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Federer schließt lebenslangen Vertrag mit Gerry Weber Open

VON JÖRG FRITZ
07.06.2010 | Stand 07.06.2010, 01:26 Uhr
Federer bindet sich lebenslang an Gerry Weber Open - © TENNIS
Federer bindet sich lebenslang an Gerry Weber Open | © TENNIS

Halle. Am Tag der Offenen Tür sorgten die Organisatoren der Gerry Weber Open für einen Paukenschlag. "Roger Federer unterzeichnet einen Lifetime-Vertrag mit uns", verkündete Gerry-Weber-Open-Turnierdirektor Ralf Weber in einem feierlichen Ton. Der Schweizer nickte zustimmend.

Der Inhalt klingt verheißungsvoll: Solange Federer auf der ATP World Tour spielen wird, wird er seine Wimbledon-Vorbereitungen stets bei den Gerry Weber Open in Angriff nehmen. "Eine bisher einmalige Sache im internationalen Tennis", schwärmte der Turnierdirektor.

"Wir heiraten ein bisschen", scherzte der 28 Jahre alte Eidgenosse, der noch lange nicht an ein Karriereende denkt. Bis Mitte 30 könne er sich vorstellen, auf hohem Niveau Tennis zu spielen, "wenn ich gesund bleibe", so seine Einschränkung. Schlechte Zeiten für die Organisatoren des im Londoner Ortsteil Queens liegenden Rasenturniers: Sie werden Federer ihren Fans nie mehr präsentieren.

Stolze Summe und Champagner

Das Erfolgsdoppel Weber/Federer schlug sich im Jahr 2000 ein, als Roger Federer erstmals beim "Wimbledon in Westfalen" antrat. Der Beginn einer "großen Freundschaft" (Federer) verzeichnete 2003 einen ersten Höhepunkt, als Federer in Halle den GWO-Titel gewann und im Anschluss daran auch in Wimbledon triumphierte. "Das war sicherlich für das Haller Turnier das Größte", sagte Federer. Und für ihn erst recht.

Roger Federer hat sich lebenslang an die Gerry Weber Open gebunden – sehr zur Freude von Turnierdirektor Ralf Weber (l.). - © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
Roger Federer hat sich lebenslang an die Gerry Weber Open gebunden – sehr zur Freude von Turnierdirektor Ralf Weber (l.). | © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE

Neben einer stolzen Summe für diesen lebenslangen Vertrag – über die Höhe vereinbarten beide Seiten Stillschweigen – bekam Federer noch eine 2000er Jahrgangsflasche Champagner von Ralf Weber überreicht. Ein lohnenswerter Abschluss für beide Seiten. Der Schweizer schätzt in Halle nicht nur die exzellenten Trainingsbedingungen. Vielmehr spricht ihn die familiäre Atmosphäre in der ostwestfälischen Kleinstadt an. "Am Samstag bin ich vom Centre Court zu den Trainingsplätzen gegangen. "Ohne Bodyguards", schränkte Federer ein. Diese Freiheit genieße er nur in seiner Wohlfühloase Halle.

Sportlich hingegen erlebte Roger Federer am "Hochzeitstag"einen leichten Rückschlag. Nach Rafael Nadals Triumph im Finale der French Open gegen Robin Söderling, wird Federer in der neuen Weltrangliste hinter dem Spanier nur noch an Position zwei geführt. Von Enttäuschung ist bei ihm jedoch keine Spur. "Mein Ziel ist, am Jahresende die Saison erneut als Weltranglistenerster zu beenden." Klare Worte des sechsmaligen Wimbledongewinners.

Auftritt im Doppel

Frühestens im Finale von Halle kann Federer auf Lleyton Hewitt treffen. Der Wimbledonsieger von 2002 feiert sein GWO-Debüt. "Muss das sein?", scherzte Federer: "Wir haben zum ersten Mal gegeneinander gespielt, als ich 15 war. Da habe ich einen Matchball abgewehrt und noch gewonnen. Seitdem waren unsere Spiele oft sehr eng." Bereits heute greift Federer zum Schläger und bestreitet mit Yves Allegro sein Doppel gegen Christopher Kas und Philipp Kohlschreiber.

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