Vierte - © Foto: Sven Hoppe
Wechsel zwischen Denise Herrmann und Erik Lesser. | © Foto: Sven Hoppe

Premiere bei Biathlon-WM Herrmann und Lesser bei Single-Mixed-Staffel Vierte

Östersund - Auch die letzte Schnellfeuereinlage von Erik Lesser reichte nicht, am Ende fehlten zehn Sekunden zu Bronze.

Bei der WM-Premiere der Single-Mixed-Staffel mussten sich Lesser und Verfolgungs-Weltmeisterin Denise Herrmann bei der Biathlon-WM im schwedischen Östersund mit dem undankbaren vierten Platz zufrieden geben. «Wir haben keinen schlechten Job gemacht, wenn wir Vierter sind. Ich bin sehr zufrieden», sagte Lesser.

Während der Schnellschütze bei seinen vier Schießeinlagen fehlerfrei geblieben war, brauchte Herrmann sechs Extra-Patronen. «Für eine Medaille waren es ein, zwei Nachlader zu viel. In dem Feld darf man sich keinen Nachlader leisten», bekannte die frühere Langläuferin. In der Loipe konnte die Sächsin problemlos mithalten, aber am Schießstand verlor sie die entscheidenden Sekunden. «Die räuchern da neben dir die Schüsse raus, dass es nur so knallt. Da ist man mehr unter Stress», sagte Herrmann.

Damit bleibt es dabei: Bisher konnte noch kein deutsches Duo eine Single-Mixed-Staffel gewinnen. «Das war dennoch eine sehr gute Leistung von den Beiden. Das war tadellos. Es entscheiden Nuancen, deswegen sind wir aber nicht unzufrieden mit der Platzierung», sagte Bundestrainer Mark Kirchner.

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So trugen sich die Norweger Marte Olsbu Röiseland und Johannes Thingnes Bö als Premieren-Weltmeister in die Biathlon-Annalen ein. Auch sie leisteten sich sechs Nachlader, hatten aber am Ende 13,4 Sekunden Vorsprung vor den Italienern Dorothea Wierer und Lukas Hofer (fünf Nachlader). Rang drei sicherten sich die Schweden Hanna Öberg und Sebastian Samuelsson (acht Nachlader/+ 20 Sekunden). 10,5 Sekunden fehlten dem deutschen Duo zur Bronzemedaille.

Eingeführt wurde das Single-Mixed auch, um schwächeren Nationen mit wenigen Top-Athleten eine WM-Medaillen-Chance zu geben. Doch bei der Premiere auf großer Bühne «hat heute jedes Team voll aufmunitioniert mit der besten Mannschaft», erklärte Lesser.

Herrmann erfuhr am Vortag drei Tage nach ihrem ersten WM-Titel von ihrem Einsatz. Dabei ist der neue Wettbewerb sehr schießlastig und bevorteilt schnelle, sichere Schützen. Das ist Herrmann gut drei Jahre nach ihrem Umstieg vom Langlauf zum Biathlon aber noch nicht.

«Da muss ich mich noch verbessern», sagte Herrmann, die immer wieder ihren Rückstand auf der Strecke aufholte: «Ich habe mein Heil in der Flucht gesucht.» Dann aber - im Vergleich zur Konkurrenz - brauchte sie zu lange beim Schießen. «Und auf den kurzen Laufstrecken kann man nicht mehr so viel gut machen.»

Einen Tag nach Einzel-Gold seines Zimmerkollegen Arnd Peiffer, bei dem Lesser durch seinen einzigen Fehler im letzten Schießen Silber aus der Hand gegeben hatte, war der Thüringer hoch motiviert. Nach weiteren Nachladern von Herrmann ging der 30-Jährige als Vierter 14,5 Sekunden hinter Norwegen in seinen zweiten Rennabschnitt. Weil aber die Konkurrenz beim finalen Schießen nicht entscheidend patzte, war Lessers finale Schnellfeuereinlage zu wenig. Zwar hatte er mit knapp sieben Sekunden Rückstand auf Samuelsson am steilen Anstieg noch Hoffnung auf Bronze, «weil er nicht mehr so frisch aussah. Aber ich habe dann später gemerkt, dass es nicht mehr reicht».

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