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Auch Abwehrchef Matthias Holst (vorne) muss sich von den aufgebrachten Anhängern einiges anhören. - © FOTO: MARC KÖPPELMANN
Auch Abwehrchef Matthias Holst (vorne) muss sich von den aufgebrachten Anhängern einiges anhören. | © FOTO: MARC KÖPPELMANN

Ein ratloser SC Ohnmacht 07

SC PADERBORN: Dotchev findet nach der Niederlage in Braunschweig keine Gründe für die Talfahrt

VON WERNER SCHULTE
27.04.2009 | Stand 26.04.2009, 23:10 Uhr

Braunschweig. Jetzt geht die (Saisonfinal)-Party richtig los. Keine Frage, die restlichen fünf Partien geraten für den SC Paderborn zur nervlichen Zerreißprobe. Spätestens seit der 0:2-Niederlage (0:1) bei Eintracht Braunschweig sind die Chancen des direkten Wiederaufstiegs in die 2. Fußball-Bundesliga rapide gesunken.

Der Drittliga-Wintermeister aus Ostwestfalen residiert zunächst auf dem Bronze-Rang der 3. Liga. Zwangsläufig muss sich der SCP jetzt mit einer Relegations-Teilnahme anfreunden.

Aus dem ehemaligen Ohnsorg’-Ensemble, das einst souverän durch die Hinrunde marschierte und sich zum Ende des Kalenderjahres 2008 als Tabellenführer eines sattes 42-Punkte-Polster angelegt hatte, ist nach jetzigem Erkenntnisstand ein SC Ohnmacht 07 geworden. Schließlich gab’s in den letzten sieben Spielen nur einen einzigen Sieg zu feiern, zuletzt gipfelte die bedrohliche Talfahrt in den beiden Niederlagen gegen Dresden und Braunschweig.

Pavel Dotchev, der für den vergangenen Samstag - wie angekündigt - eine überraschend offensive Startformation aufbot, ließ mit Frank Löning, Sercan Güvenisik und Dominik Kumbela gleich drei nominelle Stürmer von Beginn an spielen. Nach dem Schlusspfiff musste der Cheftrainer allerdings zugeben, dass sein Konzept nicht aufgegangen sei. "Wir wollten diesmal abwartend spielen", erklärte der gebürtige Bulgare anschließend seine Strategie.

"Anstatt mit unseren schnellen Leuten die geplanten eigenen Konter zu setzen, sind wir am Ende dann selbst ausgekontert worden", analysierte der Coach eine Begegnung, "die wir mal wieder mal verloren haben - und das sogar verdient." Den drei (halben) Chancen, die Sören Brandy (3.), Güvenisik (18.) und Björn Lindemann im ersten Durchgang noch hatten, wollte im Nachhinein niemand mehr so recht nachtrauern.

Nachdem Dotchev von seinen Schützlingen am Samstag in punkto Leidenschaft erneut enttäuscht wurde, beherrscht inzwischen tiefe Ratlosigkeit den SCP-Alltag. "Die Entwicklung macht wirklich Sorge", sagt auch der Sportliche Leiter. Noch sei das Ziel allerdings erreichbar, will Andre Schubert die Hoffnung auf ein wunschgemäßes Ende der Spielzeit 08/09 partout nicht vorzeitig aufgeben. Mit Blick auf Fortuna Düsseldorf ergänzt er, "dass sich die Konkurrenz ja auch schwer tut - nur Haching im Augenblick leider nicht". Allerdings sei die Art und Weise, wie sich die Mannschaft im Augenblick präsentiere, kaum akzeptabel, "auch in Braunschweig haben wir uns mal wieder keine zwingende Chance erarbeitet."

Weil ein Unglück bekanntlich selten allein kommt, muss sich der Cheftrainer jetzt auch noch mit dem Thema Torhüter beschäftigen. Nach einer Tätlichkeit am Braunschweiger Fait-Florian Banser kassierte Kapser Jensen die Rote Karte und droht jetzt bis zum Saisonende auszufallen. Weil sich Nico Burchert vor gut 14 Tagen einen doppelten Bänderriss zugezogen hatte, gilt Sebastian Lange als Vertreter des etatmäßigen Schlussmanns zwangsläufig als erste Wahl .

Burchert trainiert inzwischen aber schon wieder mit. Wie Schubert gestern bestätigte, sei der Heilungsprozess beim Ex-Berliner überraschend gut verlaufen. Mit einiger Wahrscheinlichkeit könne Burchert am Samstag im Heimspiel gegen Jena wieder im Kader sein.

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