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Sansar macht sich auf den Weg zum Hermannslauf-Rekord

Der Gewinn des achten Titels ist für den Detmolder Serienchampion eine besondere Motivation

VON STEPHANIE FUST
27.04.2014 | Stand 27.04.2014, 00:29 Uhr
Sansar auf dem Weg zum Hermannslauf-Rekord - © Hermannslauf
Sansar auf dem Weg zum Hermannslauf-Rekord | © Hermannslauf

Bielefeld. Elias Sansar wirkt entspannt. Von der starken Konkurrenz, die er bei seiner Titelverteidigung zu erwarten hat, lässt sich der Detmolder, nicht irritieren. Sansar geht mit dem Selbstbewusstsein von sieben Hermannslauf-Siegen sowie der Gewissheit einer durchdachten Vorbereitung (140 Kilometer pro Woche) an den Start am Hermannsdenkmal und hat sich vorgenommen, nur auf sich zu achten. "Über meine Konkurrenten will ich gar nicht nachdenken. Ich laufe mein eigenes Rennen", sagt der 34-Jährige von der LG Lage-Detmold.

Wenn sich Sansar am Sonntag um 11 Uhr auf den Weg zu seinem achten Triumph und damit zum alleinigen Rekordhalter macht - bisher teilt er sich dieses Status mit der Wolfsburgerin Liane Winter -, trifft er auf zwei bis drei Athleten, die ihm diesen Traum vermiesen könnten und auch wollen.

Florian Reichert machte Sansar bereits bei seinem Teuto-Lauf-Debüt vor zwei Jahren das Leben auf der Strecke mächtig schwer. Mit nur einer Minute und drei Sekunden Rückstand kam der Göttinger Gymnasiallehrer als Überraschungszweiter nach dem Hermannslauf-Spezialisten ins Ziel. Damals versprach er: "Ich komme wieder und dann möchte ich gewinnen." Das Vorhaben musste der 32-Jährige wegen einer Knieverletzung um ein Jahr verschieben, aber jetzt ist er bereit: "Ich will aufs Treppchen, welche Stufe es sein wird? Es bleibt spannend." Sansar habe Vorteile, weil die Hermannslaufstrecke quasi seine Hausstrecke sei, sagt der Bergläufer vom Team Arc'teriyx.

Elias Sansar hat viel Kraft und Zeit investiert, um seinen achten Sieg einzufahren. - © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
Elias Sansar hat viel Kraft und Zeit investiert, um seinen achten Sieg einzufahren. | © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE

Einer, der eine offene Rechnung mit Sansar zu begleichen hat, weil er 2013 kurzfristig wegen Windpocken absagen musste, ist Jonathan Wyatt (41). Der in Italien lebende Neuseeländer freut sich auf seinen verzögerten Besuch in Ostwestfalen-Lippe, läuft nach eigenen Angaben aber nur des Spaßes wegen. Was diese Worte aus dem Munde eines siebenfachen Berglauf-Weltmeisters bedeuten, wird wohl erst am Sonntag gewiss. Bei seiner Klasse spiele es auch keine Rolle, ob er die Strecke kenne, oder nicht, meint Sansar. "Sein einziger Nachteil könnte sein Alter sein."

Im besten Laufalter ist Henrich Kolkhorst. Der 25-jährige Rahdener mit Wohnsitz in Karlsruhe überraschte im vergangenen Jahr bei seinem vierten Start in 1:49:03 als Vierter. Nach einer erfolgreichen Triathlonsaison, die in die Qualifikation für den legendären Ironman Hawaii mündete, konnte er aber "berufsbedingt wenig trainieren". Kolkhorst, der für die Karlsruher Lemminge startet, wird nach eigener Aussage nicht im Bereich seiner letztjährigen Zeit landen.

Ob Reichert, Wyatt oder auch der Vorjahresfünfte Timo Grub aus Münster - alle haben das Zeug, den Serien-Champion Sansar auf dem Weg ins Geschichtsbuch aufzuhalten. Wenn dieser bei dem Spektakel vor der eigenen Haustür nicht immer besondere Kräfte mobilisieren würde. "Der achte Sieg wäre großartig", sagt Sansar voller Vorfreude.

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