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Der Eispanzer auf Grönland gilt aufgrund seines riesigen Volumens von drei Millionen Kubikkilometern als ein potenzieller sogenannter Kipppunkt im Erdsystem, sollte er wegen der Klimaerwärmung abschmelzen. - © David Goldman
Der Eispanzer auf Grönland gilt aufgrund seines riesigen Volumens von drei Millionen Kubikkilometern als ein potenzieller sogenannter Kipppunkt im Erdsystem, sollte er wegen der Klimaerwärmung abschmelzen. | © David Goldman

Klimawandel Klimaerwärmung schreitet in Zentralgrönland deutlich voran

Im Vergleich zum vergangenen Jahrhundert hat sich die Region in den Höhenlagen des massiven grönländischen Eisschilds bereits um anderthalb Grad erwärmt.

18.01.2023 , 17:00 Uhr

Bremerhaven (AFP). Die Klimaerwärmung in Grönland schreitet nach Erkenntnissen von Expertinnen und Experten deutlich voran. Der Zehnjahreszeitraum zwischen 2001 und 2011 sei in Nord- und Zentralgrönland die wärmste Dekade seit tausend Jahren gewesen, teilte das Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut (AWI) am Mittwoch unter Verweis auf in der Fachzeitschrift "Nature" veröffentlichte Forschungsarbeiten unter eigener Leitung mit.

Dabei wurden Temperaturen und Schmelzraten anhand von Eisbohrkernen bis zurück ins Jahr 1000 analysiert. Im Vergleich zum vergangenen Jahrhundert habe sich die Region in den Höhenlagen des massiven grönländischen Eisschilds bereits um anderthalb Grad erwärmt, teilte das AWI weiter mit. Der Eispanzer auf Grönland gilt demnach aufgrund seines riesigen Volumens von drei Millionen Kubikkilometern als ein potenzieller sogenannter Kipppunkt im Erdsystem, sollte er wegen der Klimaerwärmung abschmelzen.

"Die Erwärmung in der Phase zwischen 2001 bis 2011 setzt sich eindeutig von natürlichen Schwankungen der letzten tausend Jahre ab", erklärte AWI-Expertin und Studienerstautorin Maria Hörhold zu den Ergebnissen der Untersuchung der Eisbohrkerne. "Das haben wir angesichts der globalen Erwärmung zwar befürchtet, aber die Eindeutigkeit und Prägnanz ist unerwartet."

Laut AWI-Angaben steht der nachgewiesene Anstieg der Temperatur auf dem mehr als 3.000 Meter dicken Eisschild im Innern Grönlands auch im direkten Zusammenhang mit dem Schmelzwasserabfluss an den Küsten ins Meer. Die Forscherinnen und Forscher maßen demnach die Konzentration bestimmter Sauerstoffisotope im Eis, die je nach Temperatur variiert. Dem AWI zufolge entstand dadurch eine in der Qualität bislang unerreichte Langzeitanalyse.

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