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Entscheidende Passage: An den Lämershagener Treppen hängt Rekordsieger Elias Sansar (vorn) seine Konkurrenten, hier Florian Reichert und Lukas Naegele, gerne ab.  - © Christian Lund
Entscheidende Passage: An den Lämershagener Treppen hängt Rekordsieger Elias Sansar (vorn) seine Konkurrenten, hier Florian Reichert und Lukas Naegele, gerne ab.  | © Christian Lund

Bielefeld Erst der Hermannslauf, dann die WM

Vorjahreszweiter Reichert startet für Deutschland beim Ultra Trail

Stephanie Fust
23.04.2015 | Stand 23.04.2015, 08:18 Uhr

Bielefeld. Er ist lang, aber nicht lang genug. Er ist bergig, aber nicht bergig genug, er ist landschaftlich schön, aber . . . - halt, stop! Schön genug ist der Hermannslauf aus Sicht von Florian Reichert allemal. Deshalb lässt es sich der Göttinger auch nicht nehmen, am Sonntag (11 Uhr) erneut in Detmold an den Start zu gehen. Wenngleich der Vorjahreszweite seine Saisonhöhepunkte an anderer Stelle gesetzt hat.

"Ich freue mich auf den Lauf, denn ich habe gut, viel und hart trainiert", sagt Reichert. Seine "recht gute körperliche Verfassung" ist aber keine Garantie, dass der 33 Jahre alte Gymnasiallehrer die 31,1 Kilometer durch den Teuto nach zwei zweiten Plätzen (2012 und 2014) jeweils hinter Rekordsieger Elias Sansar dieses Mal als Schnellster absolviert.

Im Gegenteil: Reichert hat seine Vorbereitung auf längere Distanzen mit deutlich mehr Höhenmetern als die 515 des Hermannslaufes abgestimmt und deshalb an Schnelligkeit eingebüßt. "Ich habe mich auf Marathon-Distanzen und darüber hinaus sowie auf die Berge fokussiert", erklärt der gebürtige Hannoveraner.

"Besserer Trainingslauf"

Den Hermannslauf will er als "besseren Trainingslauf" für sich nutzen. Denn drei Wochen später, an Christi Himmelfahrt, beginnt für den deutschen Vertreter des international zusammengesetzten Teams Arcteryx die Skyrunning-Saison mit dem ersten Rennen in Zegama. Der Marathon im spanischen Baskenland erstreckt sich auf 3.000 Höhenmeter und ist Teil einer renommierten Berglaufserie in Europa.

Seine Vielseitigkeit - Reichert läuft Bergmarathons, Crossrennen und Indoortrails - hat ihm im vergangenen Jahr die Tür zum internationalen Arcteryx-Team geöffnet. Für Reichert ein Glücksfall, zumal ihn Schulleitung und Kollegen in Göttingen dabei unterstützen. "Ich kann das machen, was mir Spaß macht: In den Bergen laufen und dabei auch noch diese tollen Landschaften und die Menschen dort kennenlernen", schwärmt der Lehrer für Englisch, Spanisch und Sport.

Einige Highlights hat der Langstreckler bereits erleben dürfen: Zegama- und Montblanc-Marathon (2013) sowie die Brocken-Challenge (80 km), die er in diesem Jahr in 6:33 Stunden erneut gewann und dabei seinen eigenen Streckenrekord um elf Minuten unterbot.

Im Nationalteam

Einen weiteren Traum erfüllt sich Reichert Ende Mai: Erstmalig ist er vom Deutschen Leichtathletik Verband (DLV) für die Weltmeisterschaft im Ultra Trail im französischen Annecy nominiert worden. Neben dem zweimaligen Hermannslaufsieger Marcus Biehl wird er die 85 Kilometer auf 5.500 Höhenmeter für Deutschland bestreiten. "Ich bin stolz darauf, es ins Nationalteam geschafft zu haben."

Beim Hermannslauf will sich Reichert nun die nötige Wettkampfhärte holen, wird sich also kaum schonen. Dabei dem achtmaligen Gewinner Elias Sansar ernsthaft Konkurrenz zu machen, sei nur ein Teil des Spaßes für ihn. In erster Linie gehe es ihm nicht darum, Jemanden zu besiegen, "sondern in einer tollen Umgebung mein Bestmögliches abzurufen."

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