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Laut Verbraucherzentrale senkt jedes Gras weniger auf dem Thermostat den Energieverbrauch um etwa sechs Prozent. - © dpa
Laut Verbraucherzentrale senkt jedes Gras weniger auf dem Thermostat den Energieverbrauch um etwa sechs Prozent. | © dpa

Energiekosten Richtig heizen: Was Zahlen und Symbole an der Heizung bedeuten

Wer den Regler an der Heizung zu hoch dreht, verbraucht unnötig viel Energie. Doch auch eine zu niedrige Gradzahl birgt Gefahren. So geht es richtig.

Jessica Eberle
15.10.2022 | Stand 15.10.2022, 07:12 Uhr

Wer richtig heizt, kann laut Verbraucherzentrale 10 bis 15 Prozent Energie sparen. In diesem Überblick haben wir die besten Tipps für Sie zusammengestellt: Wie Sie den Thermostat richtig einstellen, was die Symbole darauf bedeuten, welcher Raum auf welcher Stufe beheizt werden sollte und welche gefährlichen Folgen zu niedrige Raumtemperaturen haben können.

Das bedeuten die Zahlen und Symbole am Thermostat

Laut Verbraucherzentrale senkt jedes Grad weniger den Energieverbrauch um etwa sechs Prozent. Stufe 1 entspricht dabei etwa einer Temperatur von 12 Grad. Der Abstand zwischen einer Stufe beträgt dabei etwa 4 Grad, die kleinen Striche dazwischen markieren jeweils ein Grad. Auf die erste Stufe folgen: Stufe 2 (16 Grad), Stufe 3 (20 Grad), Stufe 4 (24 Grad) und Stufe 5 (28 Grad).

Auf vielen Modellen befinden sich zusätzlich zu den Strichen und Zahlen noch andere Symbole. Die Schneeflocke steht für die Frostschutzeinstellung. Die Einstellung schaltet sich bei niedrigen Temperaturen automatisch ein, damit die Heizung nicht einfriert, das Heizungswasser also nicht unter den Gefrierpunkt rutscht. Der Mond steht für die sogenannte Nachtabsenkung. Das entspricht einer Temperatur von 14 Grad, während das Sonnensymbol für die Tagestemperatur in Räumen steht, die etwa 20 Grad (Stufe 3) entspricht.

So heizen Sie ihre Räume richtig

Die Verbraucherzentrale empfiehlt unterschiedliche Temperatureinstellungen für verschiedene Räume, um effizient zu heizen. Im Wohnzimmer seien wohlige 20 Grad perfekt, im Schlafzimmer würden oft auch nur 18 Grad reichen, in weniger genutzten Räumen sogar 16 Grad. In der Küche reichen oft schon 18 oder 19 Grad, da Herd und Kühlschrank mitheizen würden.

Niedriger als 16 Grad sollte nicht über einen längeren Zeitraum geheizt werden, da sonst Schimmel drohe. Auch beim Beheizen von benachbarten Räumen ist Vorsicht geboten. Grundsätzlich sei das möglich. Kühle die warme Luft bei geöffneten Türen im Nebenzimmer ab, könne die Feuchte in die Wände eindringen. Es drohe Schimmelbildung. Wer in einem 150-Quadratmeter-Einfamilienhaus die Temperatur um ein Grad senkt, könne rund 115 Euro Gaskosten sparen, berichtet die Vailant Group auf ihrem Blog.

Richtiges Lüften hilft beim sparsamen Heizen

Laut Verbraucherzentrale lautet die wichtigste Regel in der Heizperiode: Mehrfach täglich stoßlüften statt dauerhaft kipplüften. Fenster sollten möglichst komplett für wenige Minuten geöffnet werden. So werde die Luft im Raum schnell ausgetauscht, ohne dass die Wände innen auskühlen würden.

Seien die Fenster wieder geschlossen, müsse die Heizung danach nur die frische Luft erwärmen, nicht die massiven Bauteile. Das gehe viel schneller und verbrauche deutlich weniger Energie. Noch schneller und sparsamer gehe der Luftaustausch vonstatten, wenn gegenüberliegende Fenster oder Türen gleichzeitig geöffnet werden würden, sodass ein Durchzug entstehe.

Für wen smarte Thermostate sinnvoll sind

Mit smarten Thermostaten lassen sich die Temperaturen der Heizung auch von unterwegs aus regeln. Wer nicht zuhause ist und vergessen hat, die Temperatur herunterzudrehen, kann das per App von zuhause aus tun. Die Ersparnis bei den Heizkosten hängt von den äußeren Umständen ab: Je schlechter gedämmt, desto höher falle die Ersparnis laut Stiftung Warentest aus. Investitionen, schätzt die Stiftung Warentest, könnten sich dann spätestens nach sechs Jahren gelohnt haben.