Petition: Bernd Küffner, Irene Recksiek (v.l.) und André Plümer übergeben 779 Unterschriften an den Vorsitzenden des Bürgerausschusses, Gerhard Henrichsmeyer (3.l.). - © Wolfgang Rudolf
Petition: Bernd Küffner, Irene Recksiek (v.l.) und André Plümer übergeben 779 Unterschriften an den Vorsitzenden des Bürgerausschusses, Gerhard Henrichsmeyer (3.l.). | © Wolfgang Rudolf

Bielefeld Inititative fordert Ökostrom für das Bielefelder Rathaus

Petition: Der Bürgerausschuss muss entscheiden, ob Anregungen von „Bielefeld steigt ein“ im Rat behandelt werden.

Sebastian Kaiser

Bielefeld. Die Stadt soll ab 2017 in ihren Gebäuden nur noch Ökostrom verbrauchen und die Stadtwerke sollen nach dem Grohnde-Ausstieg Mitte 2018 nur noch Strom aus kohlefreier Kraft-Wärme-Kopplung oder erneuerbaren Energien erzeugen und handeln. Das sind die Forderungen der Initiative „Bielefeld steigt ein“. Auch die Stadtwerke setzen auf erneuerbare Energien, sagen aber: Ganz so einfach geht es nicht. Die Initiative will, dass ihre Forderungen vom Rat behandelt werden. Zwei Monate lang hat sie 779 Unterschriften für eine Bürgeranregung gesammelt. Gestern übergaben André Plümer und Bernd Küffner von „Bielefeld steigt ein“ eine Petition an den Vorsitzenden des Bürgerausschusses, Gerhard Henrichsmeier (CDU). Der Ausschuss werde nun prüfen, ob die Petition im Juni auf die Tagesordnung des Stadtrates kommt, so Henrichsmeier. Das Land NRW hat die Versorgung seiner Dienstgebäude auf Ökostrom umgestellt und spart dadurch rund acht Millionen Euro im Jahr. „Bielefeld sollte diesem Beispiel folgen“, sagt André Plümer. Stadt und Stadtwerke haben ein mehrjährigen Stromliefervertrag. „In dessen Rahmen kann die Stadt zwar zu entsprechenden Konditionen auf Ökostrom umsteigen, aber sie kann nicht sofort aussteigen“, sagt Stadtwerkesprecher Marcus Lufen. Einen Vertrag mit einem anderen Stromanbieter würde die Initiative begrüßen, denn einige seien billiger als die Stadtwerke. Lufen: „Unser Enerbest- Blue-Tarif ist gerechnet auf den Jahresverbrauch eines Dreipersonenhaushalts 31,50 Euro teurer als der billigste Ökostromanbieter. Aber finanziert der auch den Nahverkehr und die Bäder in Bielefeld, zahlt der Gewerbesteuer und Konzessionsabgabe und schüttet seine Gewinne komplett an die Stadt aus, so wie wir?“ Ein Ratbeschluss sieht vor, dass die Stadtwerke ab Ende 2018 keinen Strom mehr aus dem AKW Grohnde beziehen. „Da sie aber dann Strom an der Börse kaufen, besteht die Möglichkeit, dass die Stadtwerke weiterhin Atomstrom vertreiben“, sagt die Initiative. Die Stadtwerke arbeiten seit Jahren an der Umstrukturierung ihrer Energieversorgung, seit 2010 wurde 200 Millionen Euro investiert, bis 2020 sollen weitere 132 Millionen in Windkraft, Photovoltaik, Biosgas und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen fließen. „100 Prozent Ökostrom ist nicht unser Geschäftsmodell“, so Lufen. Bis 2020 soll der Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtstromverbrauch in Bielefeld auf 20 Prozent steigen.

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