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Daniel Brückner hat soeben quer gelegt und der begnadigte Torjäger erzielt in der 75. Minute das Tor zum 5:0-Zwischenstand. Wacker-Keeper Manuel Riemann ist machtlos. - © FOTO: MARC KÖPPELMANN
Daniel Brückner hat soeben quer gelegt und der begnadigte Torjäger erzielt in der 75. Minute das Tor zum 5:0-Zwischenstand. Wacker-Keeper Manuel Riemann ist machtlos. | © FOTO: MARC KÖPPELMANN

Teamgeist ist zurückgekehrt

SC PADERBORN: Torjäger Sercan Güvenisik glaubt an einen erfolgreichen Saisonabschluss

VON HARTMUT KLEIMANN
18.05.2009 | Stand 17.05.2009, 22:20 Uhr

Paderborn. Da waren sie wieder, die recht zufrieden dreinschauenden Fußballer des SC Paderborn, die nach dem 6:0-Sieg im Pflichtspiel der 3. Fußball-Liga gegen Wacker Burghausen ihr Lächeln wiedergefunden hatten. Mit mehrfachem Grund: Sie sind zurück in der Erfolgsspur, zurück im Aufstiegsrennen und haben mit einer guten Leistung vor 7.650 Zuschauern ihrem Klub den ersten Erfolg in einem Meisterschaftsspiel gegen die Bayern beschert.

Es spricht sogar für die SCP-Profis, dass sie schon wenig später aller Euphorie zum Trotz eine ganz wichtige Frage stellten: "Warum waren wir in der Lage, hier und heute so eine Leistung abzurufen, und nicht auch schon davor?" Matthias Holst war so einer, der nach dem Schlusspfiff kein Blatt vor den Mund nahm. Der auch betonte, der zurückgekehrte Erfolg habe nichts mit dem Wechsel auf der Trainerbank zu tun gehabt, "sondern, wir haben in der Vorbereitung konzentriert an unseren Stärken gearbeitet."

Dass dies möglich war, muss dann doch ein Verdienst des neuen Trainers Andre Schubert gewesen sein, der im Trainingscamp in Marienfeld feststellen durfte, dass die Mannschaft schon da "allen Druck" abgeworfen habe. Ebenso, wie sich die Mannschaft nicht mehr von der Tabelle habe irritieren lassen, habe wohl auch der toll aufgelegte Angreifer Jovan Damjanovic bei seinem Galaauftritt mit zwei Toren und einem Assist nicht an eine mögliche Vertragsverlängerung beim SCP gedacht. Gleich mit seiner ersten Aktion, bei der er fast noch am Mittelkreis Levente Schultz etwas unsanft vom Ball trennte, "hat er ein Zeichen gesetzt, wie er das Spiel angehen wollte", so Schubert, der Damjanovic für den verletzten Frank Löning von Beginn an brachte und ihm danach "Zielstrebigkeit und Aggressivität" bescheinigte. Zudem habe Jovan viele Bälle behauptet.

Wie sehr plötzlich wieder bei allen Spielern der Fokus auf mannschaftliches Denken gerichtet war, unterstrich auch Damjanovic. Das Team habe auf dem Platz die richtige Antwort auf die Ereignisse der letzten Tage gegeben und "Charakter und Qualität" gezeigt. Auch er bedauerte, dass sich die Mannschaft zuvor überhaupt in die missliche Lage hineingebracht habe. "Aber – wir haben noch ein Spiel und erst nach 38 Partien wird abgerechnet", meinte der zweifache Torschütze, der seine persönliche Bilanz auf jetzt sieben Saisontore verbesserte.

Trainer Schubert legte in seiner Nachbetrachtung viel Wert auf die Feststellung, dass es beim halben Dutzend gegen Burghausen einzig und allein "die geschlossene Mannschaftsleistung" gewesen sei, die in Fußball-Paderborn wieder Zuversicht auf einen baldige Rückkehr in die 2. Liga aufkeimen lässt. Die nährt auch Sercan Güvenisik, der 20 Minuten vor dem Ende sein Comeback nach überstandener Suspendierung feierte. "Güve" profitierte bei seinen Tore Nummer 15 und 16 von der genialen Vorarbeit seiner Mitspieler. "Ich bin froh, dass mich die Mannschaft wieder aufgenommen hat", sprach er nach Spielschluss in diverse Mikrophone und fügte hinzu, "dass es schön für mich ist, dass ich mich mit zwei Toren dafür bedanken konnte." Der Türke wagte schon einen Blick weiter nach vorn, als er anmerkte, "dass wir auch in Stuttgart und in der Relegation gewinnen werden, wenn es uns gelingt, diese Form beizubehalten."

Als einer der Letzten kam Daniel Brückner vom Feld. In seinem 16, Punktspiel für die Paderborner gehörte er in einem gutem Team zu den Auffälligsten. "Wie Bremen uns durch ein frühes Tore in der Hand hatte, war es auch für Burghausen nach dem Spielverlauf sehr schwer. Normal hätten die für uns auch ganz ekelig sein können."

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