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Am Freitag erscheint FIFA 20. Auch die Arminia-Profis sind dabei. - © Dennis Angenendt/futbin.com/Montage: Ahlers
Am Freitag erscheint FIFA 20. Auch die Arminia-Profis sind dabei. | © Dennis Angenendt/futbin.com/Montage: Ahlers

EA Sports "Es ist Wahnsinn": Glücksspiel für Minderjährige bei FIFA 20?

Am Freitag kommt FIFA 20 in die Läden. Dann beginnt auch wieder die Jagd nach den heiß begehrten Superstars.

26.09.2019 | Stand 26.09.2019, 13:52 Uhr

Köln (SID). Messi, Ronaldo, Neymar oder gar Matthäus, Maradona und Pele: Wenn am Freitag die beliebte Fußball-Simulation FIFA 20 in die Läden kommt, dann beginnt auch wieder die Jagd nach den heiß begehrten Superstars.

Köln (SID). Messi, Ronaldo, Neymar oder gar Matthäus, Maradona und Pele: Wenn am Freitag die beliebte Fußball-Simulation FIFA 20 in die Läden kommt, dann beginnt auch wieder die Jagd nach den heiß begehrten Superstars. Viele Jugendliche werden erneut Unsummen in sogenannte Packs investieren, um mit einer äußerst geringen Wahrscheinlichkeit eine Legende zu erhalten - und sich damit einen vermeintlichen Vorteil zu verschaffen. Schalke-Profi setzt Lootboxen mit Glücksspiel gleich Kritiker sehen in diesem Lootbox-System ein Glücksspiel für Minderjährige. "Es ist Wahnsinn!", sagte Schalke-Profi Tim "Tim Latka" Schwartmann: "Es ist im Prinzip mit Glücksspiel gleichzusetzen, wenn man Lootboxen kauft." Lootboxen erweitern laut Definition des Verbandes der deutschen Games-Branche (game), "die Möglichkeiten der Spieler mit virtuellen Gegenständen und Zusatzinhalten". Dem Positionspapier zufolge gebe es aber deutliche Unterschiede zu Glücksspiel-Mechanismen. Lootboxen würden "Sammelkarten-Spielen, Panini-Sammelbildern oder Überraschungseiern" entsprechen. Außerdem enthalten Lootboxen demnach "immer einen vorher genannten Umfang", der Spieler "erhält immer einen Gegenwert in Form virtueller Inhalte". Spielehersteller Electronic Arts (EA) schloss sich dieser Positionierung an. Allerdings bieten Stars wie Messi oder Ronaldo im Modus "Ultimate Team", in dem sich die Spieler ihre Mannschaft in einer Art digitalem Sammelkartenspiel individuell zusammenstellen, laut Latka einen spielerischen Vorteil. "Das ist so, als würde man mit Schalke gegen Real Madrid spielen", sagte der 21-Jährige. Jugendliche investieren drei- bis vierstellige Beträge Deshalb investieren Jugendliche oft drei- bis vierstellige Beträge, um sich den Traum von einer professionellen eSport-Karriere zu erfüllen. Während Profis ihr Investment durch Preisgelder aber oft wieder reinholen oder das Team finanziell hilft, macht ein Großteil der Spieler ein Minusgeschäft. Cihan Yasarlar, Profi bei RB Leipzig, gab einen Einblick: "Ich investiere in den ersten Tagen und Wochen mehrere Tausend Euro." Und: Es sei "absolut unmöglich", ohne Einsatz von Geld in die Weltspitze zu gelangen, sagte der 26-Jährige. Laut Latka besteht sogar die Möglichkeit, vierstellige Summen in das Spiel zu stecken und "noch immer nicht das Beste zu haben". Eine Einstufung der Lootboxen als illegales Glücksspiel - wie etwa in Belgien oder den Niederlanden - ist in Deutschland derzeit nicht in Sicht. Familienministerin Franziska Giffey (SPD) hatte in der Vergangenheit mehr Verantwortung der Spielehersteller im Sinne des Jugendschutzes eingefordert. DAK fordert Verbot von Lootboxen Etwa 72,5 Prozent der Jugendlichen in Deutschland spielen regelmäßig Computerspiele, davon legten rund 465.000 ein bedenkliches Verhalten an den Tag. Das ergab eine Studie der Krankenkasse DAK und des Deutschen Zentrums für Suchtfragen. Demnach bezahlten mehr als ein Viertel der Gamer zwischen zwölf und 17 Jahren im Halbjahr vor der Befragung für Extras in Spielen. "Durch die Tricks der Industrie finden viele Jugendliche kein Ende und verzocken Zeit und Geld", sagte DAK-Vorstandschef Andreas Storm. Er forderte ein Verbot von Lootboxen und Maßnahmen, um den "Glücksspielcharakter" von Spielen zu entschärfen. Denn "aus Spaß kann schnell Sucht werden", so Storm

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