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EM-Sechste - © Foto: Sergei Grits/AP
Die Paarläufer Minerva-Fabienne Hase und Nolan Seegert überzeugten mit einer guten Kür. | © Foto: Sergei Grits/AP

Eiskunstlauf-EM Von Mitfahrern zu Piloten: Paarläufer Hase/Seegert

25.01.2019 | Stand 25.01.2019, 07:20 Uhr

Minsk - Das Lob für die neue Paarlauf-Hoffnung Minerva-Fabienne Hase/Nolan Seegert kam von höchster Stelle.

«Jetzt sind sie nicht mehr Mitfahrer, sondern Piloten. Ich hoffe, dass sie dadurch Selbstbewusstsein bekommen», sagte Robin Szolkowy über das Berliner Duo, das bei der Eiskunstlauf-EM mit einer starken Kür unerwartet Sechste wurde. Der 39-Jährige hatte mit Aljona Savchenko zwischen 2004 und 2014 fünf WM- und vier EM-Titel gewonnen. Danach hatte sie sich mit dem Franzosen Bruno Massot den Traum vom Olympiasieg bei den Winterspielen 2018 in Pyeongchang erfüllt.

«Wir haben alles erreicht, was wir erreichen wollten. Etwas Besseres hätten wir uns nicht erträumen können», meinte Minerva Hase. Dass sie nun mit ihrem Partner als Nachfolger von Savchenko/Massot gelten, mögen sie nicht gern hören. «Aljona und Bruno waren ein Klassepaar und Vorbilder für Deutschland, sich an ihnen zu orientieren, davon sind wir weit entfernt», betonte sie. Auch der Sportdirektor der Deutschen Eislauf-Union warnte vor dem Vergleich. «Hase/Seegert haben Potenzial. Die Schuhe von Savchenko/Massot sind aber groß», sagte Udo Dönsdorf.

Dass das Traumpaar der vergangenen Jahre vermutlich nicht mehr zurückkehren wird, habe Vor- und Nachteile. «Aljona hat mit ihren Partnern jahrelang die zwei Startplätze für EM und WM geholt», sagte Seegert. «Jetzt sind wir auf uns selbst gestellt.»

In der Kür ist der sechste Platz nach eigenem Empfinden das maximal Erreichbare gewesen. «Wir wussten, dass die fünf ersten Paare eine Klasse für sich sind», erklärte Seegert und seine Partnerin fügte an: «Wir haben Anschluss gefunden und wollen den Abstand jetzt immer kleiner machen.» Europameister wurden Vanessa James/Morgan Cipres, die nach 87 Jahren Paarlauf-Gold nach Frankreich holten, vor Jewgenia Tarasowa/Wladimir Morosow (Russland).

Bei der Weltmeisterschaft im März im japanischen Saitama wird die Distanz zur internationalen Elite absehbar wieder viel größer werden, weil dort noch drei chinesische Toppaare sowie weitere aus den USA oder Kanada hinzukommen. «Dementsprechend wird es Richtung Platz zehn ganz schwer werden», weiß Seegert. Die starken EM-Auftritte im Kurzprogramm und Kür haben ihnen aber Mut gemacht und neues Selbstvertrauen gegeben. «Das nimmt man als Motivation mit, für die WM härter zu arbeiten und das Maximum rauszuholen», sagte Hase.

Für eine gute WM-Vorbereitung wird ihr Trainerteam mit der Olympia-Zweiten im Paarlauf von 1976, Romy Österreicher, und dem russischen Coach Dmitri Savin sorgen. «Es sind die besten Paarlauftrainer, die es auf der Welt gibt», erklärte Seegert stolz.

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