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Startschuss: Hauptsponsor Christian Buske, Geschäftsführer von Plasmatreat (l.), und die Kinderkrankenschwestern Karola Skrzyppek (2.v.l.) und Katharina Engel (r.) nehmen Fahrer und Besucher in ihre Mitte. Von links: Johannes Harms, Michael Schenk, Jannik Tautz, Carina Rudigier, Heiko Schröder, Fiete Liermann, Anna Entleitner, Nils Petermann und Elias Kerber. - © Andreas Zobe
Startschuss: Hauptsponsor Christian Buske, Geschäftsführer von Plasmatreat (l.), und die Kinderkrankenschwestern Karola Skrzyppek (2.v.l.) und Katharina Engel (r.) nehmen Fahrer und Besucher in ihre Mitte. Von links: Johannes Harms, Michael Schenk, Jannik Tautz, Carina Rudigier, Heiko Schröder, Fiete Liermann, Anna Entleitner, Nils Petermann und Elias Kerber. | © Andreas Zobe

Radsport Team aus Steinhagen sammelt Höhenmeter für todkranke Kinder

Torsten Ziegler
07.03.2019 | Stand 07.03.2019, 17:53 Uhr

Steinhagen. Acht Schmetterlinge sollten aufs Trikot. Doch als David Buske die von den todkranken Kindern gemalten Bilder auf dem Tisch hatte, brachte er es nicht übers Herz, auch nur ein einziges auszusortieren. Die Begeisterung der kleinen Künstler sprach aus jedem Werk. Und so zieren nun 35 kunterbunte Schmetterlinge das Trikot des Teams Plasmatreat.

Der Schmetterling ist das Symbol der Station mit der etwas sperrigen Bezeichnung: Spezialisierte, ambulante Palliativversorgung (SAPV) für Kinder und Jugendliche des Kinderzentrums Bethel. Sie wird in diesem Jahr vom Steinhagener Radteam unterstützt. Das Konzept: Eine aus vier Fahrern gebildete OWL-Auswahl, ergänzt um zwei Athleten vom Hauptsponsor und zwei Fahrerinnen aus Österreich, rührt mit ihren sportlichen Aktivitäten die Werbetrommel für die gute Sache. In der letzten Saison kam auf diese Weise ein Spendenvolumen von mehr als 4.000 Euro für die DKMS (Deutsche Knochenmarkspender-Datei) zusammen.

„Das wollen wir in diesem Jahr toppen", sagt Teammanager David Buske, der das Motto der Station für das Team übernommen hat, „weil’s so gut passt". Es lautet: „Der Weg nach Hause". Denn darum geht’s in der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen: Drei Ärzte und fünf Kinderkrankenschwestern betreuen mit Unterstützung zahlreicher Ehrenamtlicher zwischen 40 und 50 Familien in OWL und ermöglichen diesen, trotz der pflegeintensiven Erkrankungen Zeit in den eigenen vier Wänden miteinander verbringen zu können. Die Krankenkassen übernehmen nur die Kosten für die schulmedizinische Behandlung.

"Klasse Gefühl, Teil des Teams zu sein"

Die Kinderkrankenschwestern Karola Skrzyppek und Katharina Engel erläuterten bei der Teampräsentation am vergangenen Samstag wie unterschiedlich die Wünsche, die die letzten sein können, der Kinder und Jugendlichen sind: „Aktuell haben wir Karten für ein Kiss-Konzert in Köln besorgt. Es war aber auch schon eine Ballonfahrt oder der Besuch eines BVB-Spiels." Oder ein Besuch auf dem Pferdehof, Urlaub – was auch immer, es wird versucht. Und für die passende Ausstattung für die Betreuung zu Hause werden ebenfalls Gelder benötigt.

Leistungsdiagnostik: Trainerin Angela Buske und Manager David Buske schauen, was Nils Petermann (l.) schon auf die Kette kriegt. - © Andreas Zobe
Leistungsdiagnostik: Trainerin Angela Buske und Manager David Buske schauen, was Nils Petermann (l.) schon auf die Kette kriegt. | © Andreas Zobe

Berührt von diesen Schilderungen und dem Kontakt zu betroffenen Familien während der Präsentation, fühlten sich die Fahrer bestätigt, im richtigen Team gelandet zu sein. Schließlich hatten sie alle in ihren Bewerbungen die Verbindung von extremer sportlicher Herausforderung mit dem karitativen Zweck als Anreiz genannt. „Ein klasse Gefühl, Teil dieses Teams zu sein", schwärmte der jüngste Fahrer, Jannik Tautz aus Bad Salzuflen. Jetzt liegt es an jedem Einzelnen, das Projekt auf beiden Ebenen zu beflügeln.

"Dann sollen die Schmetterlinge fliegen"

Auf der sportlichen Seite haben die Teammitglieder schon respektabel vorgearbeitet. Der Tacho des Lemgoers Michael Schenk zeigte für den Februar 1.100 Kilometer. Draußen! Heiko Schröder aus Bielefeld absolvierte sein 12-Wochen-Programm lieber im heimischen Schuppen auf der Trainingsrolle und freute sich über „zwanzig Prozent Leistungszuwachs", während der Harsewinkler Nils Petermann im Februar 700 Kilometer auf der Straße kurbelte und sich während der Leistungsdiagnostik am Samstag an sein erstes Jahr als Rennradler erinnerte: „2012 bin ich im ganzen Jahr 700 Kilometer gefahren."

Jannik Tautz bringt zwar nur ein halbes Jahr Erfahrung auf den schmalen Reifen mit und hat noch nie einen nennenswerten Berg bezwungen, der junge Mann ist aber bemerkenswert fit. Die Trainerin Angela Buske hat nun die Aufgabe, die Fahrer mit den so unterschiedlichen Voraussetzungen bis zur Teilnahme an der Tour Transalp vom 23. bis 29. Juni 2019 in eine optimale Verfassung zu bringen. Die Trainingspläne dafür sind erstellt und ausgehändigt. „Alle sind top motiviert", erklärt sie, „das kriegen wir schon hin."

798 Kilometer und 18.859 Höhenmeter liegen dann zwischen Startort Innsbruck und Ziel in Riva del Garda. „Und dann sollen die Schmetterlinge fliegen", sagt Teammanager David Buske.

Über die Homepage www.team-plasmatreat.de erreicht man die Spendenplattform betterplace.org.

Information
Bei der Tour Transalp startet das Team Plasmatreat in vier Zweierteams:

Team 1: Michael Schenk (52), Heiko Schröder (49). Schenk hat 47 Jahre Rennraderfahrung. „Mein erstes Rad war ein Rennrad", sagt der Wiener, der seit einem Jahr in Lemgo lebt. Schröder ist Bielefelder, spielte beim TuS Brake Handball und lief sechs „Hermänner".

Team 2: Jannik Tautz (21) und Nils Petermann (34). Tautz kommt aus Bad Salzuflen. Er fuhr noch keinen langen Berg. Petermann aus Harsewinkel trainiert oft mit seiner Frau, einer Triathletin.

Team 3 (Firmenteam): Lukas Buske (30) und Peter Spieth (32).

Team 4 (beide aus Österreich): Anna Entleitner (26), Carina Rudigier (27).

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