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Julian Justvan (l.) schoss am Sonntag sein drittes Saisontor. Doch da Nürnbergs Stürmer Kwadwo Duah (r.) im Doppelpack traf, verlor der SCP mit 1:2. - © picture alliance
Julian Justvan (l.) schoss am Sonntag sein drittes Saisontor. Doch da Nürnbergs Stürmer Kwadwo Duah (r.) im Doppelpack traf, verlor der SCP mit 1:2. | © picture alliance

SCP-Splitter Justvan sorgt beim SC Paderborn für einen Lichtblick, "Jimmys" Traum platzt

Der Mittelfeldspieler ist beim 1:2 in Nürnberg der beste SCP-Akteur. Der FCN muss den Sieg teuer bezahlen. Und ein Ex-Paderborner hofft vergeblich auf eine WM-Nominierung. Drei andere ehemalige SCP-Kicker sind dagegen dabei.

Frank Beineke
14.11.2022 | Stand 14.11.2022, 17:47 Uhr

An Justvan lag es nicht

Beim Heimspiel gegen Arminia Bielefeld hatte Julian Justvan erstmals in dieser Saison nicht in der Startelf des SC Paderborn gestanden. "Der Trainer hatte vorher mit mir gesprochen und gesagt, dass mir ein paar Körner fehlen. Und die Pause sollte mir auch ganz guttun", erklärt Justvan. Letzteres zeigte sich am Sonntag bei der Partie in Nürnberg. Da nämlich war der Mittelfeldakteur der mit Abstand beste SCP-Spieler.

Die 1:2 (0:1)-Niederlage aber konnte auch Justvan nicht verhindern, denn der 24-Jährige verpasste haarscharf seinen ersten Zweitliga-Doppelpack. In der 30. Minute lenkte FCN-Keeper Christian Mathenia einen Justvan-Schuss an die Latte. In der 68. Minute ging ein weiterer Versuch aus der Distanz knapp vorbei. Und so blieb es bei seinem 1:2-Anschlusstreffer aus Minute 64, den Justvan nach unfreiwilliger Vorarbeit des Nürnberger Einwechselspielers Louis Breunig erzielt hatte.

"Im Vergleich zu den letzten beiden Spielen war es von uns eine kleine Leistungssteigerung", urteilte der SCP-Torschütze. Das mag stimmen. Fakt aber ist, dass die Paderborner ihre vierte Zweitliga-Pleite in Folge kassierten. Und so ist auch Justvan froh, dass es nun in die Winterpause geht. Eben jene Pause begann für den 24-Jährigen übrigens schon am Sonntagabend. So machte sich Justvan nach dem Spiel auf den Weg in seine niederbayrische Heimat.

Van der Werff bleibt zuhause

Jasper van der Werff war unterdessen beim 0:2 gegen Bielefeld erstmals seit dem sechsten Spieltag wieder für den SCP zum Einsatz gekommen. Sein Comeback ging allerdings daneben, denn der Innenverteidiger sah bei beiden Gegentoren nicht gut aus. Beim Gastspiel in Nürnberg stand van der Werff nun nicht einmal im 20er-Kader.

Dies lag nicht nur an seiner schwachen Leistung gegen die Arminia, sondern auch an den Adduktorenproblemen, die ihm in der vergangenen Trainingswoche zu schaffen machten. Und so rückte Tobias Müller für den 23-jährigen Schweizer ins Aufgebot. Der Abschluss passte damit zu einer Hinrunde, die für Jasper van der Werff äußerst schlecht gelaufen ist.

Ein teuer erkaufter Sieg

Zwei Nürnberger Spielern war am Sonntag trotz des 2:1-Heimsieges nicht nach Feiern zumute. So haben sich James Lawrence und Erik Wekesser in der Partie gegen Paderborn schwere Knieverletzungen zugezogen. Beide sollen in den nächsten Tagen operiert werden. Und beide werden dem Club monatelang fehlen.

Lawrence hatte es bereits nach sechs Minuten erwischt. Der FCN-Innenverteidiger zog sich in einem Zweikampf mit Dennis Srbeny einen Innenband- und Innenmeniskusriss im rechten Knie zu. Wekesser erwischte es nach der Pause ohne gegnerische Einwirkung noch schlimmer. Der Linksverteidiger blieb im Rasen hängen und verletzte sich am vorderen Kreuzband.

"Das ist extrem bitter für die beiden Jungs. Wir werden sie als Gruppe auffangen", erklärt FCN-Sportvorstand Dieter Hecking, der nun über Nachverpflichtungen nachdenken wird. "Ob und wenn wie wir tätig werden, entscheiden wir in den kommenden Tagen und Wochen", so Hecking.

Antwi-Adjei hofft vergeblich

Christopher Antwi-Adjei war beim VfL Bochum nur schwer in die Bundesligasaison gekommen. Unter dem neuen Trainer Thomas Letsch läuft es für den Flügelstürmer, der von 2017 bis 2021 für den SC Paderborn gekickt hatte, aber ganz hervorragend. So traf Antwi-Ajdei im Hinrunden-Endspurt bei den VfL-Erfolgen gegen Mönchengladbach (2:1) und Augsburg (1:0).

Daher machte sich der Mann mit dem Spitznamen "Jimmy" durchaus Hoffnungen auf den Sprung in den WM-Kader Ghanas. "Natürlich wäre es ein Riesentraum, wenn ich dabei wäre", erklärte Antwi-Adjei nach dem Sieg in Augsburg. Doch dieser Traum sollte am Montag platzen, denn Ghanas Nationaltrainer Otto Addo verzichtete auf eine Nominierung des VfL-Akteurs. Einziger Bundesliga-Profis im Aufgebot der Black Stars ist Daniel-Kofi Kyereh vom SC Freiburg.

Drei andere Ex-Paderborner sind dagegen bei der WM mit dabei. Abdelhamid Sabiri (Sampdoria Genua) wurde für Marokko nominiert. Mohamed Dräger (FC Luzern) ist inzwischen eine feste Größe in der tunesischen Nationalmannschaft. Und David "Junior" Hoilett (32), der in der Zweitliga-Saison 2007/08 als Jungspund für den SCP spielte, hofft mit Kanada auf WM-Überraschungen.

Startschuss für die E-Sport-Asse

Während die 1. und 2. Fußball-Bundesliga nun in eine lange Winterpause gehen, ist die Virtual Bundesliga (VBL) in die neue Saison gestartet. Die E-Sport-Asse des SC Paderborn sind dabei an diesem Dienstag, 15. November, erstmals im Einsatz. Dann trifft der SCP auf Borussia Mönchengladbach (18 Uhr) und den Hamburger SV (19.30 Uhr). Die Partien werden live und kostenfrei auf dem Twitch-Kanal des SCP übertragen.

Die Paderborner ESport-Asse (v. l.) Justin Kampmeier, Yannik Büscher und Jonas Wirth kämpfen ab Dienstag um Punkte in der Virtual Bundesliga. - © SC Paderborn 07
Die Paderborner ESport-Asse (v. l.) Justin Kampmeier, Yannik Büscher und Jonas Wirth kämpfen ab Dienstag um Punkte in der Virtual Bundesliga. | © SC Paderborn 07

Für das SCP-Team um Trainer Daniel Elit ist es die dritte Spielzeit in der VBL. In der Premieren-Saison 2020/21 stand Rang neun zu Buche. 2021/22 landeten die Paderborner nach einem starken Schlussspurt auf Platz zehn. Nun freut sich der SCP über einen bekannten Neuzugang: Justin Kampmeier ist vom VfL Bochum nach Paderborn zurückgekehrt.

Der 19-Jährige will nun zusammen mit Yannik Büscher und Jonas Wirth die Qualifikation für die Play-Offs in Angriff nehmen. Dabei bekommt es der SCP in der Nord-West-Division mit 14 gegnerischen Teams zu tun. Insgesamt kämpfen 29 Mannschaften um den Titel, der in der vergangenen Saison an RB Leipzig ging.

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