0

NW-Team Ötztaler Stephanie Jachmann dankt für die tolle Erfahrung

Das Finnisher-Trikot macht die Schmerzen erträglicher

Stephanie Jachmann
04.09.2015 | Stand 03.09.2015, 15:38 Uhr |

Liebe Leser/-innen meines „Tagebuchs“, es ist Montag, 31. 8. 2015: Mir tut alles weh – der Rücken, die Beine, die Arme, die Hände. Aber mein Finisher-Trikot, welches im Hotelzimmer über meinem Fahrrad hängt, macht die Schmerzen erträglicher! Es war ein Kampf vor allem am letzten Berg, dem Timmelsjoch. Schon oft hatte ich gehört, dass das Timmelsjoch „der Willensbrecher“ sein soll! Ich habe so viele Männer gesehen, die gelitten haben, die ihr Rad geschoben haben, die verzweifelt am Straßenrand saßen, im Schatten, mit schmerzverzehrten Gesichtern, der Besenwagen, der Leute abtransportiert hat, ich hab des Öfteren auch den Krankenwagen gehört – viele waren so sehr erschöpft und auch ich hatte am Fuße des Timmelsjoch kurz überlegt, ob ich mir die Qual wirklich antun will. Ich schätze meine Chancen ab und entschied mich dazu: „Aufgegeben wird nicht!“ Zum Glück hatte ich eigene Salztabletten dabei, die ich in stündlichen Abständen eingenommen hatte. Aus meiner beruflichen Tätigkeit weiß ich, dass bei Muskelkrämpfen die Gabe von Natrium, von Flüssigkeit und Bewegung das beste ist.28 Kilometer unaufhaltsam bergauf Das Timmelsjoch nahm und nahm einfach kein Ende. 28 Kolometer bergauf in einer Tour – da gehen einem viele Gedanken durch den Kopf, man führt nette Gespräche mit Leidensgenossen, man versucht irgendwie den Berg hochzukommen und man ist froh über jeden Kilometer, den man geschafft hat. Ich danke für diese tolle Erfahrung: 1. Der NW & Alpecin als Hauptsponsor. 2. meiner Familie, die mir die Zeit des Trainings eingeräumt hat. 3. Meinen Vereinskollegen des PSV Stukenbrock-Senne, die alle an mich geglaubt haben, die mir gute Ratschläge gegeben haben, die viele schöne Kilometer mit mir gefahren sind, die mich manchmal auch an meine Grenzen geführt haben, die mich animiert haben, schneller zu werden, die mich in ihren Windschatten genommen haben, um ein hohes Tempo mithalten zu können, die mir stets das Gefühl gegeben haben, stolz auf mich zu sein, dass ich den Ötztaler fahren werde. 4. Meiner Physiotherapeutin, die mir vor dem Ötztaler noch die Halswirbelsäule so einigermaßen gerichtet hat. 5. Meinen Arbeitskolleginnen und -kollegen, die meine Aufregung und mein Thema „Ötztaler“ in den letzten Wochen geduldig „ertragen“ haben und meinem Chef, der mir den ungeplanten Urlaub ermöglicht hat. 6. Den guten Worten der Sport-Wissenschaftlerin Frau Mommertz, die mir auf der Tour auch öfters in den Sinn kamen („Wenn Sie sich ein bisschen quälen wollen, werden Sie es schaffen“). 7. Maarten und Sarah vom Radhouse in Bielefeld, die sich um den technisch einwandfreien Zustand meines Cervelo R3 gekümmert haben. Es war schön und anstrengend, schön anstrengend also – und ob ich es nochmal mache? Heute würde ich sagen „vermutlich nicht“ – was ich aber übermorgen dazu sagen werde, weiß ich nicht...vielleicht doch! Aber nur, wenn es nicht regnet!

realisiert durch evolver group