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Erleichterung nach dem Schlusspfiff: Auch SCP-Innenverteidiger Christian Strohdiek wurde in Rödinghausen von seinen Vorderleuten das ein oder andere Mal im Stich gelassen, konnte am Ende aber mit den Fans das Weiterkommen feiern. - © Ulrich Petzold
Erleichterung nach dem Schlusspfiff: Auch SCP-Innenverteidiger Christian Strohdiek wurde in Rödinghausen von seinen Vorderleuten das ein oder andere Mal im Stich gelassen, konnte am Ende aber mit den Fans das Weiterkommen feiern. | © Ulrich Petzold

SC Paderborn Beim SC Paderborn hat der Wahnsinn Methode

Ob klare Führung oder deutlicher Rückstand – bei SCP-Spielen sollte das Wort „Vorentscheidung“ nicht voreilig verwendet werden

Frank Beineke
13.08.2019 | Stand 13.08.2019, 11:03 Uhr

Paderborn. 3:3, 2:4, 3:3 – so lauten die Ergebnisse, die der SC Paderborn in den letzten drei Spielen vor dem Bundesliga-Saisonstart nach jeweils 90 Minuten einfuhr. Zwei Mal wurde dabei ein 3:1-Vorsprung verspielt. Ein Mal kam der SCP nach einem 0:3 fast noch zum Ausgleich. Die Gegner hießen Athletic Bilbao, Lazio Rom und SV Rödinghausen. Und das Fazit sollte sich stets ähneln: Nach vorne entwickelte der SCP viel Druck. Hinten aber fing sich die Mannschaft von Trainer Steffen Baumgart zum Teil selten dämliche Gegentreffer ein. „Ein Zwei-Tore-Vorsprung gibt uns keine Sicherheit. Ein Zwei-Tore-Rückstand hat aber auch nichts zu sagen. Eigentlich war es wie immer", sagte Baumgart mit dem für ihn typischen trockenen Humor nach dem DFB-Pokal-Erstrundenspiel beim SV Rödinghausen. Dieses hatte sein Team mit 7:5 nach Elfmeterschießen gewonnen. Im Duell gegen den Regionalligisten hatte der SCP hierbei ein 2:0 und 3:1 aus der Hand gegeben, so dass nach der Partie mal wieder Kritik an der Defensive laut wurde. Viererkette wird oftmals im Stich gelassen In der Tat hatten die Innenverteidiger Christian Strohdiek und Uwe Hünemeier bei den Gegentreffern jeweils den finalen Zweikampf verloren. Zudem hatte Neuzugang Laurent Jans auf der rechten Abwehrseite einen rabenschwarzen Tag erwischt. Auch Linksverteidiger Gerrit Holtmann agierte mitunter fahrig. Doch es wäre viel zu einfach und unredlich, die Unzulänglichkeiten in der Abwehr an der Viererkette festzumachen. Denn letztlich war das Defensiv- und Rückzugsverhalten der gesamten Mannschaft phasenweise mangelhaft. So erhielt Laurent Jans auf der rechten Seite beispielsweise viel zu wenig Unterstützung von Kai Pröger. „Wenn wir vorne die Räume nicht zustellen, bekommen wir hinten Probleme", monierte Martin Przondziono. Unterm Strich aber wollte der SCP-Sport-Geschäftsführer mit seiner Mannschaft nicht allzu hart ins Gericht gehen. „Natürlich hätte ich mir mehr Souveränität gewünscht. Aber die Jungs haben wieder hart gearbeitet. Und sie wissen jetzt, dass sie selbst 120 Minuten lang marschieren können. Ich bin guten Mutes", sagte Przondziono mit Blick aufs Gastspiel in Leverkusen. Lob vom Cheftrainer Uwe Hünemeier konnte der Tatsache, dass sein Team den Pokal-Erfolg erst nach Elfmeterschießen schaffte, sogar etwas Positives abgewinnen. „So ein Spiel schweißt zusammen", betonte der Routinier, der beim 1:0-Führungstreffer mal wieder als Pokal-Torschütze in Aktion getreten war. Sein Cheftrainer wertete den packenden Pokalfight in Rödinghausen unterdessen auch als bestandenen Charaktertest. „Wir werden die ganze Saison über an unsere Grenzen gehen müssen. Das mussten wir auch in Rödinghausen – und wir haben es getan", konstatierte Baumgart, der beim Saisonstart in Leverkusen sicher mit einem 3:3 leben könnte. Seine Schützlinge müssen dabei ja nicht gleich wieder einen 3:1-Vorsprung verspielen.

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