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Der Graf steht ohne "Unheilig" auf der Bühne. Nur von einem Piano und gelegentlich von einer Gitarre begleitet, kam seine markante Stimme gestern Abend besonders intensiv rüber. - © FOTO: SARAH JONEK
Der Graf steht ohne "Unheilig" auf der Bühne. Nur von einem Piano und gelegentlich von einer Gitarre begleitet, kam seine markante Stimme gestern Abend besonders intensiv rüber. | © FOTO: SARAH JONEK

GERRY WEBER OPEN Dem Grafen fast ganz nah

Der "Unheilig"-Frontmann sang gestern in intimem Rahmen in Halle / Private Fragen nicht erwünscht

15.06.2012 | Stand 15.06.2012, 13:40 Uhr

Halle (indy). Ein Klavier, eine Stimme. Seine Stimme: Der Graf, Frontmann der Band "Unheilig", trat gestern Abend nur mit Pianobegleitung in Halle auf. Echt, pur und nah war das, was sich wie ein Privat-Konzert in der Lounge des Sportpark Hotels anfühlte, aber in Wirklichkeit auf der großen Showbühne vor hunderten begeisterten Fans passierte. Doch zu nah darf man dem Grafen nicht kommen.

"Keine privaten Fragen und keine Fragen zu den Fotos in der Bild-Zeitung", lautete die klare Anweisung vorm Pressegespräch. Sonst würde der Termin sofort abgebrochen. Die "pikanten" Fotos, die vor einigen Tagen in dem Boulevardblatt erschienen sind, waren eigentlich unspektakulär: Der Sänger, wie er mit seiner "Gräfin" aus einem Porsche steigt. Der Sänger, wie er mit Brille in Jeans und T-Shirt durch seinen Heimatort schlendert. Spannend wurden sie nur deshalb, weil der Graf ein großes Geheimnis um seine wahre Identität macht. Nicht einmal sein Alter gibt er preis.

Im Gespräch öffnet er sich dann doch ein bisschen, für einen kurzen Moment, als er erklärt, warum er eben nicht privat sein möchte in der Öffentlichkeit. "Es ist für mich total wichtig, mich zurückziehen zu können", sagt er, "meine Ruhe zu haben, mein Umfeld, meine Familie, wo ich einfach ungestört bin. Wenn ich den schwarzen Anzug trage, bin ich als Der Graf unterwegs, der sein Privatleben aus der Öffentlichkeit heraushält. Dann, nur dann, bin ich für die Leute da."

Erfolg kam "sehr überraschend"

Der Erfolg sei für ihn, der die Band "Unheilig" bereits vor zwölf Jahren gründete, einfach "sehr überraschend" gekommen. Mit dem Rummel, mit den Auftritten, mit dem roten Teppich habe er erst lernen müssen umzugehen. Zudem seien wegen des Hits "Geboren um zu leben" viele Krankenhäuser und Hospize auf ihn zugekommen, baten um einen Besuch. "All das in seiner Gänze war schon schwer zu verarbeiten", sagt er, fängt an zu stottern, hängt, atmet, beginnt den Satz noch einmal. "Da brauchte ich die Lieder, um mir das von der Seele zu schreiben."

Diese Lieder präsentierte er gestern in Halle. Es sind die 16 Titel seines aktuellen Albums "Lichter der Stadt", seinem "musikalischen Tagebuch der letzten zwei Jahre". Als Zugabe performte der Graf den Song "Stark", der 2001 auf dem ersten Album "Phosphor" erschienen ist. Seine sonore Stimme, nur vom Klavier begleitet, das war tatsächlich "stark".

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