Trost für SC Paderborns traurige Gestalten

Vereinschef zieht einen Strich und stellt die Weichen nach 0:3 gegen Union auf Neubeginn

Trost für SC Paderborns traurige Gestalten - © SC Paderborn
Trost für SC Paderborns traurige Gestalten | © SC Paderborn

Paderborn. Die Bilanz der englischen Woche ist wenig erbaulich. Erst das 2:2-Remis in Dresden, dann das Pokalaus in Saarbrücken und jetzt die 0:3 (0:1)-Heimniederlage gegen Union Berlin. Das sind die Fakten der jüngsten Achterbahnfahrt des SC Paderborn, dessen fahrlässig verursachte Pokalpleite beim Drittligisten unter der Woche im Umfeld für einigen Wirbel sorgte. Die anschließende Trotzreaktion, die auch Präsident Wilfried Finke mit deutlichen Worten eingefordert hatte, fiel am Samstag aber eher verhalten aus.

Auch das deutliche Endergebnis zugunsten der "Eisernen" lässt den ostwestfälischen Zweitligisten erneut in keinem allzu günstigen Licht erscheinen. Ausgerechnet der Ex-Paderborner Sören Brandy überraschte seine ehemaligen Teamkollegen mit einem Doppelschlag (41., 79.). Den Rest besorgte Unions Routinier Torsten Mattuschka (87.).

Drei Tage nach dem verlorenen Pokalfight habe niemand erwarten dürfen, dass "wir mit Union eine Spitzenmannschaft einfach so an die Wand spielen", zog SCP-Schlussmann Lukas Kruse nach einem "ordentlichen Spiel", das auch von etlichen personellen Änderungen geprägt wurde, anschließend eine persönliche Bilanz.

Berlins Doppel-Torschütze Sören Brandy (r.) leistet Aufbauarbeit beim Ex-Teamkollegen Jens Wemmer. - © FOTO: KÖPPELMANN
Berlins Doppel-Torschütze Sören Brandy (r.) leistet Aufbauarbeit beim Ex-Teamkollegen Jens Wemmer. | © FOTO: KÖPPELMANN

Während Diego Demme aus disziplinarischen Gründen schon am Donnerstag frühzeitig aus dem Kader verbannt worden war, verpasste Paderborns Cheftrainer auch Daniel Brückner und Manuel Zeitz wegen sportlicher Defizite noch kurzfristig einen entsprechenden Denkzettel. Nach der 1:2-Pokalschlappe stellte André Breitenreiter ("Wir haben eine gute Reaktion gezeigt)" mit Michael Heinloth, Markus Krösche, Alban Meha und Rick Ten Voorde insgesamt vier Neue in seine Startelf, die den vermeintlichen Favoriten aus der Bundeshauptstadt anfangs auch recht ordentlich beschäftigte. Möglicherweise wäre diese Begegnung auch ganz anders verlaufen, wenn Jens Wemmer, der nach einem Pass von Alban Meha im Strafraum plötzlich freie Schussbahn hatte (7.), das Spielgerät nicht leichtfertig am Berliner Tor vorbeigeschlenzt hätte.
Nach einer weiteren Chance von Elias Kachunga (20.), der von Markus Krösche im Sechzehner in Szene gesetzt wurde, sich allerdings verzettelte, machte es der Gegner dann besser. Ein abgeprallter Ball von Mehas Schienbein brachte Brandy plötzlich ungewollte in Schussposition. Der Neu-Berliner fackelte nicht lange und tunnelte SCP-Schlussmann Kruse ("Dafür hat er sich sofort bei mir entschuldigt") zur 1:0-Führung für den Kontrahenten (41.), der bis zu diesem Zeitpunkt in der Offensive eigentlich nichts Nennenswertes zu Wege gebracht hatte. Berliner Jubel, eisernes Schweigen beim harten Kern der SCP-Fans, die das Debakel von Saarbrücken laut ausgerolltem Transparent mit "45 Minuten Arbeitsverweigerung" im ersten Durchgang konsequent bestraften.

Auch das Erwachen des Anhangs half nach Wiederbeginn nicht großartig weiter. Die Partie blieb recht niveauarm. Nachdem Schiedsrichter Marco Fritz ein Kopfball-Tor des eingewechselten Mahir Saglik wegen vorausgegangenen Foulspiels nicht anerkannt hatte (59.), verbuchte der SCP in der zweiten Hälfte nur einen Schuss aufs Berliner Tor (Kachunga 88.).

Dennoch hat das "Maß der Enttäuschung" beim Paderborner Präsidenten diesmal nicht "die Dimensionen des vorausgegangenen Pokalspiels" erreicht. Finke wörtlich: "Gegen Berlin darf man verlieren, in Saarbrücken aber nicht." Außerdem spiegele das deutliche 0:3 ("Der Gegner hat aus drei Chancen drei Tore gemacht") nicht die zuletzt präsentierte Qualität der Mannschaft ("Ein kollektives Versagen habe ich am Samstag nicht erkannt") wider. "Wir machen jetzt einfach mal einen Schnitt und fangen bei Null wieder an", so Finke, der jedoch die Bedingung stellt, dass "die Defizite des ersten Saisonviertels umgehend aufgearbeitet werden".

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