Paderborn Tesfaye ganz locker über Paderborn nach Peking

10-Kilometer-Sieger will beim 70. Osterlauf dabei sein

Lacht trotzdem: Steffen Uliczka war mit seinem Lauf nicht zufrieden. - © Marc Köppelmann
Lacht trotzdem: Steffen Uliczka war mit seinem Lauf nicht zufrieden. | © Marc Köppelmann

Eine dicke Überraschung gab es beim Osterlauf im Rennen über 10 Kilometer: Mit Homiyu Tesfaye stand erstmals seit vielen Jahren wieder ein Deutscher ganz oben auf dem Treppchen. In 27:51 Minuten stellte der 22-Jährige nebenbei noch eine neue Weltjahresbestleistung auf, korrigierte seine persönliche Bestzeit um weit mehr als zwei Minuten nach unten und verfehlte den Uralt-Streckenrekord von Carsten Eich aus dem Jahr 1993 um lediglich vier Sekunden. Und das nur, weil Tesfaye nicht wusste, dass er so nah dran war am neuen Rekord. Kurzerhand entschied er also: "Ich komme nächstes Jahr wieder, dann klappt\'s mit dem Rekord."

Tesfaye, gebürtiger Äthiopier und 1.500-Meter-Spezialist der LG Eintracht Frankfurt, ging das Rennen verhältnismäßig gemächlich an, ehe er über die zweiten fünf Kilometer das Tempo anzog und sich schließlich mit einem starken Endspurt entscheidend vom favorisierten Kenianer Amos Mitei (27:55 Min.) und dem Überraschungsdritten Jesper van der Wielen aus den Niederlanden (28:16 Min.) absetzte. "Ich habe mich leicht gefühlt und wusste, dass ich sehr gut sprinten kann", sagte Tesfaye, der auch völlig außer Atem noch zu Scherzen aufgelegt war: "Am Ende war\'s ganz locker", meinte er und lachte.

Der Schützling von DLV-Trainer Wolfgang Heinig hat die Weltmeisterschaften Ende August in Peking fest im Blick. Und bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro möchte Tesfaye über die 1.500 Meter ebenfalls ein Ausrufezeichen setzen.

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Von der Olympia-Teilnahme träumt auch Steffen Uliczka, der noch im vergangenen Sommer über 3.000 Meter Hindernis gestartet war, nun aber auf die Marathondistanz umgesattelt hat. In Paderborn wollte der 30-Jährige vor dem Hamburg-Marathon Ende April seine Form testen, scheiterte dabei aber nach eigener Aussage und landete mit einer Zeit von 30:22 Minuten auf Platz 17. "Meine Beine waren schwer, ich habe wohl den Halbmarathon von Berlin noch nicht weggesteckt." Dass der Lauf nicht leicht werden würde, habe er relativ früh gemerkt. "Irgendwann wollte ich nur noch ins Ziel kommen", sagte Uliczka.

Bester Deutscher hinter Tesfaye wurde als 12. Julian Flügel von der TSG Roth. "Das war ein klasse Lauf und ich bin sehr zufrieden mit meinem letzten Test vor Hamburg. Ich wollte unter 30 Minuten laufen und das ist mir mit 29:40 gelungen."

Im Feld der Damen überquerte Sutume Asefa Kebede aus Äthiopien mit mehr als einer Minute Vorsprung auf die beiden Kenianerinnen Faith Chepkoech und Ivy Kibet die Ziellinie. Sie benötigte für zehn Kilometer 31:47 Minuten. Die deutsche Nachwuchshoffnung über 3.000 Meter Hindernis, Gesa Felicitas Krause, wurde in 33:26 Minuten als Sechste beste Deutsche (siehe Text rechts). Wenige Sekunden dahinter folgten ihre Kolleginnen von der LG Eintracht Frankfurt, Elina und Diana Sujew. Für Katharina Heinig, Tochter von Lauf-Legende Katrin Dörre-Heinig, reichte es zu Platz 11 (34:33 Min.).

Den Sieg beim Halbmarathon der Männer holte sich Yano Abraham aus Kenia. Mit 1:01:04 Stunden erzielte er die drittschnellste Zeit, die über diese Distanz je beim Osterlauf gestoppt wurde, und eine neue persönliche Bestzeit. Letztere stellten auch der Zweite, Temesgen Daba Ejerssa aus Äthiopien, und der Kenianer Bethwel Chemweno als Dritter auf. Bester Europäer war als Vierter der Schweizer Julien Lyon, der aufgrund einer Verletzung erst seit sechs Wochen wieder trainieren kann. "Nach zwei Kilometern habe ich gedacht, da geht was", sagte Lyon, der alleine auf der Strecke unterwegs war. Jede Menge ging auch für die deutsche Langstrecken-Spezialistin Sabrina Mockenhaupt. Hinter Siegerin Maryanne Wangari Wanjiru aus Kenia (1:11:10 Stunden) belegte sie beim Halbmarathon den zweiten Platz (siehe Text rechts). (kbz)

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