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Schnelles 10-Kilometer-Rennen krönt Paderborner Osterlauf

Hitzeschlacht mit Teilnehmerrekord

26.04.2011 | Stand 26.04.2011, 13:57 Uhr
Siegerpose von Sammy Korir aus Kenia. Mit einem satten Vorsprung von 35 Sekunden auf seinen Landsmann Isaac Arusei siegte er im Halbmarathon des Paderborner Osterlaufes. - © FOTO: REINHARD ROHLF
Siegerpose von Sammy Korir aus Kenia. Mit einem satten Vorsprung von 35 Sekunden auf seinen Landsmann Isaac Arusei siegte er im Halbmarathon des Paderborner Osterlaufes. | © FOTO: REINHARD ROHLF

Paderborn. Ob der stolzen Rekordzahl von 8.262 Teilnehmern strahlte das Orga-Team mit der Sonne um die Wette. Alle Akteure genossen die großartige Stimmung bei der 65. Auflage des Paderborner Osterlaufes. Viele stöhnten aber auch unter den sommerlichen Temperaturen um 25 Grad Celsius, die Streckenrekorde verhinderten. Doch das Highlight, der 10-Kilometer-Lauf mit fast 3.000 Finishern, bot Spannung und erstklassige Leistungen.

Zur Halbzeit schien noch ein Top-Ergebnis unter 28 Minuten möglich. In 13:56 passierte das Führungstrio die 5-km-Marke. Mit dabei zwei junge Kenianer, die im Sommer 2010 fabelhafte Bahn-Bestzeiten über 5.000 Meter erzielt hatten: Jacob Cheshari (12:59,72 Min.) und Titus Mbishei (13:00,04). Ihr Herausforderer, der gerade 19 Jahre alt gewordene Thomas Ayeko, vertrat Uganda. Als frische Empfehlung brachte er den im März errungenen WM-Juniorenvizetitel im Crosslauf mit.

Mitfavorit Cheshari, sechs Tage zuvor in Würzburg mit 27:57 Min. gestoppt, verlor den Anschluss. Und so wurde der Sieg in einem Zielgeradenduell zwischen Ayeko und Mbishei entschieden. Letzterer, aufgewachsen im Gebiet des 4.300 Meter hohen Mount Elgon, setzte sich in 28:03 Minuten mit einer Sekunde Vorsprung durch und gab dann freundlich Auskunft über seinen bislang größten Erfolg: "Bei der Junioren-WM 2008 habe ich die Silbermedaille über 10.000 Meter gewonnen."

Eine Zeit nah am deutschen Rekord

Erstaunlich genug. Denn da war Titus Mbishei gerade mal 17 Jahre jung und lief mit 27:31,65 Min. bereits eine Zeit, die nahe an Dieter Baumanns deutschem Rekord liegt. Zum schnellsten Deutschen avancierte Samstag André Pollmächer (28), der als Elfter zwar eine zweistellige afrikanische Phalanx vor sich hatte, mit 29:25 Min. aber Christian Glatting unerwartet klar distanzierte. "Ich arbeite am Projekt London 2012", nannte der Wahl-Düsseldorfer sein Ziel.
Schon 2006 wurde er EM-Siebter über 10.000 Meter, steigerte sich ein Jahr später auf 27:55,56 Min. und wurde Europacupsieger. Sein Repertoire reicht von der 1.500-m-Mittelstrecke (3:43,65 Min.) bis zum Marathon (2:13:09 Std.). "Er hat Paderborn genutzt, seine Nominierungschance für den Europacup in Oslo gegenüber Glatting zu verbessern", urteilte der sportliche Leiter des Osterlaufs, Christoph Kopp.

Im nicht minder hochkarätig besetzten Frauenrennen machten drei Kenianerinnen die Medaillen unter sich aus: Emily Chebet, Crosslauf-Weltmeisterin 2010, contra Doris Changeywo und Esther Chemtai, die in Würzburg mit 31:26 und 31:27 Minuten den zweiten und dritten Platz der aktuellen Weltjahresbestenliste eroberten. Top-Ten-Qualität hat auch Changeywos Paderborner Siegerzeit von exakt 32 Minuten.

Von Emily Chebet trennten Sabrina Mockenhaupt am Ende nur zwei Sekunden, sie erreichte die mit Abstand beste deutsche Platzierung beim Osterlauf 2011. Ostwestfalens Nummer eins war Silvia Krull (LG Lage-Detmold) auf Platz 17. "37:26 Minuten bei diesen Bedingungen sind super für mich", freute sie sich. Kürzlich hatte sie überraschend den Bonn-Marathon vor einer Kenianerin gewonnen und sich mit 2:47:11 Stunden vorerst an die zweite Stelle der deutschen Jahresbestenliste gesetzt.

Er bezwang ihn um 35 Sekunden

Zwei Marathon-Legenden aus Kenia präsentierte der Halbmarathon. Dennoch blieb die längere und bei der Hitze auch strapaziösere Distanz im Schatten des "Zehners". Immerhin, mit dem 39-jährigen Sammy Korir (1:03:15 Std.) siegte ein Läufer, der 2003 in Berlin mit 2:04:56 Std. in den Marathon-Olymp aufgestiegen war. Er bezwang Isaac Arusei um 35 Sekunden. Der leider verletzt angetretene Titelverteidiger und Streckenrekordler Charles Maina ("Schon Montag fliege ich nach Kenia zurück") musste sich mit Rang elf begnügen.

Bei den Frauen sprang für Äthiopien ein Doppelsieg durch Jungtalent Abebech Afework (20) und die erfahrene Asha Gigi (37) heraus. Der früheren New-York-Marathonzweiten Susan Chepkemei (Bestzeit 2:21:46 Std.) blieb nur der Bronzerang.

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