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Nach zuvor vier nicht gewonnenen Spielen in Folge herrscht bei Paderborns Björn Lindemann (l., im Zweikampf mit Michael Lejan und Victor-Hugo Lorenzon, r.) nebst Teamkollegen nach dem 1:0-Zittersieg im Stadion Am Zoo zunächst mal große Erleichterung. - © FOTO: MARC KÖPPELMANN
Nach zuvor vier nicht gewonnenen Spielen in Folge herrscht bei Paderborns Björn Lindemann (l., im Zweikampf mit Michael Lejan und Victor-Hugo Lorenzon, r.) nebst Teamkollegen nach dem 1:0-Zittersieg im Stadion Am Zoo zunächst mal große Erleichterung. | © FOTO: MARC KÖPPELMANN

Schwebe-Bahn wirft ihre Schatten

SC PADERBORN: Drei sauer verdiente Punkte bleiben in Wuppertal bis zum Schlusspfiff in der Schwebe

VON WERNER SCHULTE
14.04.2009 | Stand 13.04.2009, 22:07 Uhr

Wuppertal. Achtung, Schwebe-Bahn! Erst als Schiedsrichter Raphael Seiwert die Partie im Wuppertaler Stadion am Zoo am Karsamstag gegen 15.49 Uhr beendet, haben auch die rund 1.000 aus Paderborn mitgereisten Fans endgültig Gewissheit. Im Bergischen Land ist die Talsohle von zuvor vier sieglosen Spielen und zuletzt drei Punkteteilungen in Serie durchschritten, am 31. Drittliga-Saisonspieltag landet der SCP einen mühsamen 1:0-Erfolg (1:0). Der bleibt allerdings bis zum erlösenden Schlusspfiff in der Schwebe.

Nachdem Paderborns eingewechselter Angreifer Frank Löning kurz vor dem Ende ein letztes Mal in höchster Not vor dem einschussbereiten Marcel Reichwein klärt, tritt schlussendlich noch ein sichtlich genervter WSV-Fan auf den Plan. Der überwindet den Zaun hinter Kasper Jensens Tor, stürmt aufs Spielfeld und bugsiert den vom SCP-Schlussmann just zum letzten Abstoß der Begegnung bereit gelegten Ball mal eben zum imaginären Ausgleich in die Maschen.

In Windeseile wird der Scherzkeks vom Ordnungspersonal eingefangen. Anschließend lässt er sich sogar bereitwillig vom Feld führen. Jetzt droht ihm zwar ein Stadionverbot, seinen Auftritt in der ARD-Sportschau hat der junge Mann am frühen Abend aber trotzdem. So haben wenigstens die 4.844 Tribünengäste noch etwas zu lachen, danach ist beiden Cheftrainern nämlich kaum zumute. Weder dem des Verlierers, noch dem des Gewinners.

Euphorie pur ist’s nun wirklich nicht, was Pavel Dotchevs Gemütszustand nach dieser Zitterpartie da so alles widerspiegelt. Mit schier grenzenloser Erleichterung lässt sich das Mienenspiel des Übungsleiters aus Ostwestfalen wohl treffender beschreiben. "Wir waren einfach zu hektisch und haben es nicht geschafft, länger in Ballbesitz zu bleiben", analysiert der gebürtige Bulgare vornehmlich die erste halbe Stunde dieser Partie, in der sein Ensemble tatsächlich nur äußerst selten im Bilde ist.

Aufgrund zu vieler individueller Fehler sei in der Anfangsphase auch kein Spielfluss zustande gekommen, kritisiert Dotchev weiter, "wir können das besser." Allein die Einstellung und der Wille seiner Schützlinge hätten ihn heute überzeugen können. "Kurz vor der Pause, als wir den Gegner dann ein Mal auskontern konnten und dieser Super-Angriff zum 1:0 führte", habe er noch die Hoffnung gehegt, dass Wuppertal nach Wiederbeginn "aufmachen muss" und seine Elf daraus dann mehr Kapital schlage. "Leider fehlt uns zurzeit die Cleverness und das Selbstvertrauen", hadert der Coach trotz der diesmal drei gewonnenen Zähler im Nachhinein weiter mit dem aktuellen Qualitätsstandard seines Teams.

Angesichts der anhaltenden Verletzungsmisere im Defensivbereich ist Dotchev am Samstag indes zum erneuten Umbauen seiner Startelf gezwungen. Enis Alushi vertritt den am Knie verletzten Markus Krösche auf der Sechser-Position, Karsten Fischer spielt zentral, für den rotgesperrten Toni Wachsmuth feiert David Krecidlo sein Comeback in der Abwehr. Das währt allerdings nur 45 Minuten, weil der Rechtsverteidiger wegen leichter Kreislaufbeschwerden nach dem Wechsel frühzeitig pa ssen muss.

Dotchev muss erneut reagieren und besetzt mit Sören Brandy auch die rechte Abwehr-seite mangels Alternativen mit einer gelernten Offenivkraft. Erneut links in der Kette spielend, weiß Daniel Brückner auf diesem ungewohnten Posten indes auch diesmal mit Ballsicherheit und spielerischen Qualitäten zu überzeugen. Grundsätzlich hätten sich die beiden Fremdkörper bestens eingebracht und einen "guten Job abgeliefert", befindet Paderborns Abwehrchef Matthias Holst anschließend und genießt den kargen Lohn "dieser sehr harten Maloche" ebenfalls in vollen Zügen.

Seinem Teamkollegen Sercan Güvenisik, der drei weitere Chancen zur Resultatsverbesserung auslässt, will er nach Spielende deshalb auch gar nichts mehr vorwerfen. "So lange wir immer ein Tor mehr schießen als der Gegner", gehe die Bilanz völlig in Ordnung.

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