0
Vor großer Kulisse treffen der Letzte und Vorletzte der Liga im ausverkauften Kölner Rhein-Energie-Stadion aufeinander.  - © Dennis Angenendt
Vor großer Kulisse treffen der Letzte und Vorletzte der Liga im ausverkauften Kölner Rhein-Energie-Stadion aufeinander.  | © Dennis Angenendt

SC Paderborn Kellerduell: SC Paderborn verliert 0:3 gegen den 1. FC Köln

Der SCP bleibt in Köln sieglos

Frank Beineke
20.10.2019 | Stand 21.10.2019, 17:51 Uhr |
Kevin Bublitz

Köln. Kölle alaaf, Paderborn Alarm! Statt des erhofften Befreiungsschlages beim „Lieblingsgegner" 1. FC Köln gab es am Sonntag den nächsten heftigen Nackenschlag für den SC Paderborn. So kassierten die Gäste von der Pader eine 0:3-Niederlage. Während die Kölner im ausverkauften Rheinenergiestadion ihren ersten Heimsieg der Saison feierten, hat der SCP nach acht Spielen weiterhin nur einen mickrigen Punkt auf dem Konto. Genauso schlecht waren in der Bundesliga-Historie bislang nur der 1. FC Saarbrücken (1963/64) und der 1. FC Köln (2017/2018). Und mit der Leistung vom Sonntag werden die Paderborner noch ein paar Negativrekorde aufstellen. „Das ist scheiße". So kurz und drastisch fiel der Kommentar von SCP-Sport-Geschäftsführer Martin Przondziono zur Tabellensituation und Punkte-Ausbeute aus. „Die Situation ist schwierig", urteilte Chefcoach Steffen Baumgart, der personell und taktisch einiges probiert hatte. Doch ob Souza als hängende Spitze, Gueye als Stoßstürmer oder das Startelf-Debüt von Holtmann, der für den erkrankten Collins als Linksverteidiger ran musste – vieles sollte an diesem verregneten Sonntag am Rhein nicht klappen. Denn im Defensivverhalten wurden einmal mehr zu viele Fehler gemacht. Und in der Offensive fehlte wie schon im Heimspiel gegen Mainz (1:2) die nötige Durchschlagskraft. „In den ersten 25 Minuten waren wir sehr nervös", sagt SCP-Kapitän Gjasula „In den ersten 25 Minuten waren wir sehr nervös. Da haben wir gar nicht richtig stattgefunden", kommentierte SCP-Kapitän Klaus Gjasula eine Anfangsphase, in der Köln zunächst mächtig Druck gemacht hatte. Die Hausherren stießen über die Außenbahnen immer wieder gefährlich nach vorne. Und in der Mitte lauerte stets der robuste Stoßstürmer Terodde. Das 1:0 fiel allerdings im Anschluss an eine Kölner Ecke und war ein Paradebeispiel für Sinn, Unsinn und Irrsinn des Videobeweises. Nach einem Skhiri-Schuss wurde ein Block von SCP-Rechtsverteidiger Mohamed Dräger zur unfreiwilligen Vorlage für Terodde, der aus sechs Metern einnetzte. Der Kölner Torjubel ebbte aber abrupt ab, denn der Linienrichter entschied auf Abseits. Geschlagene zweieinhalb Minuten später aber feierte der Effzeh doch das 1:0, denn der Videobeweis hatte ergeben, dass es ein regulärer Treffer war. Lediglich Teroddes Teamkollege Bornauw hatte im Abseits gestanden, dabei aber nicht aktiv ins Spiel eingegriffen. Gastgeber standen nach der Führung deutlich tiefer Die Gastgeber standen nach der Führung deutlich tiefer und leisteten sich bis zur Pause auch den ein oder anderen Patzer. Der SCP konnte dies aber nicht ausnutzen, denn im Spiel nach vorne mangelte es an Entschlossenheit. „Offensiv sind wir nie richtig gefährlich geworden. Da fehlte unserem Spiel die nötige Tiefe", analysierte Gjasula. Lediglich eine Halbchance durch einen Pröger-Freistoß (20.) konnte notiert werden, während Terodde auf der Gegenseite am Ende einer SCP-Fehlerkette den Außenpfosten traf (41.). In der 51. Minute fasste sich mit Holtmann dann (endlich) ein Paderborner ein Herz. Der Linksverteidiger zog aus gut 20 Metern ab, doch Kölns Torwart Horn parierte. Ein Fehlpass von Holtmann leitete acht Minuten später jedoch das Kölner 2:0 ein. FC-Akteur Schindler ging auf der rechten Seite auf und davon und flankte auf den langen Pfosten. Dort köpfte Schaub aufs SCP-Tor. Und Paderborns Torhüter Zingerle ließ den nicht sonderlich platzierten Kopfball passieren. „Es gibt Tage, an denen ich einen solchen Ball halte", gab der SCP-Keeper zu. Köln hatte beste Gelegenheiten für weitere Treffer Die eingewechselten Stürmer Michel und Zolinski sowie Sabiri brachten zwar noch etwas Schwung. Doch von einem Comeback wie am 15. Februar 2019, als Paderborn ein 0:2 gegen Köln noch in ein 3:2 drehte, waren die Gäste meilenweit entfernt. Ein Kopfball von Sabiri (83.), der knapp am Tor vorbei ging, war unterm Strich die beste SCP-Chance des Spiels. Köln aber hatte beste Gelegenheiten für weitere Treffer. So hätten Schindler (67.) und Cordoba (84.) einnetzen müssen, ehe Innenverteidiger Bornauw in der 85. Minute völlig freistehend eine Ecke einköpfte. „Der Kölner Sieg ist ganz klar verdient. Wir hatten so gut wie keine Torchancen. Köln hatte viele Großchancen. Da können wir nicht einfach zur Tagesordnung übergehen", konstatierte Baumgart. Dessen Team steht nun am kommenden Samstag im Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf unter einem noch größeren Druck. Schon jetzt beträgt der Abstand auf einen Nichtabstiegsplatz satte sechs Zähler. „Es tut weh. Aber wir müssen nächste Woche rausgehen und schauen, dass wir mit unseren Mitteln die Punkte holen. Da dürfen wir uns nicht von der Tabellensituation beeinflussen lassen", betont der SCP-Trainer, der vor einer extrem schweren Aufgabe steht. Hier das Spiel zum Nachlesen:

realisiert durch evolver group