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SC Paderborn: Ein Denkzettel zur rechten Zeit

André Breitenreiter muss das 0:4-Debakel von Cottbus erst mal sacken lassen

VON WERNER SCHULTE
30.07.2013 | Stand 01.08.2013, 10:53 Uhr
Ein Denkzettel zur rechten Zeit - © SC Paderborn
Ein Denkzettel zur rechten Zeit | © SC Paderborn

Paderborn. Brand-Alarm in Brandenburg und ein recht katastrophaler Start in die Zweitliga-Saison 2013/14. Nach der jüngsten 0:4 (0:4)-Niederlage in Cottbus schlagen in der Bilanz des SC Paderborn wenig Respekt heischende null Punkte und noch kein einziger erzielter Treffer zu Buche.

Nach der zunächst mit 0:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern verlorenen Heim-Premiere, als sich die Mannschaft mit dem Aufstiegs-Topfavoriten phasenweise auf Augenhöhe präsentiert hatte, zeigte das Team im Vergleich mit dem FC Energie am vergangenen Sonntag urplötzlich ein völlig anderes Gesicht. Das erinnerte eher an eine hässliche Fratze. Keiner im Lager des klar unterlegenen Kontrahenten wollte im Nachhinein irgendetwas Schönreden.

Nach dieser Schlappe dürfe durchaus der Begriff eines (klassischen) Fehlstarts bemüht werden, gab André Breitenreiter nach dem Schlusspfiff unumwunden zu. Nach wie vor ist der Cheftrainer mit der Fehler-Analyse des Teams aus der vorherigen Spielzeit beschäftigt, auch das Bemühen, aus dem aktuellen und qualitativ ergänzten Kader "die besten elf Spieler auf den Platz zu stellen", will der SCP-Coach erklärtermaßen jetzt schleunigst weiter vorantreiben. Personelle Pokerspielchen sind vor der DFB-Pokal-Erstrundenpartie beim MSV Duisburg am kommenden Montag also nicht ganz auszuschließen.

Wemmer: "Überhaupt nichts Positives"

Insbesondere die Vierer-Abwehrkette geriet zuletzt nachhaltig ins Kreuzfeuer der Kritik. Warum nicht beispielsweise mal einem Christian Strohdiek, der sich spätestens in der Vorsaison zum nahezu unverzichtbaren Stammspieler im Abwehrzentrum gemausert hatte, die Chance eröffnen, sich erneut zu bewähren? Auch diese Frage muss spätestens nach dem Desaster in der Lausitz an dieser Stelle mal erlaubt sein. Zumal die bevorstehenden Aufgaben nicht leichter werden. Am Samstag nach dem Pokalfight an der Wedau stellt sich mit dem 1. FC Köln ein weiterer dieser vermeintlichen Top-Favoriten in der Benteler-Arena vor, und am dann folgenden Freitag ist dann schon Derby-Time in Bielefeld.

Paderborns Cheftrainer André Breitenreiter hat natürlich nur recht entspannte Energie-Fans im Rücken. - © FOTO: DPA
Paderborns Cheftrainer André Breitenreiter hat natürlich nur recht entspannte Energie-Fans im Rücken. | © FOTO: DPA

Arminia hat den ersten Saisonpunkt seit wenigen Tagen in der Tasche und ist zum Leidwesen der SCP-Fans aktuell wieder die Nummer eins in Ostwestfalen-Lippe. Um gezielt auf das Unheil von Cottbus reagieren zu können, muss Breitenreiter das jüngste Dilemma aber "erst mal sacken lassen". Am zweiten Spieltag ("Schlechter kann man ein Spiel nicht bestreiten") ist das Umsetzen "sämtlicher Vorgaben" laut Coach zunächst mal gründlich "misslungen". Auch Jens Wemmer hatte an diesem knapp 40 Grad heißen Sonntag in der Lausitz "überhaupt nichts Positives" erkannt. "Wir müssen einfach alles verbessern", sagte Paderborns Rechtsverteidiger nach dem Schlusspfiff, "dieses Spiel sollte uns für die Zukunft als mahnendes Beispiel dienen".

Ach ja: Ein bisschen denkwürdig in diesem Zusammenhang ist wohl auch die Adresse des Stadions der Freundschaft. Am Elias-Park 1 lautet die offizielle Postanschrift der legendären Cottbuser Spielstätte. Elias war übrigens ein biblischer Prophet, der im zweiten Viertel des neunten Jahrhunderts vor Christus wirkte und dem damals ohnehin schon krisengeschüttelten Volk eine dreijährige Hungersnot prophezeite, die anschließend auch prompt eintreffen sollte. Hoffentlich kein nachhaltig schlechtes Omen für den SCP. Aber Fußball-Paderborn dürfte seit dem vergangenen Sonntag für den Rest der Saison sowieso schon ausreichend vorgewarnt sein.