Paukenschlag vor Ligastart:
Luhukay und Rybarczyk treten zurück

Trainer und Sportchef nicht mehr im Amt: "Vertrauensverhältnis gestört" / Fanproteste / Gellhaus übernimmt / Mit Fotos zum Thema

Paderborn (lnw/red/dz). Jos Luhukay (43) ist als Trainer des Zweitligisten SC Paderborn zurückgetreten. Zwei Tage vor dem ersten Meisterschaftsspiel bei Eintracht Braunschweig erklärte der Fußball- Lehrer völlig überraschend seinen Rücktritt.

Wie Luhukay warf auch dert Sportliche Leiter Günther Rybarcyk (54) das Handtuch. "Ich gehe den Schritt des Trainers mit. Ich kann seine Gründe nachvollziehen, will aber kein weiteres Porzellan zerschlagen", sagte der ehemalige Profi des FC Bayern München.

Rybarczyk war seit dem 1. Juli 2004 als Sportlicher Leiter im Amt und hatte bereits in Vorjahren als Trainer und Berater für den Verein gearbeitet. In einer Pressemitteilung des Klubs heißt es, dass die Zusammenarbeit mit Rybarczyk von Vereinsseite aus beendet worden sei.



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Den verdutzten Journalisten erklärte der Trainer seinen Rückzug: "Es war für mich eine sehr schwere Entscheidung, aber die Basis ist zerstört. Ich spüre das Vertrauen durch das Präsidium nicht mehr", begründete Luhukay am Freitag bei der Pressekonferenz des Klubs zum Ligastart.

Ohne konkrete Angaben zu seinen Beweggründen zu machen, verabschiedete sich Jos Luhukay von den Medienvertretern. Weil er auf Ehrlichkeit, Respekt und Gemeinsamkeit setze, könne er einige Vorgänge im Verein nicht akzeptieren: "So kann die weitere Professionalisierung im Verein unter meiner Führung nicht fortgesetzt werden." Leider sei es nicht mehr so, dass alle Verantwortlichen im Club an einem Strang zögen.

Nach Einschätzung von Jos Luhukay, die der Verein in einer Erklärung auf der Homepage veröffentlichte, habe der SCP in dieser Saison eine stärkere Mannschaft, die erneut für Überraschungen sorgen könne. Da viel Potenzial in diesem Kader stecke, hoffe er auf eine positive Reaktion der Mannschaft und auf eine weiterhin gute Zukunft des SCP. "Ich gehe mit erhobenem Kopf. Dieser Rückzug ist keine Bauchentscheidung", machte Luhukay klar.

Luhukay hatte den SCP nach dem Aufstieg im Sommer 2005 übernommen und das Team auf Platz neun in der Zweiten Liga geführt. Sein Vertrag gilt bis bis zum 30. Juni 2007.

Er arbeitete zuvor als Coach beim Oberligisten SV Straelen (1998-2000) und beim damaligen Regionalligisten KFC Uerdingen (2000-2002). Zwischen 2002 und 2005 war Luhukay Co-Trainer beim 1. FC Köln.

"Wir sind von dem Schritt von Jos Luhukay sehr überrascht, erwarten aber dennoch von ihm die Erfüllung seiner Pflichten im Arbeitsvertrag", betont Präsident Wilfried Finke in der vom Verein verbreiteten Erklärung. Ein ausführliches Gespräch zwischen Präsidium und Trainer habe noch nicht stattfinden können. In der Pressemitteilung spricht der Verein wenig versöhnlich vom Rücktritt als Luhukays "eigenmächtigem Schritt".

In Internetforen äußerten sich SC-Fans maßlos enttäuscht und kündigten eine Solidaritätskundgebung für den beliebten Coach an der Geschäftsstelle am Hermann-Löns-Stadion an. Ein Internetuser names trAndy-andy aus Paderborn schreibt: "Die Gemüter sind erhitzt, nichts läuft mehr bei uns. Sei es das Stadion, sei es der Vorstand, sei es die Fanarbeit. Leute wacht auf und wehrt Euch!"

Nach Vereinsangaben wird Co-Trainer Markus Gellhaus die Mannschaft am Sonntag in Braunschweig betreuen. Als Assistent stehe Torwart-Trainer Zsolt Petry zur Verfügung.

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