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Nach 40 Spielminuten bugsiert Paderborns aufgerückter Innenverteidiger Florian Mohr (2. v. l.) ein hohes Anspiel seines Teamkollegen Enis Alushi per Seitfallzieher äußerst akrobatisch in die gegnerischen Maschen. Den Jenaern Tim Wuttke (l.) und Robert Müller (r.) bleibt nur die staunende Zuschauerrolle. - © FOTO: MARC KÖPPELMANN
Nach 40 Spielminuten bugsiert Paderborns aufgerückter Innenverteidiger Florian Mohr (2. v. l.) ein hohes Anspiel seines Teamkollegen Enis Alushi per Seitfallzieher äußerst akrobatisch in die gegnerischen Maschen. Den Jenaern Tim Wuttke (l.) und Robert Müller (r.) bleibt nur die staunende Zuschauerrolle. | © FOTO: MARC KÖPPELMANN

Eine Klasse für sich

SC PADERBORN: Mohrs befreiendes Traumtor und Brückners effektive Vorstellung die Sieggaranten

VON WERNER SCHULTE
04.05.2009 | Stand 03.05.2009, 22:55 Uhr

Paderborn. "Dein Trikooooot", schallt es im hellen Sopran einer fordernden Kinderstimme in Richtung Daniel Brückner, der just zur Kabine marschiert. Der will die gewünschte Trophäe nach dem 2:0-Heimerfolg (1:0) gegen Jena aber partout nicht opfern. Erst 35 Spielminuten nach dem Schlusspfiff findet der vom SC Paderborn erst im Winter verpflichtete Mittelfeldspieler dann endlich auch mal Zeit zum Duschen.

Als gefragtester Gesprächspartner der vereinten Medien-Landschaft, folgt für Brückner nach den ohnehin schon konditionsintensiven 90 Arbeitsminuten, zunächst der Interview-Marathon, dem sich das obligatorische Auslaufen dann nahtlos anschließt. Als Brückner endlich die Katakomben der Paragon-Arena betritt, trägt er sein blau-schwarz gestreiftes Leibchen locker über die Schultern drapiert und strahlt über alle vier Backen. Ohne es selbst konkret thematisieren zu wollen, weiß der Linksfuß offensichtlich genau, dass er soeben der Beste der insgesamt 20 Feldspieler auf dem Platz war und sein wohl mit Abstand bestes Spiel im Trikot seines neuen Brötchengebers abgeliefert hat.

"Das sollen andere entscheiden", sagt er bescheiden, behält dabei aber seinen außerordentlich selbstbewussten Gesichtsausdruck. Natürlich sei er "glücklich, dass wir mal wieder gewonnen haben", diktiert er der lauernden Journaille in die Federn, außerdem habe "unsere Einstellung heute gepasst" und die Zuschauer hätten endlich mal wieder "ein ordentliches Spiel gesehen", beschränkt sich der präzise Flankengott aus dem Jena-Spiel betont sachlich auf das Wesentliche dieser Partie. Auch das Riesenpech, als er die Begegnung eine Minute vor dem Ende der regulären Spielzeit höchstpersönlich hätte entscheiden können, wäre sein Flachschuss ins lange Eck nicht am Innenpfosten des Gäste-Gehäuses gelandet, lässt sich eine gute halbe Stunde nach dem Abpfiff locker verschmerzen. Obwohl Brückner-Tore "ja leider eher selten sind".

Für die großen Komplimente waren am späten Samstagnachmittag andere zuständig. Beispielsweise der Cheftrainer. Er habe schließlich immer gewusst, das Paderborn mit Daniel Brückner "noch viel Spaß" bekommen werde. "Ich schwöre euch, das wird euer neuer Publikums-Liebling". Hoppla, nur Paderborns, nicht Paverl Dotchevs? Irgendwie klingt dieser Satz, als habe sich der Fußball-Lehrer gedanklich schon insgeheim vom SCP verabschiedet. Dann stellt er klar: "Ich auch, zumindest bis zum Saisonende." Seine Offensivkraft habe auch ihn spielerisch und läuferisch vollends überzeugt, ergänzt Dotchev, den das "aber nicht unbedingt überrascht hat, schließlich weiß ich ja, was der Spieler kann."

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