LICHTENAU/BIELEFELD Windkraftpionier Benik: Tod in der Untersuchungshaft

Verdacht auf Steuerhinterziehung in Millionenhöhe

In der JVA Bielefeld-Brackwede starb Günter Benik. - © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
In der JVA Bielefeld-Brackwede starb Günter Benik. | © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE

Bielefeld (gär). Der Windkraftpionier Günter Benik ist am Donnerstagmorgen in seiner Zelle in der Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Brackwede I tot aufgefunden worden. Die Umstände sprächen dafür, dass er sich selbst das Leben genommen habe, bestätigte Oberstaatsanwalt Klaus Pollmann am Freitag gegenüber der Neuen Westfälischen. Näheres müsse in einem Todesermittlungsverfahren geklärt werden. Dieses werde von der Staatsanwaltschaft in Bielefeld geführt. Benik wurde gestern obduziert.

Laut Staatsanwaltschaft sei Benik bei seiner Festnahme am Dienstag zusammengebrochen und in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Ihm sei jedoch Haftfähigkeit bescheinigt worden.

Es habe keine Anzeichen einer Selbstmordgefährdung gegeben, so JVA-Leiter Robert Dammann gegenüber der Neuen Westfälischen. Benik sei am Mittwochnachmittag in einen Einzelhaftraum gekommen und habe am Abend Kontakt zu einem Krankenpfleger gehabt. Am Donnerstag um elf Uhr sei er tot aufgefunden worden. Der Selbstmord müsse zwischen sieben und elf Uhr passiert sein.

Benik war am Mittwoch wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung in Millionenhöhe festgenommen worden. Zuvor hatten Staatsanwälte und Steuerfahnder am Dienstag 17 Wohnungen und Geschäftsräume der weltweit tätigen Unternehmensgruppe "Energieteam" durchsucht.

Das Unternehmen aus Lichtenau im Kreis Paderborn war in der Region besonders durch das Namenssponsoring des Stadions von Fußball-Zweitligist SC Paderborn bekannt geworden. Bei dem Verein hat die Mitteilung des Todes Bestürzung ausgelöst. "Das Mitgefühl der Vereinsgremien gilt insbesondere der Familie des Verstorbenen, der mehrere Jahre hochklassigen Fußball in der Region engagiert gefördert hat", teilte der SCP mit.

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