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Klaus Gjasula (r.), der hier Union-Stürmer Sebastian Andersson von den Beinen holt, ist mit acht Gelben Karten Paderborns "Aggressive Leader". Doch auch seine Teamkollegen waren gegen Berlin keine Unschuldslämmer. - © picture alliance
Klaus Gjasula (r.), der hier Union-Stürmer Sebastian Andersson von den Beinen holt, ist mit acht Gelben Karten Paderborns "Aggressive Leader". Doch auch seine Teamkollegen waren gegen Berlin keine Unschuldslämmer. | © picture alliance

SC Paderborn Im Notfall packt der SC Paderborn auch mal die Sense aus

Die SCP-Kicker agierten in den vergangenen beiden Spielen ziemlich aggressiv und ließen sich auch von körperlich starken Berlinern nicht einschüchtern.

Frank Beineke
16.12.2019 | Stand 17.12.2019, 10:03 Uhr

Paderborn. Zwischen dem SC Paderborn und Union Berlin herrscht ein gutes Verhältnis. Man kennt sich aus gemeinsamen Zweitliga-Zeiten. Und dann wäre da vor allem Paderborns Trainer Steffen Baumgart, der ganz eng mit dem Berliner Kultklub und Köpenick verbunden ist. Doch so freundschaftlich und herzlich die Atmosphäre vor und nach dem Spiel auch war. Auf dem grünen Rasen ging es am vergangenen Samstag in diesem Erstliga-Aufsteigerduell mächtig zur Sache. Und beim letztlich leistungsgerechten 1:1 (1:1) demonstrierten die Paderborner, dass sie in den vergangenen Wochen und Monaten eine Menge gelernt haben.

So hielt der SCP gegen die physisch enorm starken Unioner voll dagegen. Im Zweifelsfall wurde auch schon mal zu einer regelwidrigen Grätsche angesetzt, um Berliner Schnellangriffe zu stoppen. Am Ende standen 19 Fouls auf dem Paderborner Konto. Beim 1:0-Sieg in Bremen waren es eine Woche zuvor 17 Regelübertretungen durch den SCP. Zum Vergleich: Bei der 0:3-Pleite im Kellerduell beim 1. FC Köln hatten sich die phasenweise fast körperlos spielenden SCP-Akteure vor zwei Monaten ganze sieben Fouls geleistet. Bei der ebenso bitteren 1:2-Heimniederlage gegen den direkten Konkurrenten aus Mainz foulte Paderborn Anfang Oktober lediglich neun Mal, während die Gäste auf 22 Vergehen kamen.

Sportchef lobt die Aggressivität

Nun ist die Anzahl an Fouls ganz gewiss kein Qualitätsmerkmal. Im Gegenteil, unnötige Fouls sind kontraproduktiv. Auch der SCP hat schon so manchen Gegentreffer nach Freistößen kassiert. Dennoch kann auch an diesem Beispiel ein Entwicklungsprozess festgemacht werden. "Die Jungs haben gelernt, sich zu wehren. Und dass es manchmal durchaus sinnvoll sein kann, auch mal einen umzulatschen", urteilt SCP-Sport-Geschäftsführer Martin Przondziono auf etwas flapsige Art und Weise.

"Wir haben mittlerweile eine Menge Erfahrungswerte gesammelt und aus Dingen gelernt. Wir stehen hinten nun relativ stabil. Das ist wichtig für uns", sagt Innenverteidiger Sebastian Schonlau, der mit seinen Teamkollegen nun jedoch vor einer extrem schweren Aufgabe steht. So gastiert der Aufsteiger an diesem Mittwoch, 18. Dezember, beim Ex-Spitzenreiter Borussia Mönchengladbach (20.30 Uhr, Borussia-Park). "Wir müssen uns aber auch vor Gladbach nicht verstecken. Wir können da mit breiter Brust auftreten", betont Schonlau und ist guter Dinge, dass die Kräfte vier Tage nach der strapaziösen Union-Partie ausreichen werden. "Gladbach hat ja noch viel mehr Spiele in den Knochen", so der 25-Jährige.

Das Selbstvertrauen wächst

Gleiches gilt für Eintracht Frankfurt, das am Sonntag, 22. Dezember, zum Jahresabschluss in der bereits ausverkauften Paderborner Benteler-Arena gastiert. Auch dann wird sich zeigen, welche Fortschritte der SCP bereits gemacht hat. Wobei Cheftrainer Steffen Baumgart die Diskussionen um Lernprozesse ein wenig relativiert. "Wenn der Pfostenschuss, den Union in der zweiten Halbzeit hatte, reingeht, dann reden wir hier nicht über positive Entwicklungen", sagte der SCP-Coach nach dem Heimspiel gegen Berlin.

Fußball ist und bleibt halt ein Ergebnissport. Und eben jene Resultate passen beim SC Paderborn immer häufiger. "Seit dem Dortmund-Spiel haben wir recht kontinuierlich gepunktet. Wir sehen, dass es geht. Und das ist wichtig fürs Selbstvertrauen", betont Baumgart und hofft auf Zählbares in Mönchengladbach. Dann würde es ihm am Ende auch herzlich egal sein, wie viele Fouls sein Team auf dem Konto hat.

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