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Florian Reichert, hier auf dem Weg zum Gipfel des Mont Blanc, dürfte beim Hermannslauf am Sonntag als einer der Ersten im Ziel an der Sparrenburg sein. - © FOTO: PRIVAT
Florian Reichert, hier auf dem Weg zum Gipfel des Mont Blanc, dürfte beim Hermannslauf am Sonntag als einer der Ersten im Ziel an der Sparrenburg sein. | © FOTO: PRIVAT

Auf die harte Tour beim Hermannslauf

Mitfavorit Reichert startet im Teuto trotz Sturzverletzungen

VON STEPHANIE FUST
25.04.2014 | Stand 27.04.2014, 00:28 Uhr

Bielefeld. Fast wäre er auch in diesem Jahr unerfüllt geblieben, der Wunsch nach der zweiten Hermannslauf-Teilnahme. Doch der Trainingssturz im Osterurlaub in den USA ging glimpflicher aus als zunächst angenommen. So ist Mitfavorit Florian Reichert, 2012 Zweiter hinter Seriensieger Elias Sansar, guter Dinge, dass er am Sonntag erneut den Sprung aufs Podium an der Sparrenburg schafft. "Eine gute Form ist nicht in zwei Wochen wieder verloren", meint der Göttinger Gymnasiallehrer.

Reichert hatte in den Osterferien seine Freundin in Boulder/Colorado besucht. Direkt am ersten Tag nach der Ankunft begann er in der Höhe mit einem lockeren Trainingslauf und stürzte dabei ungebremst aufs Gesicht, so dass er mit einer Gehirnerschütterung sowie sieben abgebrochenen Zähnen in der Notaufnahme landete. "Ich weiß auch nicht, wie das passieren konnte. Ich habe kurzzeitig das Bewusstsein verloren, vielleicht lag es an der Höhe, Boulder liegt auf 2.000 Metern, in Kombination mit dem Jetlag", vermutet Reichert.

Mittlerweile kann der erfahrene Bergläufer über dieses Missgeschick lachen, denn der Sturz blieb ohne gravierende Folgen hinsichtlich seiner sportlichen Ambitionen. Lediglich beim geplanten Höhentraining in Boulder musste er kürzertreten. Seinen Start beim Hermann sah er schon kurz nachdem er das Krankenhaus verlassen hatte nicht mehr gefährdet. "Ich freue mich sehr auf den Lauf, denn ich habe die Atmosphäre an der Strecke vor zwei Jahren sehr genossen." 2013 musste der 32-jährige wegen einer Knieverletzung passen.

Jetzt aber kehrt Reichert nach Ostwestfalen zurück – und das stärker denn je. Er habe gut trainiert und hoffe, die Zeit aus dem ersten Lauf (1:48 Stunden) wiederholen zu können, sagt Reichert, der im vergangenen Jahr auf die schweren Bergläufe umgestiegen ist. Beim legendären Mont-Blanc-Marathon in den französischen Alpen nahm er es mit der Konkurrenz von 2.000 Läufern aus aller Herren Länder auf und kam auf Anhieb in 3:55:45 Stunden als Neunter ins Ziel. Und mit seinem international besetzten Team Arc’terix, dem neben ihm ein Kanadier, ein US-Amerikaner, ein Franzose, ein Italiener und ein Engländer angehörten, belegte er sogar den ersten Platz.

Wer 42 Kilometer am Mont-Blanc, 2.500 Höhenmeter rauf und 1.500 wieder runter rennt, für den dürften die 31,1 Kilometer durch den Teuto ein Klacks sein. "Sicher ist das kein Vergleich, bei dieser Skyrunning World Series starten die weltbesten Bergläufer, aber den Hermannslauf ordne ich auch in die Kategorie ’extrem schwerer Berglauf’ ein", versichert Reichert. Der Hermann habe andere Tücken, schwierig seien für ihn nicht die Anstiege, sondern die langen, ermüdenden Bergab-Passagen zu Beginn.

Auch wenn der Teutolauf nicht zu seinen Saison-Höhepunkten zählt – das soll erneut der Mont-Blanc-Marathon sein. So nimmt der diesjährige Sieger der Brocken-Challenge, ein Ultra-Marathon von Göttingen bis zum Brocken im Harz, den Hermann sehr ernst. "Ich will mich teuer verkaufen."

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Zwei Hermannslauf-Songs nur im Netz

K. Bischof war überrascht, als er in dieser Zeitung über Hermannsläufer Thorsten Krüger und seinen eigens komponierten Elektropop-Song zum Teutolauf las und der Möglichkeit, dass dieser am Sonntag im Start- und Zielbereich gespielt werde. Der Westfale selbst hatte bereits im November 2013 die Melodie zum Titel "Wir sind die Läufer vom Hermannslauf" komponiert und dem Ausrichter-Verein TSVE 1890 Bielefeld vorgestellt. "Hier war man allerdings der Meinung, dass man für den Lauf keinen Titel benötige", erklärt Bischof.
Idee und Text stammen von dem Bielefelder Läuferpaar Rosi Scheffer und Manfred Friedrich. Die beiden TSVE-Mitglieder würden sich freuen, wenn auch ihr Lied zur guten Stimmung am Sonntag beitragen könnte. Daraus wird nun leider nichts. Denn auch Thorsten Krüger hat mittlerweile eine Absage von den TSVE-Verantwortlichen erhalten. Die Begründung: Eine kommerzielle Unterstützung werde abgelehnt. Beide Songs stehen aber ab sofort für Interessierte auf nw-news.de zum Download bereit.

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