseile sind mit Stahl durchwebt. Vandalismussicherere findet man nicht." Noch in diesem Jahr könnten die Nachrüstungen der Skater- und BMX-Anlage erfolgen, für die 189.000 Euro kalkuliert werden. Die Arbeiten seien schon ausgeschrieben und beauftragt, so Bültmann. Ein festes Geländer zur Abtrennung als Ersatz für die provisorischen Gitter, Holzdecks "zum Chillen" und Befestigungen der bisherigen Pflanzflächen könnten noch in diesem Jahr realisiert werden. Im Februar 2017 soll es auch wieder Gastronomie auf dem Kesselbrink geben. Die BGW als Eigentümerin präsentierte Dalei Jin (Essen) als neuen Wirt, der eine Filiale seiner japanischen Restaurant-Kette Noori im Würfel eröffnen will.

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