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Paderborns Präsident Wilfried Finke (r.) erlebte in Braunschweig ausgerechnet am Tag seines 58. Wiegenfestes einen wenig erfreuliches 0:2 der Dotchev-Elf. - © FOTO: MARC KÖPPELMANN
Paderborns Präsident Wilfried Finke (r.) erlebte in Braunschweig ausgerechnet am Tag seines 58. Wiegenfestes einen wenig erfreuliches 0:2 der Dotchev-Elf. | © FOTO: MARC KÖPPELMANN

Finkes Geburtstags-Frust

Präsident wird 58 / 0:2 – Team verliert Rang 2 und Rotsünder Jensen

VON WERNER SCHULTE
27.04.2009 | Stand 26.04.2009, 18:35 Uhr

Braunschweig. Nach einer erneut trostlosen Vorstellung ist die Talfahrt des SC Paderborn perfekt. Nach dem Schlusspfiff im Eintracht-Stadion wird das Horror-Szenario am Samstag gegen 15.50 Uhr angesichts der 0:2-Niederlage (0:1) zur bitteren Wahrheit. Unterhaching behält in Berlin überraschend Oberwasser, die Bayern tauschen den zweiten Tabellenrang mit den Ostwestfalen, die jetzt auf dem Relegationsplatz der 3. Liga ins noch fünf Spiele umfassende Saisonfinale starten.

Abgestraft und abgerutscht, nach dem 33. Spieltag ist der Höhenflieger der Hinrunde zunächst mal in der (Vor-)Hölle gelandet. Nach der vorausgegangenen Heimniederlage gegen Dynamo Dresden wird der Wintermeister auch vom "Jägermeister" verprügelt und hat somit zum zweiten Mal in Folge gegen einen Vertreter aus dem unteren Tabellendrittel das Nachsehen.

Sieben schicksalsträchtige Minuten sorgen in Braunschweig für die Negativ-Schlagzeilen der Neuzeit. Die 41. Minute: Dennis Kruppke lässt das SCP-Abwehrduo um Daniel Brückner und Matthias Holst ganz alt aussehen und netzt nahezu unbehelligt zur 1:0-Führung für die Platzherren ein. Nur drei Minuten nach Wiederbeginn steht Kapser Jensen folgenschwer am Pranger.

Jensens Reflex gegen Banser

Paderborns Keeper hält das Spielgerät nach einem Eintracht-Angriff schon sicher in seinen Pranken, als er – noch am Boden liegend – plötzlich reflexartig mit beiden Beinen nach Braunschweigs Fait-Florian Banser tritt. Schiedsrichter Patrick Ittrich hat freien Blick auf die Szene, entscheidet auf Tätlichkeit und zeigt dem Dänen die Rote Karte. Das Strafmaß für den Stammtorhüter, der in der laufenden Saison noch keine Spielminute versäumt hat, wird dem SCP aller Voraussicht nach schon am heutigen Montag ins Haus flattern. Gut möglich aber, dass die Ostwestfalen das komplette Restprogramm jetzt ohne ihren etatmäßigen Schlussmann bestreiten müssen.

Mit Stürmer Sercan Güvenisik opfert Paderborns Cheftrainer anschließend Pavel Dotchev den fälligen Feldspieler, während mit Sebastian Lange ein 21-jähriges Eigengewächs, das bislang null Drittliga-Erfahrung besitzt, zwischen die Pfosten marschiert. Dies vorweg: Lange erledigt sein Handwerk bis zum Schlusspfiff solide, meistert sogar eine 1:1-Situation gegen den frei durchgelaufenen Marcel Schied (83.) und kann Braunschweigs Siegtor durch Marc Pfitzner (89.), der quasi die komplette Gäste-Defensive düpiert, beim besten Willen nicht verhindern. Mitgefangen, mitgehangen, der erste Arbeitstag des Nachwuchs-Torhüters in Liga 3 endet anschließend im kollektiven Szenario des blanken Entsetzens.

Nicht nur das Mienenspiel des Präsidenten, der im zweiten Durchgang keine Torchance der eigenen Elf sieht, spricht anschließend Bände. Ausgerechnet an diesem schwarzen Samstag feiert Wilfried Finke seinen 58. Geburtstag. Obwohl sich der Jubilar im Nachhinein wie 85 zu fühlen scheint, reicht die Energie noch für eine spontane Gardinenpredigt in der Kabine. "Details dieser Ansprache" würden jetzt bewusst nicht in der Öffentlichkeit breitgetreten, sagt Geschäftsführender Vizepräsident Martin Hornberger, "aber die Position des Trainers steht ganz sicher nicht zur Diskussion."

Eintracht Braunschweig - SC Paderborn 2:0 (1:0)

Braunschweig: Fejzic - Brinkmann, Schanda, Dogan, Boland (74.
Fuchs) - Pfitzner, Lenze, Kruppke (80. Washausen), Rodrigues - Banser (54. Onuegbu), Schied

Paderborn:
Jensen - Krösche, Mohr, Holst (77. Krause), Brückner - Brandy (63.
Guie-Mien), Alushi, Lindemann - Löning - Kumbela, Güvenisik (50. Lange)

Schiedsrichter: Patrick Ittrich (Hamburg)

Tore: 1:0 Kruppke (41.), 2:0 Pfitzner (89.)

Zuschauer: 12.200

Rote Karte: Jensen nach einer Tätlichkeit (47.)

Gelbe Karten: Brinkmann (5/3), Banser (5/1), Schanda (5/2) - Alushi (5/1)

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