0

NW-Team Ötztaler Für Markus Spiekermann ist es der schönste Ötztaler

Seine größte Sorge stellte sich als unbegründet heraus

Markus Spiekermann
04.09.2015 | Stand 03.09.2015, 16:49 Uhr |

Es war mein siebter Ötztaler und es war der Schönste. Das Wetter – meine größte Sorge – war traumhaft. Mit den hohen Temperaturen bin ich gut zurecht gekommen, die atemberaubend eindrucksvolle alpine Bergwelt war wie eine fast schon kitschig hergerichtete Bühne für unser Ding. Es lief einfach rund für mich in jeder Phase des Marathons. Sturzfrei bis nach Ötz hinunter, durch das Inntal und den Brenner hinauf konnte ich gut in einer Gruppe mitrollen. Am Anstieg zum Jaufen hoch und schließlich auch beim Finale am Timmelsjoch war ich mir ziemlich sicher, gut in der Zeit zu liegen. Ich will nicht verhehlen, dass mich auch unser kleines „Rennen im Rennen“ um die interne NW-Teamwertung motivierte, wusste ich doch, wen ich schon alles hinter mir gelassen hatte. Die letzten 20 Kilometer bergab nach Sölden taten dann die Endorphine ihre Wirkung. Ich hätte pausenlos „Hurra“ rufen können – aber das wäre dann ja doch etwas unwestfälisch gewesen und hätte nicht zum Slogan auf meinem Trikot gepasst „Neue Westfälische...weil ich hier zuhause bin.“ Also lieber leise gefreut! Im Zielbereich wurde ich nicht nur von meiner lieben Frau, sondern von den Partnerinnen der übrigen Teammitglieder empfangen. Die Ankunft von Torsten, Christoph, Volker, Udo und Andreas schließlich habe ich ebenfalls miterleben können. Das waren fünf weitere große Portionen Begeisterung und Willkommensfreude.Bedauern für den nicht gestarteten Teamkollegen Also gar kein Wasser im Wein? Doch, natürlich habe ich Michael Luismeier bedauert. Zweifellos wäre er der Schnellste unter uns gewesen, hätte er nicht aus gesundheitlichen Gründe auf den Start verzichten müssen. So schade, dies wäre sicherlich auch sein Ötztaler gewesen. Obwohl Michael Dragu nicht gefinisht hat, gilt ihm aber mein allergrößter Respekt. Er hat sich einer Herausforderung gestellt, die ihm sicher nicht auf den Leib geschnitten ist. 195 Kilometer hat er sich unter Schmerzen bis zum letzten Anstieg gekämpft. Ich habe mich gut 9 Stunden anstrengen müssen, Michael war über 13 Stunden lang im Rennen und wurde am Ende des Tages um den Lohn all der Mühen gebracht. Als Sportler weiß ich, wie sehr das schmerzt.

realisiert durch evolver group