Straßenrennen - © Foto: John Walton/PA Wire
Bei nassen Verhältnissen führt das EM-Straßenrennen durch die Straßen von Glasgow. | © Foto: John Walton/PA Wire

Italiener Trentin siegt Mitfavorit Degenkolb ohne EM-Medaille im Straßenrennen

Glasgow - Weltmeister Peter Sagan stieg im Regen von Glasgow mit Schmerzen vom Rad, für John Degenkolb reichte es trotzdem nicht zu einer EM-Medaille. Stattdessen holte sich der Italiener Matteo Trentin im Straßenradrennen der European Championships am Sonntag die Goldmedaille.

Der zweimalige Tour-de-France-Etappengewinner siegte nach 230,4 Kilometern bei widrigen Verhältnissen mit viel Regen und niedrigen Temperaturen vor dem Niederländer Mathieu van der Poel und dem Belgier Wout van Aert.

Bester Deutscher war Nico Denz, der den neunten Platz belegte. Der AG2R-Profi aus Waldhut-Tiengen verpasste eine bessere Platzierung, nachdem er zehn Kilometer vor dem Ziel als Mitglied der zehnköpfigen Ausreißergruppe gestürzt und nicht mehr nach vorne gekommen war. Mitfavorit Degenkolb war in der Spitzengruppe nicht vertreten und erreichte das Ziel mit über zwei Minuten Rückstand. Dabei waren die Voraussetzungen gar nicht mal schlecht, nachdem Topfavorit Sagan frühzeitig das Rennen aufgegeben hatte.

So ruhten die deutschen Hoffnungen auf Denz, doch der Sturz machte alle Hoffnungen zunichte. «Es lief gut bei mir. Ich habe mich gut gefühlt und wollte eine eigene Attacke setzen, aber dann ist der Holländer in das Gitter gefahren. Ich habe noch versucht zu bremsen», schilderte Denz sein Malheur.

Damit ging der Bund Deutscher Radfahrer ausgerechnet im Hauptrennen leer aus, nachdem in allen Straßenwettbewerben Edelmetall herausgesprungen war. Trotzdem waren es mit 14 Podestplätzen auf Straße und Bahn erfolgreiche Titelkämpfe für den BDR, der der erfolgreichste Fachverband in Glasgow war.

Die Vorentscheidung fiel rund 50 Kilometer vor dem Ziel - ausgerechnet durch eine Tempoverschärfung von Denz. Daraus bildete sich die Spitzengruppe, die schließlich vom Feld nicht mehr eingeholt wurde. Degenkolb, der sprintschnellste Mann im deutschen Team, war dagegen nicht vertreten.

Für Sagan war das Rennen schon rund 85 Kilometer vor dem Ziel beendet. Der Slowake hatte bei den widrigen Bedingungen sichtlich Probleme und stieg schließlich in der Verpflegungszone vom Rad. «Ich hatte noch starke Schmerzen von meinem Sturz bei der Tour de France. Das Rennen war sehr schwer, sehr technisch», sagte Sagan und fügte hinzu: «Das Wetter und der Parcours waren ok, aber wenn man nicht die Form hat, geht es nicht.» Auch Titelverteidiger Alexander Kristoff (Norwegen) gab vorzeitig auf. Beeinträchtigt wurde das Rennen von vielen Defekten. Immer wieder kamen die Materialwagen zum Einsatz.

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