0
Cauly Oliveira Souza vom SC Paderborn im Zweikampf mit Leverkusens Kerem Demirbay. - © Dennis Angenendt
Cauly Oliveira Souza vom SC Paderborn im Zweikampf mit Leverkusens Kerem Demirbay. | © Dennis Angenendt

SC Paderborn SC Paderborn verliert zum Auftakt gegen Leverkusen - eine Spielanalyse

Zwei mal konnte der SCP einen Rückstand ausgleichen. Am Ende reicht das nicht für einen Punkt.

Frank Nägele
17.08.2019 | Stand 18.08.2019, 12:25 Uhr
Kevin Bublitz

Paderborn/Leverkusen. Der SC Paderborn hat bei seinem Bundesliga-Comeback beim Auswärtsspiel bei Bayer Leverkusen eine Überraschung nur knapp verpasst. Der Aufsteiger unterlag zum Saisonstart bei Champions-League-Teilnehmer Bayer Leverkusen trotz einer kämpferisch und spielerisch überzeugenden Leistung unglücklich mit 2:3 (2:2). Das Wichtigste zuerst Nach Jahren der Auftaktniederlagen ist Bayer 04 Leverkusen mit einem Sieg in die Bundesliga-Saison gestartet. Das 3:2 gegen den SC Paderborn war meilenweit entfernt von Perfektion, aber ein Spektakel ohne eine Sekunde Langeweile. Keine Werbung für Taktiererei, aber eine Werbung für Fußball. Die Tore Das 1:0 entsprang in der zehnten Minute einem feinen Pass von Lars Bender auf Kevin Volland, der Leon Bailey frei vor dem Tor stand, der nur noch einschießen musste. Schon fünf Minuten später tat Julian Baumgartlinger den aggressiv anlaufenden Paderbornern einen riesengroßen Gefallen, indem mit einem Rückpass unbedrängt Sven Michel anspielte, der ein Solo startete und mit einem harten Schuss konsequent zum 1:1 abschloss. Vor dem 2:1, vier Minuten später, machte Baumgartlinger seinen Lapsus teilweise wieder gut. Mit einem Pass durch zwei Viererketten hindurch setzte er Kai Havertz in Szene, der auf seine typische Weise mit einem Lupfer das 2:1 erzielte. Aber auch das war noch keine Weichenstellung. Sechs Minuten später lief Antwi-Adjei Jonathan Tah einfach davon, Hradecky wehrte seinen Schuss in die Mitte ab, beim Nachschuss „scheiterte" Michael an Wendell, der den Ball in Torwartmanier mit den Händen abwehrte. Bevor sich jemand Gedanken darüber machen konnte, ob das etwa Elfmeter und Rot sein würde, schoss Streli Mamba den Ball einfach ins Tor. Und Schiedsrichter Tobias Stieler zeigte Wendell Gelb. In der 69. Minute öffnete Kai Havertz den Raum auf der linken Seite für Wendell, der mit einem präzisen letzten Pass Kevin Volland in der Mitte fand. Der Mittelstürmer musste nur noch ins leere Tor schießen. Das war gut Der Mut des Aufsteigers. Paderborn attackierte Bayer 04 eine Halbzeit schon am eigenen 16-Meter-Raum, wodurch der Favorit nicht dazu kam, eine kontrollierte Form der Überlegenheit zu etablieren. Erst als die Paderborner ein wenig tiefer zu stehen begannen, wurde auf dem Feld klar, wer der Champions-League-Teilnehmer ist und wer der Aufsteiger. Und gut war natürlich das Spektakel insgesamt. Auch wenn das Spiel voller Präzisionsmängel und taktischer Aussetzer war, bot es allerbeste Unterhaltung und spektakuläre Szenen am Fließband. Das war schlecht Die Art, wie sich Bayer 04 vom Neuling unter Druck setzen ließ und es dabei versäumte, die großen Räume zu nutzen, die Paderborn durch seine Art, zu spielen, riskiert. Schlecht war auch die fehlende Kompaktheit in der ersten Halbzeit und die Rückwärtsbewegung gegen ein pfeilschnelles Team, in dem jeder Angreifer Geschwindigkeitsvorteile gegenüber seinem Leverkusener Gegenspieler hatte. Mann des Spiels Kai Havertz. Soll man sagen: natürlich? In der Vorbereitung hatte der Nationalspieler noch eher reserviert und dezent gewirkt. Im DFB-Pokal war er schon wacher. Zum Bundesliga-Auftakt zeigte er die ganze Bandbreite seines Könnens, auch wenn noch nicht jeder Pass und Schuss gelang. Sein Tor war eine Schönheit, die Vor-Vorbereitung des 3:2 ebenso. Zum 4:2 kurz vor Schluss nach Pass von Volland fehlte vor dem leeren Tor nur eine Fußspitze. Es gibt Supertalente, die mit so viel Lob, wie es Havertz zuteil wurde, schlecht umgehen können. Der 20-Jährige kann es offenbar. Er ist ja in keiner Weise mehr das, was man ein „Talent" nennt. Der Moment des Spiels In der 43. Minute lässt Bayer 04 den gefühlt zwanzigsten Konter zu, Paderborn hat 4 zu 2 Überzahl. Michel spielt den Ball vor dem Tor quer zu Antwi-Adjei, vertut sich aber ein wenig im Tempo, so dass sein Kollege, der das leere Tor vor sich hat, am Ball vorbei rutscht. Wenn kurz vor der Pause das 3:2 für Paderborn gefallen wäre, hätte die Geschichte ein anderes Ende genommen. Das meinen die Trainer: Peter Bosz: „Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis, weil es immer ein gutes Gefühl ist, mit einem Sieg in die Saison zu starten. Mit dem Spiel selbst bin ich nicht zufrieden, wir waren viel zu offen, Paderborn hat es uns auch schwer gemacht. Aber wir können nicht so viele Fehler machen. In der zweiten Halbzeit waren wir etwas kompakter, dennoch kann man nicht zufrieden sein. Wir hatten in der ersten Halbzeit zu keiner Zeit die Spielkontrolle, es war ein offener Schlagabtausch. Und das ist genau das, was wir nicht wollten." Steffen Baumgart: „Mit dem Ergebnis können wir nicht zufrieden sein, aber wir können hier viel Gutes mitnehmen. Ich bin mit dem Auftreten meiner Mannschaft sehr einverstanden. Und den offenen Schlagabtausch haben wir natürlich auch ein Stück weit provoziert, das wollten wir so. Dass man mit der Leverkusener Klasse nicht in allen Situationen mithalten kann war uns klar. Das werden andere Mannschaften auch noch erleben." Das meinen wir Nach der holprigen Vorbereitung der Leverkusener waren Probleme im Auftaktspiel zu erwarten. Sie haben sich eingestellt. Während auf der Bank fast 100 Millionen Euro Marktwert mit großer Offensivpower saßen, tat sich die Werkself immer schwer, wenn der Gegner mit einer Mannschaft der Namenlosen schnell nach vorne spielte. Am Ende entschied dann aber doch die größere Klasse und der Wille, eine Saison endlich einmal mit einem Sieg zu beginnen. Hier gibt's das Spiel zum Nachlesen im Live-Ticker:

realisiert durch evolver group