0
Bielefeld/ Herford

Das Paradies am Elisabethsee

Campingplatz feiert 50-jähriges Bestehen

VON RALF BITTNER
11.06.2014 | Stand 10.06.2014, 21:36 Uhr
Elisabeth Hülsewig hat den vorherigen Betreiber, ihren Bruder Jobst Bartling, bei der Führung des Platzes unterstützt. Viele Camper kennt sie seit langem, wie Manfred Brombach aus Bielefeld, der seit 45 Jahren Wochenenden am Elisabethsee verbringt. - © FOTO: Ralf BITTNER
Elisabeth Hülsewig hat den vorherigen Betreiber, ihren Bruder Jobst Bartling, bei der Führung des Platzes unterstützt. Viele Camper kennt sie seit langem, wie Manfred Brombach aus Bielefeld, der seit 45 Jahren Wochenenden am Elisabethsee verbringt. | © FOTO: Ralf BITTNER

Bielefeld/Herford. "Mein Großvater Hermann Bartling hatte Anfang der 1960er Jahre die Idee", sagt Tobias Hülsewig, Enkel und seit 2011 in dritter Generation Inhaber des Campingplatzes Elisabethsee. Dabei hatte der Eickumer Bauer zunächst nur nach einer Nutzungsmöglichkeit für einen Teil seines Landes gesucht, das zu nass und zu hügelig für die Landwirtschaft war.

50 Jahre später ist aus dem ursprünglich fünf Hektar großen Stück Land ein Areal mit sieben Hektar Fläche, 350 Stellplätzen für Wohnwagen, festen Hütten – Chalets genannt – rund um den Elisabethsee entstanden. Von Bielefeld kommend liegt der See nordwestlich von Jöllenbeck am Berkenbrinkweg in Eickum.

Elisabeth Hülsewig, die ihren Bruder Jobst Bartling, der den Platz von 1985 bis 2011 geleitet hatte, lange Jahre bei der Führung unterstützt hatte, erinnert sich: "Der See wurde aufgestaut und von meinem Vater nach mir benannt. Eine Quelle speist ihn."

Daher habe der 2,80 Meter tiefe See Badequalität, ist aber sehr kalt. Seit Neuestem sorgt an den Saison-Wochenenden und in den Sommerferien die Bielefelder DLRG für die Sicherheit der Schwimmer. Genutzt werden kann er aber nur von Gästen auf dem Campingplatz. Der Campingplatz ist einer der ältesten in der Region, Bartling hatte früh den Trend zum mobilen Reisen, der sich in den 1960er-Jahren abzeichnete, erkannt. Bis heute kommen viele Gäste aus dem Kreis, aus Bielefeld, Niedersachsen und dem Ruhrgebiet, viele als Dauercamper.

Einer davon ist Manfred Brombach, der seit 45 Jahren an den Wochenenden und in den Ferien aus Bielefeld in sein Campingparadies flüchtet. In den ersten Jahren kam er mit dem Zelt, später mit dem Wohnwagen. "Einmal habe ich einen Urlaub mit meiner Familie in einer Pension versucht", erinnert er sich. Seine Kinder hätten aber die ungezwungene Atmosphäre auf dem Platz vorgezogen – und stehen heute selbst dort, wenn auch mit Abstand.

Hatte Bauer Bartling den Platz noch als eines von mehreren Standbeinen neben Landwirtschaft und Kiesgrube betrieben, ist der Campingplatz für Tobias Hülsewig, der sich 2010 im Alter von 22 Jahren nach einer kaufmännischen Ausbildung für die Übernahme des Platzes entschieden hatte, ein Vollzeitjob, verbunden mit vielen Modernisierungen und Neuerungen. Dazu gehören die Erweiterung der Sanitäranlagen wie Waschmaschinen- und Trocknerraum, ein Areal für Jugendgruppen, Beachvolleyballfeld, Basketballplatz, Boulebahn, Spiel- und Grillplätze. Im Büro liegen Informationen über Wanderwege und Radwanderrouten wie die Engelroute und touristische Angebote in der Stadt bereit. "H2O und Marta sind für viele Touristiker ein Grund, unseren Platz anzufahren", sagt der neue Chef, der auch für eine attraktive Internetpräsenz gesorgt hat. Touristiker sind die Gäste, die nicht als Dauergäste auf dem Platz stehen, sondern für einen Kurzurlaub anreisen oder während des Urlaubs ein, zwei Tage in Eickum Station machen. "Gerade für diese Zielgruppe ist die Präsenz im Internet wichtig", sagt Hülsewig.

Ein beliebtes Ausflugsziel auch für Radwanderer ist das Restaurant mit Biergarten, das im Sommer täglich von 16 bis 23 Uhr, an den Wochenenden ab 11 Uhr geöffnet ist und von Helga und Christian Wetzel betrieben wird.

Längst erwarten die Gäste während der Sommerferien auch ein Angebot für Kinder, und so gibt es ein Ferienprogramm im Sommer, Mitmachzirkus oder einen Klettertag. All das ist längst nicht mehr der Nebenerwerb der Anfangstage. Hülsewig wird inzwischen von einem fest angestellten Platzwart und in der Hauptsaison von weiteren Hilfskräften unterstützt. Ein Einsatz, der sich lohnt: Das Pfingstwochenende war ausgebucht.

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.