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Paukenschlag vorm Pokalspiel

Finke-Rücktritt überschattet heutigen Auftritt im Preußen-Stadion

28.04.2009 | Stand 28.04.2009, 09:54 Uhr
"Jeder weiß, wie wichtig Wilfried Finke für diesen Verein ist", sagt Mannschafts-Kapitän Markus Krösche. - © FOTO: MARC KÖPPELMANN
"Jeder weiß, wie wichtig Wilfried Finke für diesen Verein ist", sagt Mannschafts-Kapitän Markus Krösche. | © FOTO: MARC KÖPPELMANN

Paderborn. Pavel Dotchev kennt das Geschäft. Spätestens nach dem Schlusspfiff im Eintracht-Stadion wusste der Cheftrainer des SC Paderborn, was die Stunde geschlagen hat. Der vorausgegangenen Heimniederlage gegen Dresden folgte beim 0:2 in Braunschweig prompt die nächste Panne. Fünf Spieltage vor Serienschluss rutschten die Ostwestfalen von Rang zwei der 3. Liga auf den Relegationsplatz. "Jetzt wächst der Druck von außen, auch von den Medien", weiß der Coach, dass jetzt "die normalen Mechanismen im Fußball" gnadenlos greifen werden.

Offensichtlich nicht nur die normalen Mechanismen. Der überraschende Rücktritt des Präsidenten Wilfried Finke passt auf Anhieb kaum in dieses Raster. Schon eher eine Trainerentlassung, denn Pavel Dotchev war in jüngster Zeit wiederholt in die Schusslinie geraten.

Von Teilen der Fangemeinde wurde sein Kopf erst am vergangenen Samstag gefordert. Die Tatsache, dass dieser Kelch zunächst mal an ihm vorübergegangen ist, schien bei Dotchev gestern kaum Stürme der Begeisterung auszulösen. Auch der gebürtige Bulgare hatte gefühlstechnisch deutlich mit den Folgen dieses chaotischen Montages zu kämpfen. Sichtlich konsterniert, bat der Coach angesichts einer Kommentierung des Präsidenten-Rücktritts noch um Bedenkzeit, bis er die Sache persönlich verdaut habe.

Was die weitere sportliche Vorgehensweise betreffe, "müssen wir jetzt retten, was noch zu retten ist", sagt der Fußball-Lehrer. Schon heute Abend im Westfalenpokal-Halbfinale beim Regionalligisten Preußen Münster (Anstoß 19 Uhr, Preußen-Stadion an der Hammer Straße) will Dotchev erklärtermaßen den Grundstein für die seit Wochen eingeforderte Kehrtwende legen.

Dass sich der SCP sogar als Vierter der Drittliga-Abschlusstabelle noch für die erste DFB-Pokalhauptrunde qualifizieren und die dann fälligen 110.000 Euro kassieren würde, gerät für den Cheftrainer angesichts seiner akuten Baustelle des Reaktivierens der mannschaftlichen Geschlossenheit zur reinen Nebensache. Das Gastspiel in Münster sei nach den beiden Niederlagen gegen Dresden und Braunschweig ein willkommener Anlass, um das dringend benötigte Erfolgserlebnis zu ergattern. Außer Sercan Güvenisik , der zunächst für unbestimmte Zeit suspendiert worden ist, will Dotchev in Münster wohl seine stärkste Elf aufbieten.

"Jetzt stehen wir wohl noch mehr in der Verantwortung", kommentierte SCP-Kapitän Markus Krösche die gestrige Nachricht vom Rücktritt des Präsidenten. Finkes Frust und Wut seien aus auch seiner Sicht "völlig nachvollziehbar", so der Abwehrstratege. Die Mannschaft trage sicherlich eine Teilschuld der aktuellen Misere.
    

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