Pokalübergabe - © Foto: Arne Dedert
Bayerns Spieler um Torhüter Manuel Neuer feiern den Gewinn des Supercups. | © Foto: Arne Dedert

5:0-Sieg Lewandowski schießt Bayern zum siebten Supercup-Triumph

Frankfurt/Main - Mit einem historischen Dreierpack hat Robert Lewandowski den FC Bayern zum ersten Titel der Saison geschossen und Neu-Trainer Niko Kovac einen glänzenden Einstand beschert.

Beim 5:0 (2:0) gegen Eintracht Frankfurt traf der polnische Nationalstürmer in der 21., 26. und 54. Minute - und sorgte damit beim insgesamt siebten Supercup-Triumph der Münchener für ein Novum in der 31-jährigen Geschichte des Duells zwischen Meister und Pokalsieger. Die weiteren Treffer steuerten Kingsley Coman (63.) und Thiago (85.) bei. «Glückwunsch an meine Mannschaft. Sie hat das richtig gut gemacht. Der Sieg war auch in der Höhe verdient», sagte Kovac im ZDF.

Mit dem höchsten Supercup-Sieg überhaupt nahm der Rekord-Champion am Sonntag in Frankfurt vor 51.500 Zuschauern erfolgreich Revanche für die überraschende 1:3-Schlappe im Pokalfinale. «Das bedeutet nach den Enttäuschungen seit April mit dem Verein und der Nationalmannschaft sehr viel. Wir wollten positiv in die Saison starten, deshalb können wir sehr zufrieden sein», sagte Bayern-Abwehrchef Mats Hummels.

Bei der Torgala der Bayern zeigte Lewandowski nach dem enttäuschenden K.o. mit Polen in der WM-Vorrunde und den Wechselgerüchten in der Sommerpause seine ganze Klasse. Der 29-Jährige, der von der Eintracht-Abwehr nicht zu kontrollieren und oft nur auf Kosten von Fouls zu bremsen war, bewies seinen bei der Weltmeisterschaft vermissten Torriecher.

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Sehr zur Freude von Kovac, der bei seiner Rückkehr ins alte Wohnzimmer respektvoll empfangen wurde. Der 46 Jahre alte Fußball-Lehrer musste bei seinem Pflichtspieldebüt auf der Bayern-Bank zwar auf Frankreichs Weltmeister Corentin Tolisso, den von Paris St. Germain umworbenen Innenverteidiger Jérôme Boateng und Kolumbiens Star James Rodriguez verzichten. Um den ersten Titel mit den Bayern musste Kovac aber zu keiner Zeit bangen.

Die Bayern kontrollierten von Beginn an das Spiel, taten sich in der Offensive zunächst aber schwer. Frankfurt stand in der Anfangsphase hinten gut und agierte auch ohne Kroatiens Vize-Weltmeister Ante Rebic, den Neu-Trainer Adi Hütter wegen Trainingsrückstands zunächst auf der Bank ließ, mutig nach vorne. David Abraham (7. Minute) und Jonathan de Guzman (15.) vergaben jedoch erste Gelegenheiten - das sollte sich schnell rächen.

Nach Flanke von Joshua Kimmich köpfte Lewandowski die Bayern in Führung, die der polnische Nationalstürmer wenig später im Anschluss an eine Ecke erneut per Kopf ausbaute. Eintracht-Torwart Frederik Rönnow, der im Sommer als Nachfolger von Lukas Hradecky vom dänischen Vizemeister Brøndby IF gekommen war, machte dabei keine gute Figur.

Das zweite Tor war der Stimmungskiller - auf den Rängen wie auf dem Platz. Die Hessen agierten fortan verunsichert und konnten die Bayern kaum noch fordern. Der Meister ließ Ball und Gegner wie im Training laufen.

Kurz vor dem Pausenpfiff gab es dann doch noch einen Aufreger, als Mats Hummels den durchgebrochenen Mijat Gacinovic als letzter Mann von den Beinen holte. Schiedsrichter Marco Fritz gab dem Nationalverteidiger zum Unmut der Frankfurter Fans nur Gelb. «Ich hatte das Gefühl, man kann mich in der Situation runterstellen. Da hätte ich mich über Rot für eine Notbremse nicht beschweren können», räumte Hummels ein. Der Video-Assistent griff in dieser Szene ebenso wenig ein wie nach 70 Minuten bei einem rot-würdigen Ellbogencheck von Abraham gegen Lewandowski.

Zu diesem Zeitpunkt war die Partie längst entschieden, da die Bayern auch nach dem Wechsel sofort den Vorwärtsgang einlegten. Arjen Robben (48.) verpasste zunächst das 3:0, als er am prächtig reagierenden Rönnow scheiterte. Dafür netzten wenig später erneut Lewandowski und der kurz zuvor eingewechselte Coman ein. Thiago setzte den Schlusspunkt.

Abwehrspieler David Alaba hat sich indes eine Knieverletzung zugezogen. «Er hat einen Schlag abbekommen. Ich hoffe, dass es nur eine Prellung und nichts ernstes ist», sagte Trainer Niko Kovac nach dem Spiel. Eine genaue Diagnose liegt noch nicht vor.

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