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Viele Thermostate haben eine Einteilung von Stufe 1 bis 5. Zwischen den einzelnen Stufen sind noch einmal Striche angegeben, diese stehen jeweils für ein Grad. - © istock
Viele Thermostate haben eine Einteilung von Stufe 1 bis 5. Zwischen den einzelnen Stufen sind noch einmal Striche angegeben, diese stehen jeweils für ein Grad. | © istock

Umwelt Richtig heizen: So sparen Sie im Winter Energie und Geld

Heizen ist nicht nur teuer, sondern auch der mit Abstand größte Energieverbraucher und CO2-Verursacher. Wir geben Tipps, wie Sie möglichst nachhaltig heizen und dabei Geldbeutel und Umwelt schonen können.

Julia Fahl
17.10.2019 | Stand 14.10.2019, 17:09 Uhr

Bielefeld. Wenn draußen die Temperaturen sinken, gibt es nichts Schöneres als kuschelig warme Zimmer drinnen. Doch das Heizen verbraucht im Haushalt am meisten Energie: rund 70 Prozent unseres heimischen Energieverbrauchs, so das Umweltbundesamt. Hinzu kommt, dass der Anteil des CO2-Ausstoßes bei knapp 60 Prozent liegt. Heizen geht also nicht nur ins Geld, sondern verursacht auch wegen der noch immer weitgehend nicht erneuerbaren Energiequellen große Mengen an klimaschädlichem Kohlendioxid. Doch es gibt Möglichkeiten, den Energieverbrauch zu senken, gleichzeitig die Umwelt zu schonen – und dabei auch noch Geld zu sparen. Zur richtigen Zeit gut vorbereitet heizen Wie so oft kommt es auf das richtige Timing an. Je später wir mit dem Heizen beginnen und je früher wir damit aufhören, desto mehr Energie und Geld können wir sparen – logisch. Typischerweise sind die Temperaturen in Ostwestfalen-Lippe frühestens ab Oktober so niedrig, dass die Heizung zeitweise angestellt werden muss. Und ab Ende April ist Heizen meist nicht mehr notwendig. Zu Beginn der Heizperiode sollte die Heizung einmal gewartet und geprüft werden, empfehlen die Experten vom Umweltbundesamt. „Dazu gehört die Überprüfung, ob sich Luft in den Heizungsrohren und Heizkörpern befindet, ebenso wie die Überprüfung der richtigen Einstellung der Regelung." Regelmäßig sollten Heizkörper entlüftet werden. Denn Luft im System sorgt dafür, dass mehr Energie benötigt wird, um einen Raum zu heizen, so die Verbraucherzentrale NRW. Spätestens wenn Heizkörper ein gluckerndes Geräusch von sich geben oder trotz aufgedrehten Thermostatventils nicht mehr richtig warm werden, sollte die Luft über das jeweilige Entlüftungsventil mit einem Entlüfterschlüssel abgelassen werden. „Sowohl vor als auch nach einer Entlüftung sollte der Druck im Heizungssystem geprüft und gegebenenfalls Wasser nachgefüllt werden", rät die Verbraucherzentrale NRW. Die richtige Raumtemperatur „Jedes Grad Raumtemperatur mehr verteuert die Heizkostenrechnung", so das Umweltbundesamt in seinen Heiztipps – „um etwa sechs Prozent", konkretisiert die Verbraucherzentrale NRW. Im Wohnzimmer reiche meistens eine Temperatur von etwa 20 °C aus, in der Küche dank Herd und Backofen 18 °C, im Schlafzimmer sorgen 17 bis 18 Grad für einen guten Schlaf, im Bad darf es mit 22 Grad etwas wärmer sein. Kälter als 16 °C sollte es aber möglichst in keinem Raum werden, da sonst Schimmel droht. Das Thermostat am Heizkörper hilft, die richtige Raumtemperatur zu erreichen. Das bedeuten die Zahlen: Sternchen: ca. 5 °C, Frostschutz Stufe 1: ca. 12 °C Stufe 2: ca. 16 °C Stufe 3: ca. 20 °C Stufe 4: ca. 24 °C Stufe 5: ca. 28 °C Zwischen den einzelnen Stufen sind noch einmal Striche angegeben, diese stehen jeweils für ein Grad. „Ein Thermostatventil hält die Temperatur im Raum konstant", so das Umweltbundesamt. Je genauer es die Raumtemperatur einhalten kann, desto geringer sei der Energieverbrauch. Zum Aufheizen sollte das Ventil nicht auf die höchste Stufe, sondern immer auf die gewünschte Temperatur eingestellt werden, rät die Verbraucherzentrale NRW. „Der Thermostat öffnet automatisch die Leitung so lange, bis die Wunschtemperatur im Raum erreicht ist." Bewusster heizen Richtig heizen heißt oft: weniger heizen, oder zumindest bewusster. Auch wenn es im Winter draußen knackig kalt ist, muss es in der Wohnung nicht 24 Stunden lang wohlig warm sein. „Senken Sie die Raumtemperatur nachts oder tagsüber, wenn Sie einige Stunden lang nicht da sind, um einige Grad ab", empfiehlt das Umweltbundesamt. Am besten wird die Temperatur in Wohn- und Arbeitsräumen nachts um 4 bis 5 °C gesenkt. „Mehr sollte es nicht sein, da sonst zu viel Energie beim Wiederaufheizen benötigt wird." Moderne, programmierbare Thermostate können so eingestellt werden, dass sie zu bestimmten Tageszeiten die Raumtemperatur senken oder erhöhen. „Ihr Einsatz kann etwa 10 Prozent Energie sparen." Heizkörper freihalten Vorhänge vor den Fenstern sehen nett aus und sorgen für Gemütlichkeit. Verstecken sie aber auch die Heizkörper, können diese ihre Wärme nicht richtig an den Raum abgeben. „Die Heizenergie wird nicht voll ausgenutzt", warnt die Verbraucherzentrale NRW, Energie wird verschwendet. Deshalb gilt: Keine Vorhänge oder Möbel vor den Heizkörpern. „Die einfache Regel lautet, dass jeder Heizkörper gut zu sehen ist und die Raumluft ihn ungehindert umströmen kann." Ein Sofa zum Beispiel sollte in mindestens 30 Zentimetern Abstand platziert werden. Und: Heizkörper müssen sauber gehalten werden, denn auch Staub kann die Leistung mindern – und kostet dann bares Geld. Temperatur halten Ist eine wohlige Zimmertemperatur erreicht, ist es wichtig, dass diese Wärme bestehen bleibt. Richtig heizen bedeutet also auch, so wenig Wärme wie möglich entweichen zu lassen. „Schließen Sie nachts die Rollläden – so können die Wärmeverluste durch das Fenster um rund 20 Prozent verringert werden", rät das Umweltbundesamt. Geschlossene Vorhänge verstärken diesen Effekt und helfen, die Heizkosten klein zu halten. Türen sollten stets geschlossen sein, Fenster abgedichtet werden. Die Verbraucherzentrale NRW empfiehlt einen schnellen Test, um die Dichtheit der Fenster zu prüfen: „Klemmen Sie ein Blatt Papier zwischen Fensterrahmen und Fensterflügel ein. Falls sich das Papier bei geschlossenem Rahmen nicht herausziehen lässt, ist das Fenster an dieser Stelle dicht genug. Wiederholen Sie den Papiertest an mehreren Stellen." Das richtige Lüften gehört zum sparsamen Heizen Regelmäßiges Lüften in der Heizsaison ist unerlässlich, um die Feuchtigkeit in Wohnräumen zu verringern und eine gute Luftqualität zu gewährleisten, so das Umweltbundesamt. „Je kühler die Zimmertemperatur, desto öfter muss gelüftet werden, um eine Schimmelbildung durch Feuchtigkeit zu vermeiden." Richtiges Lüften spart sogar Energie. Die wichtigste Regel nennt die Verbraucherzentrale NRW: „Mehrfach täglich stoßlüften, nicht dauerhaft kipplüften." Denn durch gekippte Fenster wird die Luft im Raum kaum ausgetauscht, stattdessen kühlen nur die Wände aus. Öffnet man aber die Fenster stattdessen mehrmals am Tag für ein paar Minuten ganz, findet ein kompletter Luftaustausch statt und die Wände kühlen nicht aus. „Sind die Fenster wieder geschlossen, muss die Heizung danach nur die frische Luft erwärmen, nicht die massiven Bauteile." Wichtig: Vor dem Lüften die Heizkörper abdrehen und erst nach dem Lüften die Thermostate wieder öffnen.

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