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Pech im Abschluss: SCP-Stürmer Streli Mamba, der sich hier gegen den Wehener Dominik Franke (r.) durchsetzt, hätte den ein oder anderen Treffer erzielen können. - © Dieter Schachtschneider
Pech im Abschluss: SCP-Stürmer Streli Mamba, der sich hier gegen den Wehener Dominik Franke (r.) durchsetzt, hätte den ein oder anderen Treffer erzielen können. | © Dieter Schachtschneider

SC Paderborn Paderborn verschenkt Testspielsieg gegen Wehen Wiesbaden

Nach einer 3:1-Führung steht für den Erstliga-Aufstieger am Ende nur ein 3:3 zu Buche

Frank Beineke
10.10.2019 | Stand 10.10.2019, 17:14 Uhr |

Lohfelden/Paderborn. Der SC Paderborn hätte am Donnerstag im Testspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden neues Selbstvertrauen tanken können. Nach einer vor allem in der zweiten Hälfte guten Leistung führte der Erstliga-Aufsteiger gegen den Zweitliga-Novizen kurz vor dem Abpfiff mit 3:1. Dennoch sollte es einmal mehr kein Erfolgserlebnis geben. So stand am Ende vor den rund 300 Zuschauern im Nordhessenstadion von Lohfelden ein 3:3 (1:1) zu Buche. "Wir haben den Sieg aus der Hand gegeben. Das ist sehr ärgerlich", bilanzierte Steffen Baumgart. Paderborns Trainer musste dabei auf die angeschlagenen Ben Zolinski (Adduktoren) und Marlon Ritter (Leistenprobleme) sowie die fünf Nationalspieler verzichten. In der Startelf standen acht Akteure, die am Samstag gegen Mainz auf der Bank oder Tribüne gesessen hatten. Sabiri-Fehler leitet 0:1 ein Trotzdem geriet die Partie zunächst zur Blaupause des Mainz-Spiels. So leisteten sich die SCP-Akteure erneut zahlreiche Fehler im Spielaufbau, wobei der Rasenplatz im Nordhessenstadion zur Ehrenrettung der Paderborner wohl auch schon mal bessere Zeiten gesehen hatte. Schon nach fünf Minuten sollte sich derweil die unsägliche Pleiten-Pech-und-Pannen-Serie fortsetzen. Abdelhamid Sabiri verlor im Mittelfeld gegen Törles Knöll den Ball. Der Wehener schickte seinen Teamkollegen Daniel Kyereh auf die Reise, der gegen SCP-Torhüter Jannik Huth die Oberhand behielt und das 0:1 markierte. Paderborn tat sich derweil schwer, Chancen zu kreieren. Erst nach 25 Minuten bekam der Erstligist die Partie besser in den Griff. Die Fehlerquote sank. Und der Ausgleich gelang. So sah Gerrit Holtmann in der 27. Minute die Lücke in der Wehener Defensive. Der Linksverteidiger sprintete in den Strafraum, zog ab und SVWW-Keeper Lukas Watkowiak ließ den nicht unhaltbaren Schuss passieren. Dass der SCP das Fußballspielen nicht verlernt hat, zeigte sich aber insbesondere beim mit Abstand schönsten Angriff der ersten Hälfte. Kai Pröger spielte auf Christopher Antwi-Adjei. Der leitete direkt weiter auf Streli Mamba, dessen Direktabnahme aber von Watkowiak in überragener Manier abgewehrt wurde (34.). Nach der Pause dreht der SCP auf Anschließend hatte SCP-Torwart Jannik Huth nach einem unnötigen Ausflug an die rechte Seitenlinie Glück, dass Sebastian Schonlau seinen Fehler ausbügelte und gegen Knöll klärte. Dann hätten die Paderborner Sekunden vor dem Pausenpfiff in Führung gehen müssen. Antwi-Adjei setzte erneut Mamba in Szene, doch der Flugkopfball des SCP-Stürmers segelte am Pfosten vorbei. Und so ging es mit einem unterm Strich verdienten 1:1-Halbzeitstand in die Kabinen. Nach der Pause drehten die Paderborner dann vor allem in den ersten 15 Minuten richtig auf. Der eingewechselte Rifet Kapic spielte kluge Pässe. Und auch der Rest des SCP-Teams ließ die Kugel nun prima laufen. Allein die Chancenverwertung war ausbaufähig. So vergab Babacar Gueye nach einem schnell ausgeführten Sabiri-Freistoß das sichere 2:1, weil er noch einen Querpass auf Pröger spielen wollte (49.). Fünf Minuten später fiel unter gütiger Mithilfe des Wehener Torwarts der SCP-Führungstreffer. Sabiri köpfte einen Kapic-Freistoß ins Tor, weil Watkowiak am Ball vorbei segelte. Hünemeier (56.) und Mamba (63.), der die Latte traf, hatten dann jeweils per Kopf Top-Gelegenheiten zum 3:1, ehe Wehen Wiesbaden mit einem Schäffler-Kopfball (71.) und einem Niemeyer-Lattenschuss (72.) zwei Lebenszeichen sendete. Doppelschlag kurz vor dem Abpfiff Dann war wieder der SCP am Zug: Cauly Souza setzte Gueye in Szene, der diesmal (endlich) alles richtig machte und zum 3:1 (78.) einnetzte. Die Entscheidung? Denkste! Innerhalb von 60 Sekunden kam der Zweitligist zum Ausgleich. In der 86. Minute segelte eine Flanke über die Paderborner Innenverteidigung. Der ansonsten starke SCP-Rechtsverteidiger Johannes Dörfler wurde unfreiwillig zum Vorbereiter für SVWW-Joker Paterson Chato, der auf 2:3 verkürzte. Unmittelbar nach dem fälligen Anstoß verloren schläfrige Paderborner den Ball, Wehen Wiesbaden legte den Vorwärtsgang ein und Maximilian Dittgen markierte den 3:3-Endstand (87.). "Wir haben ordentlich und engagiert gespielt. Aber wir müssen unsere Chancen einfach besser nutzen", urteilte SCP-Sport-Geschäftsführer Martin Przondziono nach dem Déjà-vu-Erlebnis in Nordhessen. Denn einmal mehr brachten sich die Paderborner selbst um die Früchte ihrer harten Arbeit. Tore: 0:1 Kyereh (5.), 1:1 Holtmann (27.), 2:1 Sabiri (54.), 3:1 Gueye (78.), 3:2 Chato (86.), 3:3 Dittgen (87.). SCP: Huth (46. Zingerle) - Dörfler, Strohdiek (46. Hünemeier), Schonlau (63. Rumpf), Holtmann - Pröger (63. Hilßner), Vasiliadis (46. Kapic), Sabiri (63. Bilogrevic), Antwi-Adjei (63. Souza) - Shelton (46. Gueye), Mamba (63. Michel).

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