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"Fans wollen Weltklasse sehen"

INTERVIEW: Für Turnierdirektor Ralf Weber ist Hewitt das neue GWO-Gesicht

05.06.2010 | Aktualisiert vor 0 Minuten
Gerry-Weber-Open-Turnierdirektor Ralf Weber hat kurz vor Turnierbeginn alle Hände voll zu tun. - © FOTO: WOLFGANG RUDOLF
Gerry-Weber-Open-Turnierdirektor Ralf Weber hat kurz vor Turnierbeginn alle Hände voll zu tun. | © FOTO: WOLFGANG RUDOLF

Halle. Mit Bedauern hat Ralf Weber, Turnierdirektor der Gerry Weber Open in Halle, auf das Viertelfinal-Aus von Roger Federer bei den French Open reagiert. Der Schweizer, der schon fünfmal in Halle siegte, ist vom 5. bis 13. Juni das sportliche Aushängeschild für die 18. Ausgabe des bedeutendsten Tennisturniers in Deutschland. Vor den ersten Ballwechseln sprach Jörg Fritz mit Ralf Weber.

Herr Weber, hat Roger Federers vorzeitiges Ausscheiden in Paris nicht ein Gutes für die Gerry Weber Open?
RALF WEBER: Roger hat jetzt die Möglichkeit, einige Tage mehr Ruhe zu finden. Er wird auf jeden Fall in bester körperlicher Verfassung bei uns aufschlagen, denn gerade die letzten Matches auf Sand sind immer kräftezehrender. Mit Roger habe ich schon hier in Halle gesprochen. Er ist bereits am Freitagnachmittag eingetroffen.

Federers Dreijahresvertrag mit Ihnen endet in diesen Tagen. Wird diese Vereinbarung verlängert?
WEBER: Ich habe mit Roger vor zwei Wochen in Paris über dieses Thema geredet. Seine Interesse zu verlängern ist vorhanden. Wir werden diese Gespräche in den nächsten Tagen mit seinem Management fortsetzen.
Nicolas Kiefer, Andreas Beck und Mischa Zwerew erhielten jeweils Wildcards. Warum nicht Julian Reister, der in Paris immerhin die dritte Runde erreichte?
WEBER: Wir mussten uns bereits vor den French Open entscheiden. Da Beck und Zwerew beim parallel stattfindenden Turnier in Queens im Hauptfeld hätten spielen können, bei uns aber nicht, haben wir uns zeitig für sie entschieden. Als deutsches Turnier sind wir daran interessiert, gute deutsche Spieler bei uns antreten zu lassen. Nicolas Kiefer ist ein ehemaliger GWO-Champion und durch Verletzungen in der Weltrangliste abgefallen, so dass er die dritte Wildcard erhält. Julian Reister bekommt dafür eine für die Qualifikation.

Lleyton Hewitt wird erstmals dabei sein. Welche Eigenschaften schätzen Sie an dem Australier?
WEBER: Wir wollten ihn schon vor Jahren verpflichten. Endlich hat es geklappt. Auf Rasen zählt er zu den Besten. Er hat vier Mal in Queens, ein Mal in Wimbledon und ein Mal in s’Hertogenbosch gewonnen und ist das neue Gesicht der Gerry Weber Open. Lleyton hat sich für zwei Jahre an uns gebunden. Somit haben wir neben ihm, Roger Federer und dem Spanier Juan Carlos Ferrero drei Spieler im Hauptfeld, die Weltranglistenerster sind oder waren.

Entsprach der bisherigen Kartenvorverkauf Ihren Erwartungen?
WEBER: Auf jeden Fall. Allerdings geht der Trend dahin, dass Tageskarten den Dauertickets den Vorzug gegeben werden. Bis heute haben wir 78.000 Tickets – 1.400 mehr als 2009 – verkauft.

Die Turniere in München und Düsseldorf waren von der Qualität des Teilnehmerfeldes und der Publikumsresonanz Misserfolge. Ist Tennis in Deutschland ein Ladenhüter?
WEBER: Keineswegs. Die Leute wollen nur Weltklasse sehen. Ranghöchster Spieler in Düsseldorf war die Nummer 17 der Weltrangliste. Viele Turniere entwickeln sich nicht weiter. Zudem wird die Infrastruktur nicht verbessert. Die Tennisfans wissen hingegen, dass sie in Halle auf ihre Kosten kommen. Wir bieten erstklassigen Sport mit unterhaltenden Elementen zu angemessenen Preisen. Dieses Konzept geht auf.

Mit dem Handball-Bundesligisten TBV Lemgo wurde kürzlich der Vertrag bis 2013 verlängert. Werden Sie sich auch wieder in das operative Geschäft des TBV einbringen?
WEBER: In der neuen Saison gehöre ich wieder dem Beirat an. Zumal sich die Gerry Weber AG beim TBV mit einer hohen Summe als Sponsor engagiert hat. Ich werde schon ein Auge auf die Verträge werfen.

Sind weitere Aktionen mit dem aktuellen Handball-Europapokalsieger geplant?
WEBER: 2011 wird der Verein 100 Jahre alt. Aus diesem Anlass wird vor Saisonbeginn im August ein internationales Turnier im Gerry-Weber-Stadion stattfinden. Neben Lemgo sind unter anderem bereits THW Kiel und Ciudad Real angefragt.

Das ZDF hat sich vom Boxen verabschiedet. Sie auch in Halle?
WEBER: Keineswegs. Es bestehen rege Kontakte zu Wilfried Sauerland und seinem Sohn. Von ihnen habe ich die mündliche Zusage, dass in diesem Jahr noch ein Fight bei uns stattfinden wird. Als Hauptkämpfer kommen der Bielefelder Marco Huck, WBO-Weltmeister im Cruisergewicht, oder aber Arthur Abraham in Frage. Auch Felix Sturm ist ein weiterer Kandidat. Der WBA-Weltmeister im Mittelgewicht liegt allerdings noch im Rechtsstreit mit seinem früheren Boxstall.
     

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