0
Abklatschen mit Kasper Jensen (r.), der in Braunschweig mit Rot vom Feld gestellt wurde. Noch für weitere zwei Pflichtspiele ist Eigengewächs Sebastian Lange (Mitte) die Nummer eins im Tor des SC Paderborn. - © FOTO: MARC KÖPPELMANN
Abklatschen mit Kasper Jensen (r.), der in Braunschweig mit Rot vom Feld gestellt wurde. Noch für weitere zwei Pflichtspiele ist Eigengewächs Sebastian Lange (Mitte) die Nummer eins im Tor des SC Paderborn. | © FOTO: MARC KÖPPELMANN

Lange auf die Chance gewartet

Eigengewächs steht auch in Aalen und gegen Bremen II im Tor

VON HARTMUT KLEIMANN
06.05.2009 | Stand 05.05.2009, 20:41 Uhr

Paderborn. Torhüter eines Fußballvereins zu sein, heißt auch mitunter, Wochen und Monate auf der Bank zu schmoren und auf den Moment zu warten, endlich zwischen den Pfosten stehen zu dürfen. Für Paderborns Eigengewächs Sebastian Lange passierte genau dieser Moment vor anderthalb Wochen, als die etatmäßige Nummer eins des Fußball-Drittligisten, Kasper Jensen, in Braunschweig vom Platz gestellt wurde.

Was dann passierte, geschah fast automatisiert. Natürlich hatte "Sebi" die Rote Karte gegen Jensen verfolgt und sofort sein Trikot genommen. "Komm Sebi", habe er den Trainer noch rufen hören - und schon stand er an der Linie. Etwas länger als bei jeder anderen Einwechselung, "weil sich die Trainer erst noch beraten mussten, wen sie am besten rausnehmen." In der Schlussphase kassierte er dann noch die Entscheidung zum 2:0-Sieg der Eintracht, dann war sein erster Einsatz in der 3. Liga überstanden.

Schon wenig später entdeckte der Paderborner sehr viel mehr Anruferinnerungen und Kurzmitteilungen auf seinem Handy als sonst, denn von einer auf die andere Sekunde war er von der Nummer zwei zur Nummer eins aufgerückt, stand der bisherige Bankdrücker plötzlich im Mittelpunkt. Seitdem ist es im direkten Umfeld des Youngsters unruhiger geworden. Gerade deshalb nimmt er auch gerne "wertvolle Tipps" seines Vaters an. Er solle sich von der allgemeinen Situation im Verein bloß nicht anstecken

lassen, habe der ihm geraten. Nach vorne schauen und positiv denken - daran will sich Sebastian auch in den nächsten Spielen halten. Wie schon in der Partie gegen Jena, "in der ich das gemacht habe, was ich machen musste." Allerdings habe seine Abwehr "auch eine Menge von mir weg gehalten", lobt er seine Vorderleute ausdrücklich.

Für die noch ausstehenden vier Spiele stellt er sich selbst hinten an. "Wichtig ist, dass wir gewinnen", hat er an die Zeit nach dem Ablauf der Sperre von Kasper Jensen "noch keinen Gedanken verschwendet, denn Kasper ist klar die Nummer eins."

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

realisiert durch evolver group