0
Pressekonferenz - © Foto: Arne Dedert/dpa
Christian Seifert, Sprecher des Präsidiums der DFL Deutsche Fußball Liga e.V., spricht im Anschluss an die DFL-Mitgliederversammlung auf einer Pressekonferenz. | © Foto: Arne Dedert/dpa

Arminia Bielefeld DFL stellt neues Verteilschema für TV-Gelder vor - "Spreizung wird abnehmen"

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert rechnet angesichts der Corona-Krise mit Milliardenverlusten für die Bundesliga. Zugleich wurde am Montag das neue Verteilschema fürs Fernsehgeld vorgestellt.

07.12.2020 | Stand 07.12.2020, 17:24 Uhr

Frankfurt/Main. DFL-Geschäftsführer Christian Seifert rechnet angesichts der Corona-Krise mit massiven Verlusten für die Fußball-Bundesligisten. Das neue TV-Geld-Verteilschema soll dies berücksichtigen und die Umsätze mit den Ausstrahlungsrechten etwas gerechter verteilen als bislang.

Einschließlich der vergangenen Saison werden die Vereine bis zur Spielzeit 2021/22 etwa zwei Milliarden Umsatzverlust machen, wie Seifert bei einer Pressekonferenz der Deutschen Fußball Liga in Frankfurt sagte. "Letzte Saison war bestenfalls ein laues Lüftchen, jetzt aber kommt der Sturm." Seifert erklärte weiter: "In dieser Saison müssen wir nahezu mit einem Gesamtausfall der Zuschauereinnahmen rechnen." Das entspreche einem Verlust von 650 Millionen Euro.

Seifert kritisiert: Klubs haben zu wenig eingespart

Die Bundesliga-Clubs hat Seifert gemahnt, die Spielergehälter in der Corona-Krise zu senken. "Der ein oder andere Club wird auch weiter an seiner Kostenbasis arbeiten müssen. Ich habe jetzt die Bilanz gesehen", sagte Seifert nach der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga in Frankfurt/Main und kritisierte: "Einige Clubs haben zu wenig an der Front der Spielergehälter gemacht."

Derzeit finden nur Geisterspiele ohne Zuschauer statt. Der Einbruch auf dem Transfermarkt werde zwischen 250 bis 300 Millionen Euro betragen, sagte Seifert weiter. Der Umsatzverlust für die Saison 2020/2021 liege damit etwa bei einer Milliarde Euro.

Die TV-Milliarden werden künftig etwas gleichmäßiger unter den 36 Clubs der Bundesliga und 2. Liga verteilt. Bei der Neuregelung des Verteilerschlüssels der rund fünf Milliarden Euro an Vermarktungs-Einnahmen wolle die Deutsche Fußball Liga in den kommenden beiden Spielzeiten vor allem die Auswirkungen der Corona-Pandemie abfedern, sagte Christian Seifert. In den beiden Jahren danach solle dann der Leistungsgedanke, die Nachwuchsförderung und das Interesse an den jeweiligen Clubs etwas stärker gewichtet werden.

53 Prozent der nationalen Einnahmen werden gleich verteilt

Basis für die Ausschüttung aus der Vermarktung der nationalen Medienrechte in den Spielzeiten 2021/22 bis 2024/25 ist ein neues Vier-Säulen-Modell. Die Kategorie "Gleichverteilung" macht in den ersten beiden Jahren 53 Prozent der Einnahmen aus, danach sind es noch 50 Prozent. Die Leistung der vergangenen fünf Spielzeiten wird zunächst mit 42 Prozent, dann mit 43 Prozent gewichtet. Die Restsumme speist sich laut DFL aus den Säulen "Nachwuchs" und "Interesse".

Auch die internationalen Erlöse werden nach einem neuen Schlüssel verteilt, der den jüngsten Streit unter den Clubs beenden soll. "Die Spreizung wird garantiert abnehmen im nationalen und internationalen Bereich", sagte Seifert. So soll der Faktor, der zwischen den Einnahmen des Bundesliga-TV-Krösus FC Bayern und dem Letzten der Fernsehgeld-Tabelle Arminia Bielefeld von 3,8 auf etwa 2,9 absinken.

Links zum Thema
DFL-Struktur
DFL-Präsidium
DFL-Mitteilung zu Investoren
Bundesliga International

Mehr zum Thema

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

Kommentar abschicken
Newsletter abonnieren

NW Newsletter - die wichtigsten News

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

© Zeitungsverlag Neue Westfälische GmbH & Co. KG