SC Paderborn kämpft gegen die Ladehemmung

Beim 0:3 in Köln werden Torschüsse regelrecht verweigert

VON FRANK BEINEKE
SC Paderborn kämpft 

gegen Ladehemmung - © SC Paderborn
SC Paderborn kämpft
gegen Ladehemmung | © SC Paderborn

Paderborn. In der vergangenen Regionalliga-Saison hatte Mario Vrancic auch dank seiner Freistoß- und Distanzschuss-Qualitäten satte 14 Treffer für Borussia Dortmunds U 23 erzielt. Auch in seinem ersten Zweitliga-Heimspiel für den SC Paderborn nagelte der Mittelfeldspieler Anfang dieser Serie beim 4:0 gegen den VfL Bochum zwei sehenswerte Linksschüsse ins Netz. Doch bei der 0:3-Auswärtsniederlage gegen den 1. FC Köln war Vrancic am Samstag ein Sinnbild für die Paderborner Abschlussschwäche.
Der diesmal als hängende Spitze agierende 23-Jährige hatte zwei gute Torschussmöglichkeiten, die jedoch zu unfreiwilligen Slapstickeinlagen gerieten. So landete der erste Vrancic-Versuch im Seitenaus (39.). Und sein zweiter Schuss, zugleich beste SCP-Gelegenheit im zweiten Durchgang, hatte für Kölns Keeper Timo Horn den Charakter einer Rückgabe (82.).

Mit diesen zwei Szenen war Vrancic bereits der Paderborner mit den meisten Abschlüssen. Denn obwohl die Gäste mehr Spielanteile hatten, lagen die Kölner in der Torschuss-Statistik mit 20:9 vorne. Nur vier der neun Paderborner Versuche waren dabei aufs Tor gegangen. Bei der jüngsten 0:1-Heimpleite gegen Energie Cottbus waren sogar nur zwei Bälle Richtung gegnerisches Gehäuse gesegelt.

"Wir denken oft viel zu kompliziert. Die Jungs sollten einfach mal auf die Kiste hauen", fordert Stephan Schmidt. Der SCP-Trainer dürfte hierbei auch Alban Meha im Blick haben. Der Mittelfeldspieler zögerte in Köln in aussichtsreicher Position wiederholt zu lange und ließ sich mitunter lieber fallen, um einen Freistoß zu provozieren. "Dabei sind seine Schüsse eine Waffe. Das beweist Alban in jedem Training", betont Schmidt. Immerhin hatten sich seine Schützlinge in Köln im Vergleich zu den Vorwochen in spielerischer Hinsicht deutlich steigern können.

Mario Vrancic enttäuschte in Köln. - © FOTO: MARC KÖPPELMANN
Mario Vrancic enttäuschte in Köln. | © FOTO: MARC KÖPPELMANN

Allerdings wurde auch am Samstag deutlich, dass es dem SCP gerade in der Zentrale an kreativen Ideen mangelt. Die Sechser Markus Krösche und Diego Demme mühten sich redlich, offenbarten aber Schwächen im Passspiel. Einen Denker und Lenker wie Enis Alushi, der in den vergangenen Jahren das Kreativspiel belebte, gibt es derzeit nicht. Auch Spielertypen wie Lukas Rupp und Mehmet Kara, die in der Rückrunde der Saison 2011/2012 mit Pässen in die Tiefe glänzten, werden schmerzlich vermisst.

"Wir müssen mehr Durchschlagskraft entwickeln", sagt Paderborns Trainer, dessen Team am Freitag (18 Uhr, Benteler-Arena) den FSV Frankfurt erwartet. Auch Stephan Schmidt weiß, dass der SCP seinen Fans endlich einmal wieder ein ansehnliches Heimspiel bieten sollte. "Wir müssen zuhause zu unserer alten fußballerischen Stärke zurückfinden. Da gilt es anzusetzen", so der SCP-Coach.

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