Vorne, von links, die neuen: Bierkönigspaar Doris und Heinz Wagner, Königspaar Kerstin und Jörg Stuckmann sowie Kronprinzenpaar Heike und Uwe Becker. Hinten, von links, die alten: Bierkönigspaar Christa-Maria Weidehoff und Wolfgang Becker, Königspaar Sigrid Windau und Volkmar Kobusch sowie Kronprinzenpaar Laura Anstoetz und Niklas Meyer. Die Standarte trägt Otto Schauer. - © Barbara Franke
Vorne, von links, die neuen: Bierkönigspaar Doris und Heinz Wagner, Königspaar Kerstin und Jörg Stuckmann sowie Kronprinzenpaar Heike und Uwe Becker. Hinten, von links, die alten: Bierkönigspaar Christa-Maria Weidehoff und Wolfgang Becker, Königspaar Sigrid Windau und Volkmar Kobusch sowie Kronprinzenpaar Laura Anstoetz und Niklas Meyer. Die Standarte trägt Otto Schauer. | © Barbara Franke

Bielefeld Schützen-Zapfenstreich erinnert an glanzvolle Vergangenheit

Schützenfest: Die Bielefelder Schützengemeinschaft von 1831 feiert auf dem Johannisberg. Der Traditionsverein hat konstant 250 Mitglieder. Neuer Schützenkönig ist Jörg Stuckmann

Kurt Ehmke
12.06.2016 | Stand 12.06.2016, 17:34 Uhr

Bielefeld. Die glorreichen Zeiten der „Bielefelder Schützengesellschaft von 1831" liegen lange zurück – „damals, als wir 4.000 bis 5.000 Mitglieder hatten", sagt Vorstand Oberst Christian Hüttner. Heute sind es 250. Doch der renommierte Verein will sich wieder stärker im gesellschaftlichen Leben Bielefelds zeigen. So öffnete der Verein dieses Jahr beim Schützenfest auf dem Johannisberg freitags den Party-Abend wieder für die Öffentlichkeit – 150 Menschen feierten mit dem Helene-Fischer-Double Jenny Pohle. Am Samstag fand dann der Zapfenstreich nach langer Zeit mal wieder auf einem repräsentativen Platz statt: der Bürgerterrasse. Damit knüpfte der Verein an die Tradition besonderer Orte an – früher gab es den Zapfenstreich auf dem Alten Markt und vor dem Alten Rathaus. „Dass wir zuletzt den Zapfenstreich immer auf dem Parkplatz am Hotel auf dem Johannisberg gefeiert haben, das war nichts", sagt Hüttner. „Wenn man dabei auf Mauern und Gebüsche guckt, ist das nicht stimmungsvoll." Samstag spielten der Feuerwehrmusikzug der Stadt und der Spielmannszug Harsewinkel – und einige Bürger waren dafür extra auf den traditionsreichen Johannisberg gekommen. Unter ihnen auch Gadderbaums Bezirksbürgermeisterin Hannelore Pfaff und ihre Vorgängerin, Barbara Schneider. Hüttner freute das: „Der Johannisberg ist seit 2009 deutlich und sichtbar wiederbelebt worden – dazu wollen auch wir unseren Teil beitragen." Hintergrund: Auf dem Berg stand bis 1944 das markante alte Schützenhaus, das nach dem Krieg provisorisch wieder aufgebaut wurde, dann aber nicht zu halten war. Der nüchterne Hotelbau folgte. Wie schwer es für die Schützen ist, wieder zu wachsen und zu einer guten Altersstruktur zu finden, weiß Hüttner. „Wir bemühen uns sehr um junge Schützen, in dem wir eine moderne Schießanlage bieten, wie es sie so in Bielefeld nur noch bei den Heepern gibt." Sogar ein Gewehr mit Zulassung für Unter-Zwölfjährige habe der 1831 gegründete Verein. Aber: „Wir haben zwar bei den Sportschützen tatsächlich wieder jüngere Vereinsmitglieder, aber die Zeiten mit 100 marschierenden Schützen sind trotzdem vorbei", sagt Hüttner. Dafür scheint der Nachwuchs nur schwer zu begeistern zu sein – und damit wird es nicht einfacher, die alten Traditionen zu pflegen. Doch die Schützenvereine halten sich immerhin gegenseitig die Treue – so begrüßten die Bielefelder die Kollegen aus Dornberg, Heepen, Schildesche, Spenge und Bückeburg. Schützenkönig wurde Jörg Stuckmann, der auf Volkmar Kobusch folgte. Die siebenköpfige sogenannte Kürkommission entschied sich für Stuckmann – er hatte letzten Rest des Adlers getroffen, während der zweite mögliche Schützenkönig, Uwe Becker, die Krone getroffen hatte. Da aber Becker schon einmal König war, legte sich die Kommission auf Stuckmann fest. ´ Traditionell feiert der Verein nächstes Jahr wieder das kleinere Sommerfest – und dann 2018 wieder ein Schützenfest.

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