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NW-Team Ötztaler Letzte Chance zur Bewerbung für das NW-Team Ötztaler

Der Weg zum wahren Helden

Torsten Ziegler
24.04.2015 | Stand 03.06.2015, 14:32 Uhr |

Bielefeld. Vorbereitung ist alles. Besonders bei Großprojekten. Doch Vorbereitung kann auch unerwünschte Wirkung erzielen. Zum Beispiel: Panik. Ich hatte mir jedenfalls gedacht, es sei eine gute Idee, bei unseren Partnern vom Ötztal Tourismus das Buch und die DVD zum Ötztaler Radmarathon zu bestellen. Ich wusste, dass das Wetter 2013 und 2014 mies war. Dass es speziell 2013 sooo schlecht war, weiß ich jetzt. Jan Ullrich, als kumpelhafter Promi ein beliebter Mitfahrer im Feld der Hobby-Fahrer, war nach eigener Aussage "schon in Innsbruck kurz davor, ein Taxi zu bestellen". Nach dem ersten von vier Pässen. Und überall Radfahrer, die ihre Zuckungen beim Kampf gegen Dauerregen und Kälte nicht mehr unter Kontrolle brachten. Später, auf der wärmeren und trockenen italienischen Seite, berlinerte ein Teilnehmer: "Det war echt heftich jewesen heute vormittag. Allet am Schlackern. Ick dachte, det wär mein Rad jewesen. Aber det war ick."   Immerhin 2.300 von mehr als 4.000 Startberechtigten haben 2013 das Ziel erreicht. Ullrich kam eine Stunde hinter der Spitze an. Jörg Ludewig, inzwischen Sportmarketingmanager bei der Bielefelder Dr.-Wolff-Gruppe (Alpecin, Linola), wurde Zweiter. "Die wahren Helden kommen erst noch", sagte der Ex-Profi aus Versmold im Ziel, "wir fahren da vorne Radrennen, den ganzen Tag Puls 160 oder mehr. Aber wie die da hinten frieren und gegen die Müdigkeit kämpfen, alter Schwede, das sind die wahren Helden." Wer will das nicht sein, ein "wahrer Held"? Meine Strategie sieht jetzt so aus: Die DVD lege ich für Phasen der Vorbereitung zurück, sollte ich mal übermütig werden. Und dann erwarte ich täglich meinen Trainingsplan für den Ötztaler von Stefan Zelle, Leiter des Radlabors in Frankfurt, bei dem ich eine Leistungsdiagnostik absolviert habe. Vorbereitung ist alles!

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