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Bei der Zielankunft strahlen Susanne Hahn und ihr Laufbegleiter Jürgen Austin Kerl um die Wette. - © FOTO: REINHARD ROHLF
Bei der Zielankunft strahlen Susanne Hahn und ihr Laufbegleiter Jürgen Austin Kerl um die Wette. | © FOTO: REINHARD ROHLF

Frauen-Power made in Germany

Mikitenko und Hahn sorgen für deutsche Siege / Kenias Männer dominieren

15.04.2009 | Stand 15.04.2009, 11:17 Uhr

Susanne Hahn (30) hat zwei Männer und steht auf lateinische Weisheiten. Irina Mikitenko (36) hat nur einen Mann. Ihr Alexander ist aber nicht nur ein guter Trainer, sondern auch ein passabler Masseur. Vor dem Start der derzeit weltbesten Marathonläuferin beim Paderborner Osterlauf über zehn Kilometer bekam die in Kasachstan geborene und seit 1996 in Deutschland lebende Mikitenko noch eine Spezialbehandlung für ihre anfällige Rückenmuskulatur.

Dieser Service verfehlte seine Wirkung nicht. Eine gute halbe Stunde später strahlte die nur 1,58 Meter große Läuferin nach ihrem überlegenen Sieg in 31:24 Minuten. Erst 62 Sekunden später erreichte Sally Barsosio (Kenia/32:26 Minuten) das Ziel. Dritte wurde Alice Mogire (Kenia/33:22 Minuten).

Aufmunterer bei Tiefpunkten

Nicht nur Irina Mikitenko ließ die deutschen Farben am Karsamstag in Paderborn aufleuchten. Auch Susanne Hahn sorgte für Frauen-Power made in Germany. Die Blondine mit dem Pferdeschwanz gewann souverän den Halbmarathon in 1:13:19 Stunde vor Irene Cherop (Kenia/1:14:12 Stunde) und Loise Kangogo (Kenia/1:14:54). Ehemann Frank, selbst ein ausgezeichneter Marathonläufer (2:29:33 Stunden), hatte die deutsche Marathonmeisterin des Jahres 2008 bestens für den Paderborner Osterlauf vorbereitet. Auf der Rundstrecke in der Paderstadt hieß Jürgen Austin Kerl ihr ständiger Begleiter, der als Tempomacher und "Aufmunterer bei Tiefpunkten" erneut einen wichtigen Anteil am Sieg der Saarländerin hatte.

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"De gustibus non est disputandum", lautet das aktuelle Monatsmotto der 30-Jährigen, das sie auf ihrer Homepage in lateinischer Sprache verkündet. "Die Geschmäcke sind unterschiedlich", lautet die freie Übersetzung dieser Lebensweisheit, die durchaus auch für den 63. Paderborner Osterlauf galt. Bei Temperaturen um 25 Grad Celsius stöhnten viele Zuschauer über die ungewohnte Hitze und erfreuten sich an mitgebrachten Erfrischungsgetränken. Andererseits gab es noch die große Schar der 8.113 Starter, – neuer Teilnehmerrrekord – die sich über die diversen Streckenlängen quälten.

Wer länger schläft muss weiter laufen

Diese Wetterbedingungen waren geradezu ideal für Kenias Männer. Peter Kamais siegte über 10 Kilometer in 28:16 Minuten. Über die längere Distanz gewann Stephen Koech (1:02:34 Stunde). Der 33-Jährige hatte zunächst den geplanten Start beim 10-Kilometer-Lauf schlichtweg verschlafen, musste dann zur Strafe einige Kilometer mehr absolvieren.

Irina Mikitenko, deutsche Leichtathletin des Jahres 2008, hatte bereits zur Hälfte ihres Rennens die Gegnerinnen aus Kenia abgeschüttelt und die restlichen fünf Kilometer im Alleingang bewältigt. Traurig am Ziel war sie eigentlich nur darüber, dass sie den Streckenrekord von Linda Cheriuyot (Kenia) aus dem Jahre 2002 nur um fünf Sekunden verfehlte. Ansonsten stimmt ihre Form nach einem vierwöchigen Trainingslager in Kirgisien. "Meine Paderborner Leistung ist ein Fingerzeig für London", sagte Irina Mikitenko in Anspielung auf ihre Teilnahme beim Marathon in der Themse-Stadt am 26. April.

Auch Susanne Hahn ist für ihr nächstes Ziel bestens gerüstet. Die aus Hildesheim stammende Läuferin startet am 3. Mai beim Düsseldorf-Marathon, um sich dort für die Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Berlin (15. bis 23. August) zu qualifizieren. Nach ihrem Triumph in Paderborn schien sie doch ein wenig geschafft zu sein. Ein lateinischer Spruch zu ihrer Meisterleistung wollte ihr partout nicht einfallen. "Alea iacta est" – die Würfel sind gefallen – würde eigentlich ganz gut zu der Vorstellung Hahns in Paderborn passen.
     

  

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