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„Da kimmt ma ned rauf": Welchem Irrtum die Einheimischen jahrtausendelang unterlagen, zeigen die Bauten oben auf dem Gipfel. Zwei Stunden nach diesem Foto haben auch wir es geschafft. - © Ludger Osterkamp
„Da kimmt ma ned rauf": Welchem Irrtum die Einheimischen jahrtausendelang unterlagen, zeigen die Bauten oben auf dem Gipfel. Zwei Stunden nach diesem Foto haben auch wir es geschafft. | © Ludger Osterkamp

Deutschland Hinauf wie vor 200 Jahren

Landvermesser Josef Naus war der erste namentlich bekannte Mensch, der auf Deutschlands höchsten Berg stieg. Dass das kein Spaziergang war, erleben wir auf seiner Originalroute.

Ludger Osterkamp
25.07.2020 | Stand 24.07.2020, 18:51 Uhr

Wenn man es genau nimmt, waren die Erstbesteiger der Zugspitze zwar mutige Männer, aber sie haben es versemmelt. Ihr Auftrag war eindeutig gewesen, und er kam direkt vom König. Maximilian I. hatte vom „Königlich Bairischen Topographischen Bureau" nichts weniger als Gewissheit verlangt: War dieser Berg da wirklich die höchste Erhebung seines Landes? Doch als Vermessungsingenieur Josef Naus und seine Mannen am 27. August 1820 um 11.45 Uhr nach langen Mühen den Westgipfel erreichten, konnten sie diesem Auftrag nicht nachkommen: Das schlechte Wetter verstellte jegliche für die Triangulation nötige Sicht. „Schon nach 5 Minuten wurden wir von einem Donnerwetter mit Schauer und Schneegestöber begrüßt und mussten unter größten Gefahren die Höhe verlassen", so notierte es Naus später in seinem Tagebuch. Es sei nur noch Zeit gewesen, „einen kurzen Bergstock mit einem rothen Sacktuch" ins Gipfeleis zu rammen, „zum Beweise, dass wir dagewesen".

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