Damit es gut läuft: Für die Teilnehmer des Osterlaufes sind Anfeuerungsrufe der größte Ansporn. - © Marc Köppelmann
Damit es gut läuft: Für die Teilnehmer des Osterlaufes sind Anfeuerungsrufe der größte Ansporn. | © Marc Köppelmann

Paderborn Die beste Osterlauf-Party gewinnt

Ingo Kalischek

Paderborn. Wovon lebt der Osterlauf? Von seinen rund 450 Helfern, tausenden Läufern - und den Zuschauern am Rand. Sie peitschen die Athleten Jahr für Jahr nach vorne. Und sorgen so für eine einmalige Atmosphäre. Sogar kleine Partys werden am Streckenrand veranstaltet. Die Beste wird von einer Jury ausgezeichnet. Die Auswertung fand allerdings erst am Montagabend statt. Mit Warnblinklicht und wachsamen Blicken biegen Carsten Masurek und seine Jury-Kollegen in den Rotheweg ab. Es ist Vorsicht geboten, denn eigentlich sind auf dieser Strecke den Tag über mehrere Tausend Läufer unterwegs. Doch gerade ist es ruhig. Nach wenigen Metern erkennt man die ersten bunt geschmückten Vorgärten und winkende Menschen. "Hier ist die erste angemeldete Party", sagt Carsten Masurek. Fahnen und Banner des SC Paderborn, ein Grill sowie kühle Hopfengetränke prägen das Bild. Falk Wendler hat die Party organisiert und seine Freunde aus dem SCP-Fanclub eingeladen. "Hier wird es heute richtig abgehen", meint Gast Andreas. Gemeinsam wollen die Freunde die vorbeikommenden Läufer anfeuern und bis in den Abend feiern. Viel los ist am Mittag jedoch noch nicht. "Das kommt schon noch. Oft trudeln unsere Nachbarn ganz spontan ein", hofft Gastgeber Falk. Mit der eingetroffenen Jury um Carsten Masurek trinken die Männer ein obligatorisches Bier. Dann geht es an die Bewertung: Kriterien wie Lautstärke, Stimmung, Art und Umfang der Verpflegung oder Größe der Party muss die Jury ausfüllen. Der Gewinner erhält am Ende ein Überraschungsgeschenk. Auch eine Abschlussparty soll es geben. Angesprochen wurde Carsten Masurek von Christian Stork, dem Organisator des Paderborner Osterlaufs. "Da geht noch mehr", meinen die Jurymitglieder, als sie nach dem ersten Besuch wieder im Auto Platz genommen haben. Höflich empfangen werden sie nur wenige Meter weiter. Eine bunt gemischte Gruppe steht an der Straße und wartet auf die Teilnehmer des Osterlaufs. Als die ersten Athleten erscheinen, wird es laut. Mit Rasseln und einem Megafon peitschen sie die Läufer nach vorne. Diese strecken vereinzelt ihre Arme in die Luft und bedanken sich für die Unterstützung von der Seite. Mittendrin sind auch Anne Wieber und Mandy Luft. Es vergehen Minuten bis alle Läufer vorbei gezogen sind. Die ersten Bratwürste liegen bereits auf dem Grill, als die Jury bei der nächsten Party eintrifft. "Wir sind seit mehr als fünf Jahren hier", sagt Axel Herrmann. Anfänglich habe man die Läufer nur mit wenigen Leuten unterstützt. Mittlerweile sind es mehr als 20. Ein "Schönwetter-Zuschauer" ist Axel Herrmann nicht. "Wir haben hier auch schon bei Schnee gestanden." Nebenan spielt sogar eine Live-Band und sorgt für zusätzliche gute Laune. Auch ein Partyzelt wurde aufgebaut. "Dass die Menschen die Läufer unterstützen, ist eine hervorragende Sache", betont Carsten Masurek und ergänzt: "Die Zuschauer sind fest am Osterlauf beteiligt. Das ist eine tolle Geschichte. Die sollte man auch beibehalten", so Masurek. Mit seinen Jury-Kollegen muss er nun noch einige Partys abklappern. Die tolle Stimmung bestätigt auch Teilnehmerin Malin Bokel unmittelbar nach dem 5-Kilometer-Lauf: "Es war einfach eine richtig gute Atmosphäre. An allen Ecken wurde man angefeuert. Da fühlt man sich auch richtig gut."

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