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"Erhebe dich und lauf . . ."

Vereinshymne wird für die Spieler des Drittligisten zum Programm

VON HARTMUT KLEIMANN
21.04.2009 | Stand 20.04.2009, 20:37 Uhr
Nach der Niederlage gegen Dresden waren Björn Lindemann (oben) und Jovan Damjanovic sowie das gesamte Team am Boden. Nun heißt es wieder aufstehen. - © FOTO: MARC KÖPPELMANN
Nach der Niederlage gegen Dresden waren Björn Lindemann (oben) und Jovan Damjanovic sowie das gesamte Team am Boden. Nun heißt es wieder aufstehen. | © FOTO: MARC KÖPPELMANN

Paderborn. Enttäuschung und Wut. Das sind die momentanen Stimmungen, von denen Paderborns Cheftrainer Pavel Dotchev auch noch zwei Tage nach der bitteren Pleite gegen Dynamo Dresden beherrscht wird. Das Maß der Enttäuschung ist nach der achten Saisonniederlage nur allzu verständlich. Wut mischte sich vor allem am Sonntag dazu, nachdem der 43-Jährige von der 0:1-Niederlage der Fortuna aus Düsseldorf erfuhr.

Wobei der Paderborner Fußball-Lehrer eigentlich in erster Linie froh sein musste, dass mit Düsseldorf nicht noch ein weiterer Kontrahent neben Unterhaching noch mehr auf Tuchfühlung herankam. Die Wut aber obsiegte. "Denn erneut haben wir eine große Chance verpasst, uns von den anderen abzusetzen", betont Dotchev.

Aber noch einmal zurück zu den Enttäuschungen vom Samstag. Neben der Abschluss-Schwäche im zweiten Abschnitt ließ den Trainer besonders das leidenschaftslose Spiel vor der Pause zum ständigen Kopfschütteler werden. Das frühe Gegentor habe sein Team sichtlich geschockt. Und genau dort setzt der SCP-Trainer an, nimmt er seine so genannten Führungsspieler in die Pflicht, "die jegliches Ärmelhochkrempeln vermissen ließen."

Grundlegend falsch sei es aber in der jetzigen heiklen Situation, "alles zu hinterfragen". Er lasse sich jetzt auch nicht von anderen beeinflussen. "Denn die Mannschaft ist ein tolles Kollektiv und hat schon sehr oft bewiesen, dass sie funktioniert", betont Dotchev und fragt sogleich, "ob die Aufregung auch so groß gewesen wäre, wenn wir bei gleicher Leistung 4:1 gewonnen hätten." Machbar sei das bei einem Ballbesitz von 70:30 Prozent allemal gewesen. Und der Trainer stellt gleichzeitig noch etwas klar: "Ich bin keineswegs ratlos, denn wer ratlos ist, der ist auch hilflos." Er habe ausreichend Erklärungen "für gewisse Dinge", aber das mache ihn letztlich nur noch wütender.

Noch sechs Spiele hat der SC Paderborn Gelegenheit, alles zum Guten zu wenden. Und dem drohenden Verpassen eines Aufstiegsplatzes sagt Dotchev den Kampf an. Die Paderborner hätten da doch so ein Lied, in dem es heißt: "Erhebe dich und lauf . . . Helden geben nie auf ." Wie wahr. Nur tragisch sollte der Held nicht sein.

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