Demme fliegt aus disziplinarischen Gründen aus SC-Paderborn-Kader

Fan-Protestaktion

VON WERNER SCHULTE
Denkzettel für Demme - © SC Paderborn
Denkzettel für Demme | © SC Paderborn

Paderborn. "Die Pokalniederlage in Saarbrücken ist noch nicht verdaut", sagt der Cheftrainer des SC Paderborn, "das gebe ich ganz ehrlich zu." Der Donnerstag nach der 1:2-Niederlage beim Drittligisten stand zunächst im Zeichen knallharter Analysen. Die "halbherzige Vorstellung", die sein Team am Mittwochabend ablieferte, hatte unmittelbar vor dem Zweitliga-Heimspiel gegen Union Berlin (Sa. 13 Uhr Benteler-Arena, Live-Ticker bei nw-news.de) laut André Breitenreiter diesmal einen überdurchschnittlichen Gesprächsbedarf zur Folge.

Schon unmittelbar nach dem Schlusspfiff im Ludwigspark hatte der SCP-Coach angedeutet, sich nach dieser Leistung diesmal nicht bedingungslos vor seine Spieler stellen zu wollen und möglicherweise auch personelle Konsequenzen zu ziehen. Im Zuge des zunächst angedachten Aussiebens hat es inzwischen ein erstes konkretes Opfer gegeben. Diego Demme wird diesmal definitiv nicht im Kader sein. "Aus disziplinarischen Gründen", lautet Breitenreiters offizielle Begründung. Zuletzt sei es mehrfach zu verbalen Respektlosigkeiten gegenüber einigen Mitspielern gekommen, ergänzt der 39-Jährige. Sowas könne er einfach nicht dulden, "ich brauche nur Spieler, die auf dem Platz umsetzen, was von ihnen verlangt wird."

Diego Demme fehlte es zuletzt am nötigen Respekt . - © FOTO: MARC KÖPPELMANN
Diego Demme fehlte es zuletzt am nötigen Respekt . | © FOTO: MARC KÖPPELMANN

Mit dieser Entscheidung ist die Liste der Suspendierungen laut Breitenreiter womöglich noch nicht vollständig. Weitere Namen wollte er gegenüber der Öffentlichkeit noch nicht preisgeben. Weiterhin räumt der Coach ein ("Auch Demme ist grundsätzlich ein wichtiger Spieler für uns"), dass es sich bei dieser Denkzettel-Aktion nicht zwangsläufig um längerfristige Ausschlüsse handeln müsse. Fürs Heimspiel gegen die Bundeshauptstädter will Breitenreiter ausnahmslos Kräfte für den Kader nominieren, "die uns nicht mittelfristig, sondern sofort weiterhelfen können". Erst der offizielle Spielberichts-Bogen wird die letzten Personalfragen an diesem Samstag also beantworten. Rick Ten Voorde wird nach seiner Fußprellung aber ebenso von Beginn an spielen, wie Alban Meha und Markus Krösche.

Ernsthafte Sorgen um seinen Job als Cheftrainer macht sich Breitenreiter vor der Begegnung mit dem "absoluten Aufstiegs-Kandidaten" erklärtermaßen aber nicht. Er wisse aber auch "wie die Mechanismen im Fußball funktionieren", schließlich sei er "ja kein Träumer". Sein einziger Traum dürfte jetzt der vom dritten Heimsieg dieser Saison sein und jener Mission schreibt er im Vorfeld durchaus berechtigte Chancen zu. Immerhin, so der Coach, habe sein Team in der Benteler-Arena zuletzt zwei Heimsiege und auch zuvor beim 1:1 gegen Köln ein gutes Spiel abgeliefert. Deshalb bittet Breitenreiter auch die Fans, seine Mannschaft wieder entsprechend zu unterstützen. Einige Anhänger hatten am Freitag vor dem Abschluss-Training nämlich ein Transparent mit klaren Forderungen ausgerollt: Leidenschaft, Zusammenhalt, Verantwortung – für Verein, Fans, Mitarbeiter, OWL und den Trainer.

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