SC Paderborn verringert erneut die Schulden

Nick Proschwitz maßgeblich am 5. Tabellenplatz beteiligt

VON HARTMUT KLEIMANN
18.11.2013 | Stand 19.11.2013, 18:26 Uhr

Paderborn. In der Saison 2011/2012 erzielte Nick Proschwitz 17 Tore für den Fußball-Zweitligisten SC Paderborn und war so maßgeblich an einem guten fünften Platz beteiligt. Aber auch noch rund anderthalb Jahre nach seinem Wechsel zu Hull City sorgt der Offensivfußballer in Paderborn für positive Nachrichten.

Bei der Jahreshauptversammlung des Vereins berichtete der Aufsichtsratsvorsitzende Elmar Volkmann am Montagabend für das zurückliegende Geschäftsjahr (Stichtag 30. Juni 2013) von einem Gewinn von 713.365 Euro. Damit verringerte sich der Schuldenstand erneut und lag am Stichtag bei knapp 4,78 Millionen Euro. Das bezeichnete Volkmann als "ein zufriedenstellendes Ergebnis".

Der Gewinn sei allerdings nicht unwesentlich vom Verkaufserlös von Nick Proschwitz beeinträchtigt worden. "Wir sollten die Augen nicht davor verschließen, dass wir sonst einen relativ hohen Verlust von 800.000 Euro ausweisen müssten", so der Diplomfinanzwirt. Die erfolgreichen Transfergeschäfte aus der Saison 2011/2012 bezeichnete er als "unser Geschäftsmodell. Wir brauchen einfach solche Erträge, weil die restlichen Einnahmen noch nicht ausreichen", erläuterte der Aufsichtsratschef.

Den Appell, den er vor zwei Jahren an die Paderborner Wirtschaft gerichtet hatte, das sportliche Aushängeschild Nummer eins noch mehr zu unterstützen, habe rückblickend nicht so gefruchtet, wie er es erwartet habe. Im Gegenteil: Zwar habe der SCP neue Sponsoren dazugewonnen, der Verlust von 700.000 Euro durch den Wegfall anderer Geldgeber sei aber noch nicht ausgeglichen. "Vielleicht nehmen sich auch Unternehmen zurück, wenn der Verein von Gewinnen spricht, sehen Sponsoren nicht mehr so die Notwendigkeit der Unterstützung", mutmaßte Volkmann. Die Gründe für den Rückzug einiger Unterstützer in der genannten Größenordnung sollen noch genauer untersucht werden.

Nach wie vor gelte in Paderborn aber das bekannte Erfolgsprinzip. Spielt die Mannschaft erfolgreich, ist das Zuschaueraufkommen höher. "Das ist somit auch immer unser Appell an das Team, denn Zuschauereinnahmen und der Tabellenplatz sind wichtige Kriterien", so der Finanzexperte. Immerhin strich der SCP im vergangenen Geschäftsjahr 5,78 Millionen Euro an Fernsehgeldern ein. Durch das erfolgte Aufstocken dieser Gelder und einen neuen Fünfjahres-Abrechnungszeitraum könne nur ein einziger Platzverlust am Ende einer Saison auch schnell ein Minus von 100.000 Euro bedeuten. Abgerechnet wird erst am Ende einer Saison.

Das bringt einerseits Planungssicherheit, auf der anderen Seite aber auch eine unbekannte Größe, welche Platzierung es letztendlich wird. Im kommenden Geschäftsjahr läuft es laut Volkmann vielleicht sogar auf einen Verlust hinaus, sollten keine Transfererlöse erzielt und der angestrebte Tabellenplatz neun nicht erreicht werden. 

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